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Eintracht Frankfurt: Lukas Hradecky: "In meinem Kopf war klar, dass ich bleibe"

Die Diskussionen über die Zukunft von Lukas Hradecky haben über Monate für Aufregung rund um die Eintracht gesorgt: Verlängert der finnische Torwart seinen bis 2018 auslaufenden Vertrag oder geht er gleich? Verlängert hat er bis heute nicht, für Hradecky war aber schon im Trainingslager in den USA klar: Ich bleibe zumindest noch ein Jahr. Über dieses Thema und viele andere spricht er im Interview mit unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt.
Er lässt keinen Ball so einfach ins Netz gehen – schon gar keinen Medizinball im Training: Lukas Hradecky hütet das Frankfurter Tor. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Er lässt keinen Ball so einfach ins Netz gehen – schon gar keinen Medizinball im Training: Lukas Hradecky hütet das Frankfurter Tor.

Sie haben in der Bundesliga erst ein Gegentor in drei Spielen hinnehmen müssen. Die ganz großen Paraden waren aber gar nicht dabei. Funktioniert die Abwehrarbeit also schon so gut bei der neuen Eintracht?

LUKAS HRADECKY: „Wir machen wieder das, was uns stark gemacht hat. Ich glaube, wir sind die Mannschaft, die bis jetzt die wenigsten Chancen zugelassen hat. Das spricht für uns. Und solange ich nicht viel halten muss, bin ich zufrieden. Als ich jünger war, war das noch anders, da war ich noch froh, wenn viel aufs Tor gekommen ist.“

Sie haben auch zwei Länderspiele mit Finnland zu Null gewonnen. Sind das besonders erfolgreiche Wochen für Sie?

HRADECKY: „Gegen Kosovo habe ich nur einen Schuss aufs Tor gekriegt und gegen Island waren es nur Flanken. Die haben richtig harmlos gespielt. Beide Spiele waren nicht auf hohem fußballerischen Niveau. Manchmal gibt es halt drei Partien ohne Gegentor, dann wieder drei Spiele mit Gegentreffern. Ich nehme das ganz entspannt, gute wie schlechte Spiele.“

Aber mit Finnland zweimal zu Null?

HRADECKY: „Da müssen die zu Hause in die Geschichtsbücher gucken. Ich weiß nicht, ob es das schon einmal gegeben hat.“

Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Verhandlungen und die öffentlichen Diskussionen über diese Verhandlungen vor und über die Sommerpause hinweg, Sie in ihren Leistungen überhaupt nicht beeinflusst haben. Können Sie das tatsächlich komplett ausblenden?

HRADECKY: „In der Rückrunde hat es mich sehr beschäftigt. Da hat wirklich viel in den Zeitungen gestanden. Seit ich wieder hier bin, bin ich ganz ruhig. Auch nachdem, was der Verein nach außen gegeben hat. Das war alles gut. Für mich habe ich entschieden, dass ich bedingungslos alles gebe, egal was hinter den Kulissen passiert.“

Können Sie im Privatleben komplett abschalten? Wie lange brauchen Sie, um Spiele zu verarbeiten, um Fehler abzuhaken? Haben Sie um Urlaub noch lange über den Elfmeter im Pokalfinale nachgedacht?

HRADECKY: „Den Elfmeter habe ich schnell vergessen, da habe ich nichts bereut. Das passiert im Fußball. Viele Spieler haben gesagt, mach dir keinen Stress, ohne dich wären wir gar nicht in Berlin gewesen. Wenn man so etwas von den Kollegen hört, freut man sich. Das hat mir geholfen.“

Ab wann war für Sie klar, dass Sie auch in dieser Saison für die Eintracht spielen werden?

HRADECKY: „Irgendwie war ich die ganze Zeit sicher, dass ich hier bleibe, ob ich verlängere oder nicht. Natürlich haben wir überlegt, was am besten ist. Aber nach einem Gespräch mit dem Trainer in Amerika war ich schon ganz sicher, dass ich bleiben werde. Auch wenn im Fußball natürlich immer alles passieren kann und ich gelernt habe, nie etwas zu versprechen. Aber in meinem Kopf war klar, dass ich bleibe.“

Hatten Sie Angst vor Pfiffen beim ersten Heimspiel?

HRADECKY: „Daran habe ich überhaupt nicht gedacht, bis ich am Spieltag im Mannschaftshotel einen großen Artikel in der Zeitung gelesen habe. Aber gehört habe ich keine Pfiffe. Ich muss unsere Fans loben, sie unterstützen uns bedingungslos und sind immer da für uns, egal welche Vertragssituation oder Lebenssituation die Spieler haben. Deshalb kann ich den Fans versprechen, dass ich auch zu 100 Prozent da bin für die Eintracht, solange ich Vertrag habe.“

Wie schwierig ist es für einen Torwart, sich auf die vielen neuen Spieler in der Abwehr einzustellen?

HRADECKY: „Von hinten kann ich gar nicht so viel organisieren. Die hören mich ja gar nicht. Für mich ist es wichtig, dass David Abraham da ist. Er kann den Kollegen weiterhelfen. Aber natürlich gibt es Unterschiede in den Spielertypen. Dem einen kann man den Ball auch unter Druck zuspielen, dem anderen vielleicht noch nicht. Solche Gedanken mache ich mir und schaue es mir im Training genau an. Ich lerne jeden Tag dazu. “

Wenn so viele kommen und so viele gehen, verliert man da auch Freunde und findet neue Freunde? Oder haben sie einen ganz anderen Freundeskreis abseits des Fußballs?

HRADECKY: „Ich schreibe regelmäßig mit Heinz Lindner. Wir haben zwei Jahre ganz eng zusammengearbeitet und sind Freunde geworden. Mein Freundeskreis in Frankfurt ist aber unabhängig von der Eintracht. Hier gibt es viele Finnen, Eishockeyspieler zum Beispiel. Aber auch da sind leider einige gegangen. Aber ein paar von uns gibt es immer.“

In der Schlussphase der letzten Saison gab es in den Medien die eine oder andere Kritik an Ihrem Spiel mit dem Fuß. In den ersten Wochen dieser Saison war das kein Thema mehr. Haben Sie daran besonders gearbeitet oder ist das ausschließlich eine Frage des Selbstvertrauens?

HRADECKY: „Das stimmt, da gab es wirklich Probleme. Vielleicht war mein Kopf doch nicht hundertprozentig bei der Sache. Nach dem sicheren Klassenerhalt gab es vielleicht auch Nachlässigkeiten, und ich habe mich nicht komplett auf jeden einzelnen Ball konzentriert. Nach dem Urlaub ist der Kopf jetzt wieder frisch. Es war und ist eine Konzentrationsfrage.“

Mit Sebastien Haller und Kevin-Prince Boateng stehen nun vorne zwei Stürmer, die auch hohe und weite Bälle festmachen können. Verändert das auch ihr Spiel? Sollen sie jetzt wieder mehr abschlagen?

HRADECKY: „Der Trainer will schon, dass wir von hinten heraus aufbauen. Aber wenn wir unter Druck sind, dann ist es gut, dass zwei Große vorne sind. Da kann ich den Ball schon mal nach vorne hauen. Ich verstehe es generell nicht, dass in der Bundesliga so viele versuchen, von hinten heraus zu spielen. Das kostet mehr als es bringt. Das ist meine persönliche Meinung“.

Aber das entscheidet der Trainer?

HRADECKY: „Grundsätzlich ja, aber wenn ich den Ball habe, muss ich es entscheiden.“

Dann schreit er vielleicht draußen?

HRADECKY: „Er schreit sogar ganz bestimmt, er will ja helfen. Aber unser Abstand ist groß genug, so dass ich ihn oft nicht hören kann.“

Hat sich die Hierarchie mit den vielen neuen Spielern sehr verändert?

HRADECKY: „Wir haben den neuen Mannschaftsrat noch nicht gewählt, weil so spät Spieler dazugekommen sind. Das kommt bestimmt jetzt. Russ, Meier, Abraham, die älteren haben was zu sagen. Auch Prince (Kevin-Prince Boateng, Anm. d. Red.) ist ein meinungsstarker Typ. Und wenn ich was zu sagen habe, bin ich auch dabei.“

Geht die Eintracht gegen Augsburg als Favorit ins Spiel?

HRADECKY: „Der erste Sieg war wichtig. Jetzt haben wir den Gorilla vom Rücken geworfen, wie wir Finnen sagen. Die Augsburger waren stark gegen Köln, sie flanken am meisten in der Bundesliga. Darauf müssen wir achten. Aber meine Verteidigung hat in Gladbach ja schon alles weggeköpft. Da mache ich mir keine Sorgen. Wenn wir das erste Tor machen, wird es auch einfacher. Aber klar, wir hatten auch gegen Augsburg schon Probleme.“

Sie bereiten sich also ganz detailliert auf den Gegner vor?

HRADECKY: „Ja sicher. Diese Saison haben wir ein neues Info-System. Darüber werden uns wichtige Informationen aufs Handy gespielt, über den Gegner, über Elfmeter, Freistöße und so weiter, damit beschäftige ich mich.“

Wie lautet Ihre Saisonprognose?

HRADECKY: „Ich bin jetzt im dritten Jahr hier, ich glaube, es ist der beste Kader, den wir seitdem haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir besser werden und eine Vorrunde spielen wie letztes Jahr. Und dann eine bessere Rückrunde. Aber Bundesliga ist Bundesliga.“

Lange Pause für Danny da Costa

Nach einem Tag Schonung war Torwart Lukas Hradecky am Mittwoch wieder beim Training und ließ sich im strömenden Regen die Bälle von Torwarttrainer Moppes Petz um die Ohren schießen.

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