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Eintracht Frankfurt: Suche nach der Ideallösung: Wo kann Boateng dem Team am besten helfen?

Von Mittelfeld oder Sturm? Vollstrecker oder Vorbereiter? Gegen Wolfsburg war Boateng von allem ein bisschen. Halbherzige Lösungen aber helfen nicht weiter.
Mehr Frust als Lust: Kevin-Prince Boateng. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Mehr Frust als Lust: Kevin-Prince Boateng.
Frankfurt. 

Irgendwann wurde es Niko Kovac zu viel. „Ich würde bitten, dass wir nicht immer nur über den Prince sprechen. Wir haben noch zehn andere Spieler auf dem Platz“, betonte der Trainer der Frankfurter Eintracht also am Samstag nach der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. Schon nach der ersten Trainingswoche und dem ersten Spiel über 90 Minuten geht es Coach Kovac gegen den Strich, dass der prominenteste Neuzugang Kevin-Prince Boateng im Mittelpunkt aller Berichterstattung und vieler Kritiken steht.

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Das ist überraschend. Denn der Trainer war jahrelang selbst Profi und hätte sich denken können, dass sich vieles um Boateng drehen wird, dass sich die Öffentlichkeit auf den „Prinzen“ konzentriert. Auf dem Platz und vor allem abseits des Platzes. Bei der Vorstellung des 30 Jahre alten Angreifers vor nun knapp zwei Wochen, hatten die Frankfurter sogar selbst genau auf diese Präsenz abgehoben. „Kevin ist ein Typ, wie wir ihn gut gebrauchen können“, hatte Sportvorstand Fredi Bobic gesagt. Der „Typ“ Boateng ist eine schillernde Persönlichkeit mit all seinen Facetten, sportlich wie privat. Die Eintracht hat gewusst, wen sie da geholt hat, jetzt muss sie damit leben.

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Viel wichtiger als die mediale Präsenz des Spielers, der damit gut umgehen kann und es auch als Teil seines Auftrags empfindet, sind die Fragen nach der rein sportlichen Prinzenrolle. Die müssen im Sinne der Mannschaft schnell beantworten werden. Und da geht es nicht in erster Linie um die womöglich noch eingeschränkte Fitness. Die kann im Training erarbeitet werden, dazu hat die Eintracht nun fast zwei Wochen Zeit. Es ist ja auch nicht so, dass Boateng aus dem Urlaub gekommen wäre. Womöglich war nur die Vorbereitung auf Las Palmas eine andere als in Frankfurt und zudem hatte er ja durch den Blitz-Wechsel auch Stress auf anderen Ebenen zu verkraften.

Den richtigen Platz finden

10,2 Kilometer ist Boateng am Samstag gegen Wolfsburg gelaufen – kein guter, aber auch kein so schlechter Wert. Gespurtet ist er nicht viel, gerade zwölf Mal (zum Vergleich: Chandler kam auf 32 Sprints) und 45 intensive Läufe hat er hinter sich gebracht (bei Gacinovic waren es 81). Das sind nicht wirklich überraschende Werte und auch nicht jene, an denen Boateng gemessen werden sollte. Die Eintracht hat ihn für andere Dinge geholt. Er ist ein Mann, der Tore schießen und Tore vorbereiten kann. In der Primera Division hat er voriges Jahr zehn Mal getroffen. Er kann es also, keine Frage.

Es wird nun darauf ankommen, den richtigen Platz für Boateng im Team zu finden. Bei seiner Klasse dürfte das eigentlich nicht so schwer sein. Kovac muss sich entscheiden. Ist er Stürmer? Ist er offensiver Mittelfeldspieler? Vollstrecker oder doch eher Vorbereiter? Braucht ihn die Mannschaft in der Zentrale, in der ja mit Marco Fabián der kreativste Spieler ausgefallen ist? Oder ganz vorne?

Von allem ein bisschen

Im ersten Spiel sollte Boateng von allem ein bisschen machen, stürmen neben Sebastien Haller, später organisieren an der Seite von Makoto Hasebe. Halbherzige Lösungen aber helfen nicht weiter.

Früh stellt sich die Frage, ob Boateng und Haller ganz vorne wirklich zusammenpassen. Zwei kräftige Stoßstürmer in dieser Art gibt es in der Bundesliga in keiner anderen Mannschaft. Die wuchtigen Spitzen verleiten die anderen zu langen, hohen Bällen nach vorne. Haller und Boateng sollen sie festmachen und verteilen. Das kann ein Plan sein. Aber ob es fußballerisch eine Lösung ist, bleibt fraglich. Zumindest nicht im eigenen Stadion, wenn die Räume eng sind.

Das Spiel gegen Wolfsburg hat gezeigt, dass es im Mittelfeld an Kreativität mangelt, übrigens auch an Torgefahr. Dafür sollte mit Jonathan de Guzman ein weiterer Neuer verantwortlich zeichnen. Das hat noch nicht geklappt. Boateng wiederum wurde für den verletzten Fabián geholt, vielleicht sollte er auch eine ähnliche Rolle spielen wie der Mexikaner. Etwas zurückgezogen, hinter Haller, mit vielen Freiheiten. Was den Vorteil hätte, dass er nicht wie in der Spitze permanent mit dem Rücken zum Tor in Zweikämpfe mit dem gegnerischen Innenverteidiger verwickelt würde. Kovac wird nach der richtigen Lösung suchen. So gesehen kommt die Länderspielpause für die Eintracht gerade recht.

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