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Eintracht Frankfurt: Kommentar: Dieser Komplettumbruch ist riskant

Von Kevin-Prince Boateng steht vor einem Wechsel nach Italien. Er wäre der nächste Leistungsträger, der die Eintracht verlässt. Die SGE steht vor einem Komplettumbruch, der gefährlich sein kann. Ein Kommentar von Sascha Mehr.
Foto: imago

Das kam wirklich überraschend: Kevin-Prince Boateng zieht es wohl zurück nach Italien, wo er bereits von 2010 bis 2013 und 2016 spielte. Damals lief er für den AC Mailand auf, mit dem er in der Saison 2011/12 die italienische Meisterschaft gewann und zum internationalen Star aufstieg. Jetzt soll es laut Medienberichten US Sassuolo werden, letztjähriger Elfter der Serie A. Der Hauptgrund für den Wechsel soll seine Familie sein. Boatengs Frau und der jüngere der beiden Söhne leben im nur 2,5 Autostunden von Sassuolo entfernten Mailand. Ein durchaus verständlicher Grund. So plausibel und menschlich die Gründe Boatengs auch sind, so bitter wäre der Abgang für die Eintracht, die einen extrem wichtigen Führungsspieler verlieren würde.

 

Bilderstrecke Eintracht: Die 15 größten Transfer-Flops
Die Frankfurter Eintracht und ihre Neuzugänge - in der Vergangenheit war das nicht immer eine Erfolgsgeschichte. In unserer Fotostrecke listen wir die größten Flops seit 1999 auf.Srdjan Lakic: Wechselte in der Winterpause 2012/13 nach Frankfurt und schaffte gleich in seinem ersten Spiel einen Doppelpack für die Frankfurter Eintracht. Danach lief bei dem Stürmer nichts mehr zusammen. Insgesamt traf Lakic im Trikot der Eintracht in 22 Spielen viermal. Anfang 2014 ging der Kroate zum 1. FC Kaiserslautern. Der Stürmer hat seine Karriere mittlerweile beendet.Halil Altintop: Kam als Nachfolger von Ioannis Amanatidis in die Mainmetropole. Die Bilanz fällt dürftig aus: In 49 Spielen erzielte der Offensivspieler gerade einmal drei magere Tore. Heute spielt er für den 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga.

Das wäre ja noch zu verschmerzen, wenn er der einzige Leistungsträger aus der Pokalsieger-Mannschaft der letzten Saison wäre, der geht. Das ist er aber leider bei weitem nicht. Keeper Hradecky hat es ablösefrei zu Bayer Leverkusen gezogen, Marius Wolf ist dank einer Ausstiegsklausel für lediglich fünf Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt, bei Omar Mascarell zog Real Madrid seine Rückkaufoption, um ihn direkt weiter an Schalke 04 zu verkaufen. Damit bricht der Eintracht eine komplette Achse weg und der Erfolgstrainer Niko Kovac ist ja bekanntlich auch nicht mehr in Frankfurt.

 

 

Die Eintracht hätte sicherlich alle diese Spieler gerne gehalten, musste aber schon  bei deren Verpflichtungen Eingeständnisse machen, die ihr nun zum Verhängnis werden. Omar Mascarell hätten sie aber ohne eine Rückkaufoption nicht von Real Madrid loseisen können und auch Marius Wolf hätte ohne eine Ausstiegsklausel keinen langfristigen Vertrag bei der Eintracht unterschrieben. Bei Hradecky scheiterte es am lieben Geld. Die SGE bot dem Finnen weniger als Leverkusen, wohin sich der Keeper dann verabschiedete. 

Bilderstrecke Eintracht: Die brutalsten Verletzungs-Schicksale
In der langen Geschichte der Fußballer aus der Mainmetropole schlug das Verletzungspech häufig gnadenlos zu. In unserer Fotostrecke listen wir einige Spieler-Schicksale auf. In der Saison 2015/16 gab es einen Schreckmoment beim Training der Eintracht. Johannes Flum zog sich einen Kniescheibenbruch zu und fiel die komplette Saison aus.Im September 2014 zog sich der damalige Stammtorhüter Kevin Trapp einen Riss des Syndesmosebandes zu und fiel die komplette Hinrunde aus.Marc Stendera liegt verletzt am Boden und wird behandelt. Kurz zuvor erlitt er im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Nürnberg einen Kreuzbandriss. Es war bereits sein zweiter. Marc Stendera zog sich im Sommer 2013 zum ersten Mal einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und verpasste damals fast die gesamte Saison.

Die Eintracht steht nun vor einem unerwarteten Komplettumbruch bis zum Start der Bundesligasaison Ende August - und dieser ist riskant. Was passieren kann, wenn ein absoluter Leader und Leistungsträger den Verein verlässt, konnte jeder in der vergangenen Spielzeit beim 1. FC Köln sehen. Anthony Modeste ging und der FC stieg ab. Parallelen zur Eintracht sind vorhanden, denn auch Köln qualifizierte sich nach einer überragenden Saison für die Europa League und kam mit der zusätzlichen Belastung nicht zurecht.

Ein weiteres Gerücht, dass sich in den letzten Tagen hartnäckig hält, ist ein möglicher Abgang von Ante Rebic. Der Kroate spielt eine starke WM und steht mit seiner Mannschaft im Viertelfinale. Rebic gehört zu den Leistungsträgern seines Landes, was auch europäischen Top-Clubs nicht verborgen geblieben ist. Das Gute ist, dass der Stürmer keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag besitzt. Wer ihn haben will, muss den Betrag mit der Eintracht verhandeln. Wie wichtig Rebic für die SGE ist, war im Pokalfinale deutlich zu sehen. Daher darf der Kroate auf gar keinen Fall verkauft werden, auch nicht für 30 oder 40 Millionen. Der Qualitätsverlust ist bereits jetzt enorm und würde bei einem Abgang von Rebic nochmal deutlich steigen.

Fredi Bobic, Bruno Hübner und Adi Hütter haben alle Hände voll zu tun, um den Kader zu verstärken und auf das Niveau von letzter Saison zu bringen. Ein Ante Rebic ist dabei ein ganz wichtiger Faktor, um den das neue Team gebaut werden sollte, damit sich die Eintracht nicht plötzlich im Abstiegskampf der Bundesliga wiederfindet.

Bilderstrecke Eingebaute Torgarantie: Die Superstürmer der Eintracht
Die Frankfurter Eintracht hatte in ihrer langen Geschichte nur selten richtige Brecher in der Spitze. Grund für uns, die effektivsten und treffsichersten Frankfurter Torgaranten aller Zeiten aufzulisten. In unserer Fotosrecke zeigen wir die Superstürmer der Hessen. Alle Fotos: ImagoJürgen Grabowski: Seine Bilanz ist bemerkenswert: In 441 Spielen erzielte der Dribblekünstler satte 109 Tore für die Eintracht - und wurde damit zur Legende. Bis heute gilt Grabowski als einer der besten Fußballer, die jemals für die Eintracht aktiv waren. Wurde mit der SGE 1974 und 1975 DFB-Pokalsieger und zählte 1980 zur Elf, die den Uefa-Pokal gewann. Auch in der Nationalelf sorgte der 1944 geborene Offensiv-Allrounder für Furore. Unter Trainer Helmut Schön avancierte er bei der WM 1970 zum « besten Einwechselspieler der Welt». 1974 feierte er den größten Erfolg seiner Karriere: Den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land.Anthony Yeboah: Mit Hölzenbein der beste Stürmer, der jemals für die Eintracht aktiv war. Spielte von 1990 bis 1995 für die Adler und schoss in 123 Spielen 68 Tore für die Fußballer aus der Mainmetropole. Wurde 1993 und 1994 Torschützenkönig der Bundesliga. Seine Zeit in Frankfurt ging unrühmlich zu Ende. Nach einem Trainingsstreit kam es zum Zerwürfnis mit dem damaligen Eintracht-Coach Jupp Heynckes. Anfang 1995 wechselte er in die Premier League und spielte sehr erfolgreich für den englischen Verein Leeds United und später für den Hamburger SV.
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