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Eintracht Frankfurt: Trainer Hütter fordert eine Reaktion seiner Mannschaft im DFB-Pokal

Viel von der Vorfreude auf die neue Saison ist der Sorge um die Eintracht gewichen. Trainer Hütter will „neue Euphorie entwickeln“. Ein Sieg in Ulm wäre da heute hilfreich.
Nicht wieder aus der Rolle fallen: Trainer Adi Hütter (links) sieht Besserungsbedarf, der im Supercup obendrein mit einem Schlag gegen Bayern-Stürmer Robert Lewandowski unangenehm auffiel. Foto: Sebastian Gollnow (dpa) Nicht wieder aus der Rolle fallen: Trainer Adi Hütter (links) sieht Besserungsbedarf, der im Supercup obendrein mit einem Schlag gegen Bayern-Stürmer Robert Lewandowski unangenehm auffiel.
Frankfurt. 

Adi Hütter ist eifrig darum bemüht, etwaige Störfeuer möglichst schnell auszutreten, dabei hat die Saison noch gar nicht richtig begonnen. Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht hat da zuletzt schon eine Menge zu tun gehabt, auch jetzt, da am heutigen Samstag (15.30 Uhr) die Partie in der ersten DFB-Pokalhauptrunde gegen den Viertligisten SSV Ulm ansteht, muss er löschen. Dabei, und das hat er sehr klar deutlich gemacht, empfindet er sich keinesfalls „als Feuerwehrmann“. Aber in Zeiten wie diesen spürt der Mann schon, dass die Stimmung rund um Eintracht Frankfurt nach der 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern am vergangenen Sonntag ziemlich in den Keller gerutscht ist.

Die Niederlage, vor allem auch, wie sie zustande gekommen war, hat doch allenthalben für enorme Ernüchterung gesorgt. Von der Vorfreude auf die Saison, die den Club nach dem Berliner Triumph den Sommer über begleitet hat, ist nicht mehr viel zu spüren, sie ist der Sorge gewichen. Also sagt Hütter, es sei nun seine Aufgabe, „mit meiner Art neue Euphorie zu entwickeln“. Er wolle es schaffen, dass „wir Freude haben“. Dazu wäre ein Weiterkommen des Pokalsiegers im Pokal heute schon ganz nützlich.

Und doch ist es ein undankbares Spiel. Gewinnt Eintracht Frankfurt, ist das der Normalzustand, der Titelverteidiger hat sich gegen den unterklassigen Außenseiter durchgesetzt, viele Lorbeeren gibt es da nicht zu gewinnen. Scheiden die Hessen aber aus, dürfte die Aufregung groß sein. Das letzte Mal, dass Eintracht Frankfurt in der ersten Runde patzte, datiert aus dem Jahr 2012, beim 0:3 gegen Erzgebirge Aue und dem Platzverweis von Torwart Kevin Trapp. „Jedes Spiel, das man nicht ernst nimmt, ist gefährlich“, sagt Hütter. Entsprechend will er von seinem Team vor allem sehen: Viel Ballbesitz, gute Ballstafetten, eine andere Körpersprache als im Spiel gegen die Bayern, Mentalität. Er wolle nicht wieder das Gefühl haben, „dass wir aufgeben“. Grundsätzlich fordert er Team „eine Reaktion“, die Mannschaft werde sich von „einer anderen Seite“ präsentieren. „Ich erwarte, dass mein Team seine Klasse ausspielt.“

Der Österreicher, seit sechs Wochen im Amt, ist um seine Aufgabe im Augenblick nicht gerade zu beneiden. Er selbst räumt ein, dass es derzeit „noch nicht so funktioniert“, selbst wenn „die Abstimmung von Tag zu Tag besser“ würde. Das Problem ist nur: Er hat zurzeit eine Mannschaft beisammen, die qualitativ deutlich schwächer ist als allgemein erwartet war. Heute fehlen Hütter sechs absolute Leistungsträger aus der vergangenen Saison, nämlich die Abgänge Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky, Marius Wolf und Omar Mascarell. Dazu steht Pokalheld und Vizeweltmeister Ante Rebic wegen Adduktorenproblemen nicht zur Verfügung. Fraglich ist auch, ob der Kroate schon zum Saisonstart beim SC Freiburg fit sein wird. Bisher hat der 24 Jahre alte Stürmer nach der WM und seinem Urlaub kaum drei Tage mit der Mannschaft trainiert. Seltsam mutet es von daher an, dass er im Supercup beim Stand von 0:4 eingewechselt wurde, offensichtlich körperlich nicht in Bestform.

Dazu ist Gelson Fernandes wegen der Roten Karte im Halbfinale gegen Schalke noch für dieses Spiel gesperrt. Schließlich wird Timothy Chandler, der gestern am Knie operiert worden ist, „eine längere Wettkampfpause“ einlegen müssen. Immerhin kann Hütter eine Verletzung am Kreuzband ausschließen. Wie lange der Rechtsverteidiger tatsächlich ausfallen wird, lässt sich noch nicht exakt voraussagen.

Und weil der einstmals so sehr aufgeblähte Kader inzwischen um sieben Profis verknappt wurde, um die Trainingsqualität insgesamt zu erhöhen, steht der Fußballlehrer Hütter jetzt vor der seltsamen Situation, für die Pokalpartie nur noch 18 Feldspieler (plus zwei Torhüter) zu haben, inklusive aller Neuverpflichtungen, von denen die meisten noch nicht den Nachweis erbracht haben, der Mannschaft weiterhelfen zu können. Im Supercup hatten es fünf der acht Neuen nicht in den Kader geschafft, weil sie noch nicht so weit seien und sich „an Tempo und Spielweise“ gewöhnen müssten. In Ulm dabei ist immerhin Nicolai Müller, der nach seiner Oberschenkelblessur langsam in die Spur zurückfindet, ein Einsatz von Anfang an ist aber eher unwahrscheinlich. Im Tor wird Supercup-Unglücksrabe Frederik Rönnow stehen. Der Däne müsse „in Frankfurt ankommen“, sagt Hütter, dazu benötige er Spielpraxis.

Adi Hütter weiß natürlich nur zu genau, dass sein Team noch lange nicht steht. Er sei aber guter Hoffnung, „noch den einen oder anderen Spieler“ bis zum Bundesligastart dazu zu bekommen. Bis dahin muss er den Mangel verwalten, muss das Beste aus der Situation machen und „um Geduld“ bitten. Er sei ein Trainer, „der etwas entwickeln“ wolle, der „vorneweg geht“ und dessen Aufgabe es ist, „positiv zu sein“. Auch wenn es momentan schwerfällt. Dennoch habe er „keine Angst, Respekt ja, aber keine Angst“. Und Trainer stünden eh ständig unter Druck. An der Aufgabenstellung aber ändert das nicht: In Ulm muss gewonnen werden. Und das will die Eintracht in den 90 Minuten schaffen. „Elfmeterschießen“, sagt Hütter, „haben wir nicht geübt“.

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