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Eintracht Frankfurt: Armin Vehs Wiedersehen mit vielen Freunden

Wenn er am Samstag als Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln in die Frankfurter Arena zum Spiel gegen die Eintracht zurückkehrt, sei dies „natürlich ein besonderes Spiel“.
Foto: Rolf Vennenbernd
Frankfurt. 

Armin Veh ist niemand, der um den heißen Brei herum redet. Wenn er am Samstag als Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln in die Frankfurter Arena zum Spiel gegen die Eintracht zurückkehrt, sei dies „natürlich ein besonderes Spiel“. Die Erinnerungen an seine gut dreieinhalb Jahre bei der Eintracht sind noch frisch, die persönlichen Kontakte eher noch enger geworden. „Ich habe viele Freunde in Frankfurt“, sagt er, „ich blicke gerne zurück und ich komme gerne zurück.“ Am Mittwoch hat er sich beim Pokalspiel schon mal ein Bild von der neuen Eintracht gemacht.

Mit Manager Bruno Hübner pflegt Veh nach wie vor engen Kontakt. Mit Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing ist er befreundet. „Frankfurt ist deshalb etwas Besonderes“, sagt der 57 Jahre alte ehemalige Trainer, der so viele Erfolge in seiner Laufbahn gefeiert hat. Der Höhepunkt war sicher die Deutsche Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart 2007. Aber auch bei der Eintracht blickt er auf eine Erfolgsstory zurück, auch wenn viele, vor allem in den gar nicht so sozialen Netzwerken dies längst vergessen haben. Auf dem Papier stehen der Aufstieg in die Bundesliga 2012, das Erreichen der Europa-League 2013, erfolgreiche internationale Spiele und der letzten Endes sichere Klassenerhalt 2014. Veh wurde gefeiert in der Fan-Kurve, sein Auftritt mit der Fahne nach dem Europa-League-Spiel in Bordeaux ist unvergessen.

Seinen Vertrag aber hat er 2014 nicht verlängert und ist gegangen. Begründung: „Mangelnde Perspektive“. Genau diese Formulierung haben sie ihm wie so manch anderen lockeren Spruch bis heute in den Fan-Foren nicht vergessen. Dass er dem gegnerischen Trainer „nicht mehr so oft zum Sieg gratulieren“ wollte, hatte er damals ebenfalls als Argument angeführt. Zu wenig Dynamik schien ihm bei der Eintracht, zu wenig Fantasie bei der Fortentwicklung des Clubs. Dass er ein paar Monate später noch einmal für kurze Zeit beim VfB Stuttgart angeheuert hatte, war auch nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss. Das weiß er. Und das räumt er im kleinen Kreis auch ein.

Über die Rückkehr im Amt und Würden zur Eintracht und das folgende sportliche Scheitern darf auch nicht der Mantel des Schweigens gelegt werden. Im Sommer 2015 hatten Manager Hübner und der damalige Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen ihn überredet, noch einmal den Trainerposten am Main anzunehmen. Thomas Schaaf hatte hingeworfen und als Übergangslösung schien Veh der Beste. Das hat sich im Laufe der Saison als Irrtum herausgestellt. Die Eintracht spielte in der zweiten Amtszeit des Augsburgers nicht mehr so wie in der ersten, die Vorbehalte gegen den Menschen Veh wurden von außen geschürt, die sportlichen Misserfolge vergifteten auch das Klima im Stadion. Die Entlassung im März 2016 war nur die logische Folge eines Niedergangs. Für Veh kam Niko Kovac, der Rest ist bekannt.

So ist die Ära Veh in Frankfurt anders zu Ende gegangen als geplant. Denn eigentlich sollte er Sportvorstand werden, das Trainerjahr war nur als Übergangszeit gedacht. Doch ein Sportchef Veh war nun nicht mehr vermittelbar. Veh zog sich für mehr als ein Jahr nach Augsburg zurück und beendete dann vor ein paar Monaten mit dem Engagement in der Kölner Geschäftsführung seine aktive Trainerkarriere. Jetzt steht er nicht mehr auf dem Platz, sondern sitzt auf der Tribüne. Auf die Bank will er nicht, der Druck für Trainer Stefan Ruthenbeck ist bei den Kölnern auch so groß genug. Veh hat in Köln ein Himmelfahrtskommando übernommen. Im Grunde sollte er nur noch den Abstieg moderieren. Als er kam hatten die Geißböcke nur drei Punkte.

Inzwischen haben sie wieder Land in Sicht und den einen oder anderen Konkurrenten im Blick. Dreizehn Punkte stehen auf dem Konto, noch immer viel zu wenig. Das Problem für Trainer und Mannschaft sei nun, „dass wir eigentlich immer gewinnen müssen.“

Fürs Spiel bei der Eintracht ist die Ausgangslage nicht anders. „Wir sind gezwungen nach vorn zu spielen“, sagt der Ex-Eintracht-Coach. Die Kölner brauchen also einen Sieg. Wie schwer das werden wird, ist ihm klar. Denn der Eintracht traut er einen Platz zu, der für die Teilnahme an der Europa-League reicht. „Ich sehe keinen Verein, der so wirklich konstant ist“, sagt Veh, „die Eintracht kann das schaffen, die Chancen sind richtig groß“.

Nach dem Spiel hat er noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Am Montag wird er zum ersten Mal den Kölner Rosenmontagszug live erleben. Er fährt auf dem Wagen der Bürgergarde „Blau-Gold“ neben Finanzchef Alexander Wehrle mit. Am Dienstag hat er die Gardisten-Uniform anprobiert. „Normalerweise kenne ich nur Lederhosen“, sagt der bayerische Schwabe.

(pes)

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