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FSV Frankfurt: Kaltschnäuziger Kaltstart

Von Dem FSV Frankfurt gelang mit dem 4:0 bei der TuS Koblenz ein wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Südwest. Von Entwarnung kann angesichts der harten Abstiegsregelung in dieser Spielklasse aber keine Rede sein.
Traf zwei Mal für den FSV Frankfurt: Vito Plut. Foto: Thomas Jäger (imago sportfotodienst) Traf zwei Mal für den FSV Frankfurt: Vito Plut.
Koblenz. 

Der Mann am Grill hatte nicht viel zu tun. Selbst kurz vor dem Anpfiff herrschte rund um das Koblenzer Stadion Oberwerth, das schon lange in die Jahre gekommen ist, eine trostlose Atmosphäre. Noch nicht einmal 1000 Zuschauer, darunter knapp 200 aus Frankfurt, waren gekommen, um sich an diesem nasskalten Samstagnachmittag das Abstiegsduell der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen der gastgebenden Turn- und Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt nicht entgehen zu lassen.

Eine Begegnung der Abgehängten, die ihre besten Zeiten schon länger hinter sich haben und nun in der Viertklassigkeit verzweifelt um das sportliche und finanzielle Überleben kämpfen. Die Koblenzer, die vier Jahre lang in der Zweiten Liga spielten (2006 – 2010), ehe der Niedergang begann, ebenso wie der FSV Frankfurt, der 2016 nach acht Jahren aus dem Bundesliga-Unterhaus abstieg und innerhalb von nur zwölf Monaten finanziell ruiniert in der Regionalliga Südwest landete.

Während der sportliche Alltag der Koblenzer, die vor einer Woche schon eine bittere 0:3-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers einstecken mussten, immer deprimierender wird, wächst bei den Bornheimern die Hoffnung, noch das Klassenziel zu erreichen. „Das war ein gelungener Auftritt von uns, mit dem ich natürlich sehr zufrieden bin, auch wenn bei uns noch nicht alles gepasst hat. Aber wir haben hinten alles abgeräumt“, lobte Alexander Conrad, der Cheftrainer des FSV Frankfurt, seine Mannschaft, die bei ihrem am Ende ungefährdeten 4:0-Erfolg in Koblenz nach der langen Winterpause einen kaltschnäuzigen Kaltstart hinlegte.

Bei schwierigen äußeren Bedingungen – ein schwer zu bespielender Platz sowie ungemütliche Temperaturen – ließ die sichere Abwehr um die beiden Rückkehrer Nestor Djengoue und Alban Sabah in der Innenverteidigung nichts zu.

Harte Abstiegsregelung

Zudem nutzten die homogen agierenden Bornheimer ihre wenigen Torchancen äußerst effizient. Beim ersten Treffer zeigte Vito Plut keine Nerven, als er einen an ihm selbst verursachten Foulelfmeter sicher verwandelte (17. Minute). Das im Grunde genommen bereits entscheidende 2:0 resultierte dann aus einem Kunstschuss, als Robert Schick den Koblenzer Torhüter Dieter Paucken mit einem prächtigen Freistoß aus fast 35 Metern überwand. Die Treffer Nummer drei und vier waren dann blitzsauber herausgespielte Konter, die wiederum Plut (64.) und Leon Bell Bell (66.) fast schon wie aus dem Lehrbuch erfolgreich abschlossen.

Wie wichtig der Erfolg der Bornheimer in Koblenz war, dokumentiert ein Blick auf die Abstiegsregelung in der Regionalliga Südwest, die es in sich hat. Oder wie es Michael Görner, der Präsident des FSV Frankfurt, drastisch formulierte: „Die ist einfach brutal.“ Weil es nämlich vier Aufsteiger aus den Oberligen geben und die Spielklasse am Ende dieser Saison von derzeit 19 auf 18 Mannschaften reduziert wird, müssen fünf Clubs absteigen. Diese Zahl reduziert sich nur dann, wenn der Klassenprimus oder der Tabellenzweite sich in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga durchsetzen. Im günstigsten Fall müssen nur drei Mannschaften den Gang in die Fünftklassigkeit antreten. Keine Schützenhilfe im Abstiegskampf wird es zudem vom VfB Stuttgart geben. Die Verantwortlichen des Bundesligisten hatten überlegt, ihren Nachwuchs aus der Regionalliga Südwest abzumelden. Diese Pläne wurden nun von den Schwaben ad acta gelegt.

Koblenz feuert Sander

Der Arbeitstag von Petrik Sander endete dann so unerfreulich wie er begonnen hatte. Wenige Stunden nach dem Abpfiff war für den 57 Jahren alten Fußball-Lehrer das Kapitel Koblenz dann beendet. Die Verantwortlichen der TuS feuerten Sander und ersetzten ihn durch Interimstrainer Anel Dzaka, der zuletzt die B-Junioren der Koblenzer trainierte.

Zuvor hatte Sander, der als Bundesligatrainer in Cottbus auch schon bessere Zeiten erlebt hat, kein gutes Haar an der Koblenzer Mannschaft gelassen. „Das war ein kollektives Versagen, ich brauche keine Spieler, die sich verpissen“, schimpfte Sander, während sein Kollege Alexander Conrad sichtlich zufrieden in den Mannschaftsbus stieg, der kurz danach das Stadiongelände verließ – wo der Grill vor der Haupttribüne schon längst geschlossen war.

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