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Löwen Frankfurt: Die Löwen sind auf Kurs

Die Szene steht ür die Situation in der Liga: Brett Breitkreuz (links) gehört mit den Löwen zu den Teams, die die Marschrichtung vorgeben. Für Eric Meland und Bad Nauheim geht’s darum, dran zu bleiben. Foto_ Hübner Bilder > Foto: Huebner/Blatterspiel (Jan Huebner) Die Szene steht ür die Situation in der Liga: Brett Breitkreuz (links) gehört mit den Löwen zu den Teams, die die Marschrichtung vorgeben. Für Eric Meland und Bad Nauheim geht’s darum, dran zu bleiben. Foto_ Hübner

  Furioser Start: In der ersten Meisterschaftsphase haben die Löwen mit ihren vier torgefährlichen Reihen die Gegner regelrecht überrollt. Der Torhunger war kaum zu stillen. Bis zum 1. Dezember betrug die Torausbeute aus 21 Spielen 46 Punkte (Schnitt 2,2 pro Match) und das Torverhältnis 96:66 (Schnitt 4,6:3,1).

  Der Bruch: Seit Anfang Dezember gab es in 13 Spielen nur noch 18 Punkte (Schnitt 1,4) und 40:46 Tore (Schnitt 3,1:3,5).

  Verletzungsmisere: Clarke Breitkreuz, Nils Liesegang, abwechselnd alle drei Torhüter, zurzeit Vladislav Filin, der wegen einer Bänderverletzung mehrere Wochen ausfallen wird – das allein wiegt schon schwer. Dazu kam das Verletzungspech beim Kooperationspartner Kölner Haie. Weil sie in der DEL gebraucht wurden, mussten die Förderlizenzspieler Dominik Tiffels, Lukas Dumont und Eric Valentin häufiger bei den Haien aushelfen.

  Das größte Manko: Die mangelnde Disziplin. Während sie selbst nur in 152 Situationen mit einem Mann mehr auf dem Eis waren, wurden die Löwen 235 Mal auf die Strafbank geschickt. Zum Vergleich: Die zweitmeisten Sünder hat Heilbronn (173), die wenigsten die Roten Teufel Bad Nauheim (127). Im Schnitt sitzen die Frankfurter 18,79 Minuten ab, das heißt, dass sie praktisch nur in zwei Drittel der Spiele auf dem Eis komplett sind. Mit dem spielerisch wenig überzeugenden Dalton Yorke (89 Minuten) und Brett Breitkreuz (82) belegen in der Rangliste der meist bestraften Spieler die Löwen die Ränge zwei und drei. Auch Tyler Gron (59) rangiert in den Top-Ten dieser ungeliebten Kategorie.

  Special Teams : 43 – so viele Tore wie kein anderes Team kassierten die Löwen in Unterzahl. Aber auch in Überzahl gibt es Reserven. Obwohl die Löwen in der Powerplay-Statistik mit einer Erfolgsquote von 27,63 Prozent noch souverän an der Spitze des Rankings liegen, funktioniert das Überzahlspiel nicht optimal. Die Treffer resultierten weniger aus einstudierten Kombinationen, kamen vielmehr dank der Schusskraft und Reaktionsschnelligkeit von Protagonisten wie Wade MacLeod, CJ Stretch oder Tim Schüle zustande. Seitdem die Gegner begriffen haben, dass sie das „Superhirn“ Nils Liesegang zudecken müssen, oder wenn Liesegang eben fehlt, erzielen die Löwen nur noch selten Überzahltore.

  Was auffiel: In der vergangenen Saison war es Sportdirektor Rich Chernomaz gelungen, eine einmalig verschworene Truppe zusammen zu stellen. Spielerisch waren Bietigheim und Kassel stärker, doch die Löwen waren eine Einheit, die viele verloren geglaubte Spiele noch umbiegen konnte. Von der aktuellen Mannschaft kann man das nicht sagen. Geschäftsführer Stefan Krämer übte deshalb im Fachorgan „Eishockey News“ in dieser Woche Kritik: „Die Spieler sollen ihren Job ordentlich ausüben. Derzeit verrichten sie ihn eher schlecht als recht. In unserem Team ist eine gewisse Arroganz spürbar. Unsere Gegner sind heißer als wir, investieren mehr für den Erfolg.“ Dies mit der Arroganz gelte in erster Linie bei einigen Kanadiern, egal ob eingedeutscht oder als Ausländer spielend.

  Wer gefiel: Verteidiger Tim Schüle wurde von den Fans und einer Fachjury zum DEL 2-Spieler des Monats Dezember gewählt. CJ Stretch zählt zu den Topscorern der Liga, das Torhüter-Trio Hannibal Weitzmann, Brett Jaeger und Florian Proske zeigt recht beständige Leistungen, die Förderlizenspieler Maximilian Gläßl, Dominik Tiffels, Eric Valentin und Lukas Dumont leisten gute Dienste.

  Bemerkenswert: Die Treue der Löwen-Fans. 4632 Zuschauer kamen im Schnitt in die Eissporthalle, das ist ein Spitzenwert, den selbst die Hälfte der DEL-Teams nicht erreicht. Doch auch diese tollen Fans könnten angesichts der Heimschwäche (Platz sechs in der Statistik, zuletzt nur ein Sieg aus sechs Begegnungen am Ratsweg) irgendwann ihre Unzufriedenheit kundtun.

  Ausblick: Gibt es Grund zur Panik? Nein. In der Tabelle liegen die Löwen trotz des Tiefs immer noch auf Platz drei. Aber eine Kurskorrektur muss her. Es ist Zeit genug, den Schalter wieder umzustellen. Bis zum Rundenende sind es noch 18 Spiele, das erste davon heute um 19.30 Uhr daheim gegen den ESV Kaufbeuren, den die Löwen im bisherigen Saisonverlauf bereits zweimal besiegen konnten.

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