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Frankfurt Skyliners: Niklas Kiel ist nach zwei Gehirnerschütterungen zurück

Von Das 20 Jahre alte Basketball-Talent der Frankfurt Skyliners hat schwierige Monate durchlebt – in absoluter Ruhe und Abschottung, auf medizinischen Rat. Nun ist er zurück auf dem Parkett – und muss mental stark sein.
Am vergangenen Sonntag erlebte Niklas Kiel sein zweites Comeback in dieser Saison für die Skyliners. Foto: Roskaritz /Eibner-Pressefoto (imago sportfotodienst) Am vergangenen Sonntag erlebte Niklas Kiel sein zweites Comeback in dieser Saison für die Skyliners.
Frankfurt. 

Eigentlich sollte es seine Saison werden. Niklas Kiel war bereit, bei den Fraport Skyliners eine Führungsrolle zu übernehmen. Das deutsche Talent sollte als legitimer Nachfolger von Danilo Barthel aufgebaut werden: Barthel reifte bei den Frankfurtern zum Basketball-Nationalspieler und verließ den Club im Sommer 2016 in Richtung FC Bayern. Doch gut fünf Monate nach dem Bundesliga-Start hat Kiel erst vier Spiele absolviert. Die restliche Zeit war er verletzt. Und seine Leidensgeschichte ist so außergewöhnlich, dass sein Comeback nun besonderes bewegend ist. „Mir geht es gut. Ich mache mir keine Sorgen“, sagt Kiel, der am vergangenen Sonntag beim 78:72-Sieg gegen Würzburg erstmals seit zwölf Wochen wieder für die Skyliners auflief. Der Bewegungsablauf wirkte noch etwas unrund. Doch nach fast einem halben Jahr durchgehend Pause sind Anlaufschwierigkeiten freilich völlig normal.

Die Misere begann in der Sommervorbereitung, als der 20-Jährige im Training unabsichtlich einen Ellenbogenschlag seines Mitspielers Mike Morrison abbekam. Diagnose: Gehirnerschütterung. Kiel durfte sich nicht belasten, bekam schon bei kleinsten Anstrengungen Kopfschmerzen, etwa, wenn er ein Buch las oder Fernsehen schaute. Als es ihm schließlich besser ging und er Ende November sein Saison-Debüt gab, erwischte es ihn nach lediglich drei Partien wieder. Am 9. Dezember traf ihm im Heimspiel gegen Bremerhaven der Ellenbogen von Gegenspieler Carl Baptiste am Auge. Auch Baptiste traf keine Schuld. Diagnose: erneute Gehirnerschütterung. Die gesamte Prozedur begann von Neuem. Absolute Stille, Einsamkeit, möglichst in einem abgedunkelten Raum. „Ich durfte wieder sechs bis sieben Wochen gar nichts machen. Selbst Treppenlaufen war zu anstrengend. Eigentlich sollte ich 24 Stunden am Tag Ruhe halten“, erinnert sich der 2,07-Meter-Mann.

Dass diese Phase seine Geduld auf eine harte Probe stellte, ist verständlich. Vermutlich wird er sich in dieser Zeit auch gefragt haben, ob ein erneutes Comeback ein zu großes gesundheitliches Risiko darstellt. „Ich habe mich in einer Klinik richtig durchchecken lassen“, erzählt Kiel. Dort gab es die entscheidende Erkenntnis. „Man sagte mir, Langzeitschäden könne man ausschließen.“ Als schließlich die körperlichen Beschwerden weggingen, nahm der Mut zu, es wieder zu probieren. Und inzwischen kann er überglücklich sagen: „Ich bin wieder voll belastbar.“

Morgen gegen Göttingen

Die große Kunst ist nun, den Kopf im wahrsten Sinne frei zu bekommen. Nicht an die zwei Gehirnerschütterungen zu denken. Nicht daran, dass es ein drittes Mal passieren könnte. „Ich muss daran arbeiten“, gesteht Kiel, der seit 2014 für die Skyliners spielt und einen Vertrag bis 2020 besitzt. Er ist guter Dinge, keine externe Hilfe in Form eines Psychologen zu benötigen. „Ich bin mental ziemlich stark und habe keine Angst, nochmal getroffen zu werden“, sagt Kiel. Denn: „Ich hatte einfach nur Pech.“

Am vergangenen Sonntag stand der 20 Jahre alte Power Forward gegen Würzburg wieder 14 Minuten auf dem Parkett. Am kommenden Samstag (18 Uhr) im Spiel bei der BG Göttingen werden es vielleicht noch ein paar Minuten mehr. „Ich muss in allen Bereichen aufholen“, weiß der ehemalige deutsche A2-Nationalspieler.

Die Skyliners stehen beim Tabellen-16. in der Pflicht. Auf dem Weg in die Play-offs darf sich der Tabellensiebte bei dem Abstiegskandidaten keinen Ausrutscher leisten. „Wir haben die Play-offs vor Augen. Die nächsten Spiele sind entscheidend“, meint Kiel. Er ist wieder mit dabei. Rechtzeitig vor der heißen Saisonphase. Das ist mehr wert als der mögliche Play-off-Einzug.

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