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SV Darmstadt 98: In der Liga angekommen

Von Doppeltorschütze Marcel Heller beschert Aufsteiger Darmstadt 98 zum Auftakt einen Punkt. Der frühere Eintracht-Profi feiert beim 2:2 gegen Hannover ein starkes Erstliga-Comeback.
Glänzte mit einem Doppelpack: Marcel Heller. Foto: Roland Holschneider (dpa) Glänzte mit einem Doppelpack: Marcel Heller.
Darmstadt. 

Marcel Heller war nicht zu halten: Erst flitzte der 29 Jahre alte Angreifer des SV Darmstadt 98 seinen Gegnern davon. Dann, nachdem er am Ende des beeindruckenden Sololaufs den Ball in der 31. Minute der schließlich ausgeglichenen Begegnung mit Hannover 96 zum ersten Bundesliga-Treffer der Lilien nach 33 Jahren in den oberen Torwinkel gezirkelt hatte, ließ der pfeilschnelle Kicker sich auch von seinen Mitspielern nicht einfangen. Die Faust mit dem ausgestreckten Zeigefinger in die vom Jubel der Lilien-Fans erfüllte Luft über dem bebenden Böllenfalltor-Stadion gereckt, jagte der Schütze in Richtung Haupttribüne, wo Dirk Schuster ihn als Erster in die Arme schloss. Doch es war nicht das Kuscheln mit dem Trainer, für das der Wirbelwind weiter über den Platz gefegt war: „Ich bin zu meiner Freundin gelaufen, weil die sich immer ein bisschen ärgert, wenn ich sie nicht zuerst grüße“, erklärte er später in der Mixed Zone.

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Darmstadt ist wieder da. In einem stimmungsvollen und spektakulären Spiel holten die "Lilien" gegen Hannover den ersten Punkt. Die Bundesliga kann sich auf diesen Aufsteiger freuen. Marcel Heller (SV Darmstadt 98) setzt sich immer wieder durch und ist nicht zu stoppen.Torschütze Marcel Heller  (SV98) setzt zum Torschuss an (SV98).Die Fans sind begeistert, die Lilien auf Bundesligafahrt.

Der frühere Fußball-Profi der Frankfurter Eintracht sollte an diesen Nachmittag, an dem sich der Aufsteiger aus Südhessen mit einem 2:2 (1:0) gegen Hannover den ersten Punkt in der Bundesliga sicherte, noch ein weiteres Mal Gelegenheit haben, für gute Stimmung im eigenen Haushalt zu sorgen. Denn dem nur 1,76 Meter großen Tageshelden gelang mit einem erneuten Alleingang (54.) sogar ein Doppelpack in einem Spiel, das seinem Team gleich zu Beginn der neuen Zeitrechnung, die die Fans vor dem Anpfiff mit einer riesigen Stoffuhr auf der Gegentribüne symbolisiert hatten, einen Sieg hätte bescheren können. Schließlich trafen Heller und Dominik Stroh-Engel noch zweimal das Aluminium.

Aber auch die Mannschaft von Michael Frontzeck hatte neben dem Treffer des kurz zuvor eingewechselten Charlison Benschop zum ersten Ausgleich (48.) und dem unglücklichen Eigentor von Lilien-Kapitän Aytac Sulu (62.) zum Endstand weitere Chancen: Etwa beim von Mevlüt Erdinç viel zu lax geschossenen Foulelfmeter, den 98-Keeper Christian Mathenia locker abwehrte, oder dem senkrechten Abpraller des Kopfballs Kenan Karamans von der Latte, bei dem das erstmals eingesetzte Hawk Eye schnell bewies, dass das Spielgerät vor der Linie aufschlug.

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Insgesamt zeigten sich Lilien-Trainer Schuster und die Spieler des Prognosen nach ersten Abstiegskandidaten jedoch einig darüber, dass „wir leistungsmäßig in der Liga angekommen sind“, wie es der 47 Jahre alte Coach formulierte. „Man hat gesehen, dass wir mit so einer Mannschaft, die schon jahrelang in der ersten Liga spielt, auf Augenhöhe mithalten können“, betonte Stroh-Engel. Und Gästetrainer Frontzeck erkannte, dass es auch für andere Mannschaften in Darmstadt „nicht einfach wird“.

Für das Team mit dem kleinsten Etat der Liga bleibt es trotzdem ganz schwer. „Wir sind in jedem Spiel Underdog und müssen versuchen, immer alles in die Waagschale zu werfen, was uns auszeichnet: Kampf, Leidenschaft und Wille“, bemerkte Heller. Er selbst symbolisierte diese Einstellung, die die Darmstädter bei ihrem Durchmarsch von der dritten in die erste Liga so stark gemacht hatte, diesmal am besten – schon als er in der ersten Halbzeit Edgar Prib hinterher stürmte, der aufs Lilien-Tor zulief, und die Situation allein klärte. „Das war für mich die Szene des Spieltags“, resümierte Schuster.

„Ich versuche einfach nur die Schnelligkeit, die mir in die Wiege gelegt wurde, einzusetzen“, wehrte Heller das Lob ab. Und Teamkollege Marco Sailer betonte: „Wir haben viele kleine Waffen wie ihn.“ Doch der Rauschebart musste auch zugeben: „Der Verein besteht nicht nur aus Marcel Heller. Aber heute ganz bestimmt.“

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