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Eintracht Frankfurt: Zwischen Tradition und Moderne: Wie sich die SGE für die Zukunft aufstellt

Die Eintracht arbeitet auf verschiedenen Wegen an der Zukunft. Der Umgang mit dem DFB-Pokal ist dafür beispielhaft.
Volksnah: Präsident Peter Fischer mit dem DFB-Pokal. Foto: Jan Huebner/Ulrich (imago sportfotodienst) Volksnah: Präsident Peter Fischer mit dem DFB-Pokal.
Frankfurt. 

Das Goldstück durfte natürlich nicht fehlen. Als die Frankfurter Eintracht in der vergangenen Woche in einer ganz speziellen Modenschau mit Musikprogramm das Geheimnis ums Heimtrikot für die neue Saison enthüllte, stand auf der Bühne des Gibson-Clubs irgendwann auch Peter Fischer, der Präsident, der als Pokal-Präsentierer so etwas wie die Rolle seines Lebens gefunden hat. Seit die Adlerträger so sensationell den DFB-Pokal gewonnen haben, ist die Trophäe bei jedem Termin im Gepäck. Und jeder darf mal anfassen – ob Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Fest der hessischen Landesvertretung in Berlin oder die Fans, im Gibson, im Herzen Frankfurts.

Bilderstrecke Eintracht: Die brutalsten Verletzungs-Schicksale
In der langen Geschichte der Fußballer aus der Mainmetropole schlug das Verletzungspech häufig gnadenlos zu. In unserer Fotostrecke listen wir einige Spieler-Schicksale auf. In der Saison 2015/16 gab es einen Schreckmoment beim Training der Eintracht. Johannes Flum zog sich einen Kniescheibenbruch zu und fiel die komplette Saison aus.Im September 2014 zog sich der damalige Stammtorhüter Kevin Trapp einen Riss des Syndesmosebandes zu und fiel die komplette Hinrunde aus.Marc Stendera liegt verletzt am Boden und wird behandelt. Kurz zuvor erlitt er im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Nürnberg einen Kreuzbandriss. Es war bereits sein zweiter. Marc Stendera zog sich im Sommer 2013 zum ersten Mal einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und verpasste damals fast die gesamte Saison.

Die Verwandlung des nationalen Cups in einen Wanderpokal ist dabei beispielhaft für den Frankfurter Weg Richtung Zukunft – zwischen Tradition und Moderne, Fans und Firmenkunden, regionaler Verwurzelung und globaler Ausrichtung. Während die Sportliche Leitung an der neuen Mannschaft bastelt, die am Montag wieder die Arbeit aufnimmt, herrschte in den anderen Abteilungen auch in der Sommerpause Hochbetrieb. Es gilt, den Schwung zu nutzen, den der Coup gegen die großen Bayern gegeben hat. „Wir hätten unseren Weg auch ohne den Pokalsieg fortgesetzt, aber so sind die Voraussetzungen natürlich noch besser“, erklärte Marketingvorstand Axel Hellmann.

Bilderstrecke Eingebaute Torgarantie: Die Superstürmer der Eintracht
Die Frankfurter Eintracht hatte in ihrer langen Geschichte nur selten richtige Brecher in der Spitze. Grund für uns, die effektivsten und treffsichersten Frankfurter Torgaranten aller Zeiten aufzulisten. In unserer Fotosrecke zeigen wir die Superstürmer der Hessen. Alle Fotos: ImagoJürgen Grabowski: Seine Bilanz ist bemerkenswert: In 441 Spielen erzielte der Dribblekünstler satte 109 Tore für die Eintracht - und wurde damit zur Legende. Bis heute gilt Grabowski als einer der besten Fußballer, die jemals für die Eintracht aktiv waren. Wurde mit der SGE 1974 und 1975 DFB-Pokalsieger und zählte 1980 zur Elf, die den Uefa-Pokal gewann. Auch in der Nationalelf sorgte der 1944 geborene Offensiv-Allrounder für Furore. Unter Trainer Helmut Schön avancierte er bei der WM 1970 zum « besten Einwechselspieler der Welt». 1974 feierte er den größten Erfolg seiner Karriere: Den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land.Anthony Yeboah: Mit Hölzenbein der beste Stürmer, der jemals für die Eintracht aktiv war. Spielte von 1990 bis 1995 für die Adler und schoss in 123 Spielen 68 Tore für die Fußballer aus der Mainmetropole. Wurde 1993 und 1994 Torschützenkönig der Bundesliga. Seine Zeit in Frankfurt ging unrühmlich zu Ende. Nach einem Trainingsstreit kam es zum Zerwürfnis mit dem damaligen Eintracht-Coach Jupp Heynckes. Anfang 1995 wechselte er in die Premier League und spielte sehr erfolgreich für den englischen Verein Leeds United und später für den Hamburger SV.

Tatsächlich war diese Eintracht schon vor dem ersten Titel seit 30 Jahren eine andere als unter Heribert Bruchhagen. Unter dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden gesundete der gerne einst arg chaotische Club finanziell und wurde auch wieder gesellschaftsfähig. Seit seinem Abschied vor zwei Jahren aber haben Hellmann und Co., nicht zuletzt Bruchhagens Nachfolger Fredi Bobic als Sportvorstand, den Verein noch einmal auf andere Beine gestellt. Mit neuem Betreuerstab und einer Scouting-Abteilung, zu der laut „Sportbild“ jetzt auch der frühere Hannover-96-Manager Ricard Moar als Spanien-Experte gehört. Mit einer zeitgemäßen Marketing-Maschine, welche die sogenannten Sozialen Netzwerke im Internet intensiv bespielt wie kaum ein anderer Bundesligist und die Eintracht auch sonst zu inszenieren vermag – wie bei der Trikotvorstellung, die es so auch noch nicht gab.

Bilderstrecke Eintracht: Die 15 größten Transfer-Flops
Die Frankfurter Eintracht und ihre Neuzugänge - in der Vergangenheit war das nicht immer eine Erfolgsgeschichte. In unserer Fotostrecke listen wir die größten Flops seit 1999 auf.Srdjan Lakic: Wechselte in der Winterpause 2012/13 nach Frankfurt und schaffte gleich in seinem ersten Spiel einen Doppelpack für die Frankfurter Eintracht. Danach lief bei dem Stürmer nichts mehr zusammen. Insgesamt traf Lakic im Trikot der Eintracht in 22 Spielen viermal. Anfang 2014 ging der Kroate zum 1. FC Kaiserslautern. Der Stürmer hat seine Karriere mittlerweile beendet.Halil Altintop: Kam als Nachfolger von Ioannis Amanatidis in die Mainmetropole. Die Bilanz fällt dürftig aus: In 49 Spielen erzielte der Offensivspieler gerade einmal drei magere Tore. Heute spielt er für den 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga.

30 Millionen Euro will der Club obendrein in den digitalen Ausbau der Arena stecken, wenn diese ab 2020 von der Stadt auf 61 000 Plätze erweitert wird, um Servicequalität und Umsatz zu steigern. Vieles andere ist schon im Fluss, sportliche Kooperationen gerne auch in Verbindung mit Sponsoren-Deals. In den USA, wo man nun eine Fußball-Akademie in Michigan mitaufbaut und wo Hauptsponsor Indeed sitzt, über China und Japan, Abu Dhabi oder Russland, wo ähnliche Projekte umgesetzt oder zumindest Kontakte dafür geknüpft werden, oft unter Beteiligung der von Clublegende Charly Körbel geleiteten Fußballschule. „Wir müssen moderne Wege gehen, um unsere Tradition zu bewahren“, sagte Aufsichtsrats-Vizechef Philipp Holzer unlängst zum Modell Michigan, was aber auch ganz allgemein gilt.

„Die Eintracht zeichnet aus, dass wir es schaffen, eine Klammer zu bilden von den Fans in der Kurve zu den Spitzen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie verkörpert ein Bild der Stadt und der Region, darauf bin ich stolz“, umriss Hellmann das am Ende des wundersamen Pokalwochenendes. In Berlin und auch daheim in Frankfurt wurde dabei deutlich, wie die Eintracht von ihrer wechselvollen Geschichte ebenso wie von der Hingabe ihrer Anhänger lebt. Und wie sie das inzwischen für ihren Markenkern zu nutzen versteht.

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Die Eintracht-Spieler präsentieren sich derzeit in Bestform bei der WM in Russland. Vor allem drei Spieler überzeugen, gehören zu den Leistungsträgern ihrer Mannschaften.

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„Die Leidenschaft der Fans ist unglaublich“ schwärmte Indeed-Marketing-Chef Paul D’Arcy bei seinem Berlin-Besuch, und bei der nächtlichen Party unweit des Brandenburger Tors sollen sich Deutsche-Bank-Bosse mit Eintracht-Ultras in den Armen gelegen haben. Die Gefühlslage rund um die Eintracht könnte besser kaum sein, und über kurz oder lang soll sich das auch geschäftlich auszahlen. Nicht zuletzt dank Pokalsieg und Europacup wird sich der Gesamtumsatz über 150 Millionen Euro bewegen, der Personaletat über 50 Millionen, und für den Bummel über den Transfermarkt sollen mindestens 25 Millionen zur Verfügung stehen – das sind die entscheidenden Zahlen, darum geht es schließlich bei allen Offensiven abseits des Rasens: Dass dort eine möglichst starke Mannschaft steht.

Ante Rebic: Kam mit Beginn der zweiten Halbzeit für Gacinovic und sorgte für etwas mehr Betrieb in der Schalker Hälfte. Aber nur ein gefährlicher Schuss eine Viertelstunde vor Schluss.
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Eine Woche vor dem Trainingsstart stehen 32 Spieler bei der Frankfurter Eintracht unter Vertrag. Sportvorstand Fredi Bobic, Manager Bruno Hübner und der neue Trainer Adi Hütter rechnen noch mit erheblichen Veränderungen im Aufgebot.

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Zumal ohne das fußballerisches Fortkommen auch alle anderen Vorstöße ins Leere führen. Wie weit man indes kommen kann mit gelungenen Kombinationen zwischen Fußball- und Finanzwelt, zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft, auch dafür könnte der DFB-Pokal beispielhaft stehen. So oder so: „Der Pokal gehört den Menschen“, hat Erfolgstrainer Niko Kovac zum Abschied gesagt. Auch eine solche Volksnähe zeichnet diese Eintracht aus, und allein deshalb kann man das gute Stück gar nicht oft genug herzeigen.

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