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Eintracht Frankfurt: Alexander Meier meldet sich im Moskau-Geheimtest zurück

Von Über neun Monate musste Eintracht-Kapitän Meier auf einen Einsatz warten, gestern durfte er wieder spielen. Der Weg zurück in die Bundesliga ist aber noch weit.
Endlich wieder einmal mitgemischt: Alexander Meier (rechts) im Testbetrieb. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Endlich wieder einmal mitgemischt: Alexander Meier (rechts) im Testbetrieb.
Frankfurt. 

Plötzlich sangen sogar die drei einsamen russischen Schlachtenbummler noch etwas lauter, die es irgendwie ins Stadion am Riederwald geschafft hatten. Vermutlich hatte das eher mit dem gerade erzielten Treffer ihres FC Kazanka aus Moskau zu tun als mit dem danach vollzogenen Wechsel auf der anderen Seite. Aber es passte zu einem Moment, der für die Frankfurter Eintracht schon ein besonderer war, mochte diese Begegnung noch so bedeutungslos und die Bühne noch so klein sein: Erstmals nach über neun Monaten, erstmals seit dem knapp verlorenen Finale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund am 27. Mai 2017, war ihr Kapitän Alexander Meier wieder mit von der Partie, wenigstens für ein paar Minuten. „Das ist natürlich ein schönes Gefühl, auch wenn es nur kurz war“, sagte er über seine Rückkehr auf den Rasen. Am wichtigsten für ihn freilich war nach dem ersten Einsatz nach der ewigen Zwangspause: „Alles hat gehalten.“

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Dass die Eintracht gestern mit 5:3 (3:1) gewann, in einem Geheimtest gegen das in der dritten russischen Liga beheimatete Farmteam von Spitzenclub Lokomotive Moskau, das gerade ein zweiwöchiges Trainingslager in Rüsselsheim aufgeschlagen hat, war nicht nur nach Meiers Einschätzung eher nebensächlich. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen“, sagte er gar über die Vielzahl der Tore in dem Kick auf dem Platz des Eintracht-Leistungszentrums, eigentlich ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit – zuschauen durfte nur das Trio aus Moskau, vielleicht als Meilen-Bonus für die weite Reise. Was sie sahen, war zumindest für die zweite und dritte Reihe der Frankfurter Berufsfußballer eine Art Bewegungstherapie: Viele, die zuletzt kaum in der Bundesliga zum Einsatz gekommen waren, durften am Mittwochnachmittag an den Ball.

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„Für die Jungs war es wichtig, mal wieder Kräfte zu sammeln und 90 Minuten zu spielen“, meinte Meier. Wirkliche Erkenntnisse ließen sich gegen diesen Gegner kaum gewinnen. Branimir Hrgota aber durfte sich immerhin über ein Abstaubertor freuen, und der so lange vermisste Marco Fabian zeigte sich nicht nur spielfreudig im Mittelfeld, sondern holte mit einem Solo auch noch einen Elfmeter raus, den er selbst verwandelte. Der 20 Jahre junge Winterneuzugang Marijan Cavar lief erstmals in Frankfurter Farben auf und spielte nach anfänglicher Zurückhaltung ein paar gute Pässe – während Ersatztorwart Jan Zimmermann zumindest beim ersten Gegentor nicht glücklich aussah, als er weit vor seinem Tor mit einem Heber überwunden wurde.

Comeback mit Spielwitz

Und Meier? Er durfte nach 73, 74 Minuten auf den Rasen und leitete schon bald darauf mit einem Pass auf Hrgota das fünfte Frankfurter Tor durch Daichi Kamada ein. „Da hat er gleich seinen Spielwitz gezeigt“, lobte Co-Trainer Armin Reutershahn, der seinen Chef Niko Kovac an der Seitenlinie vertrat. Furchtbar viele Erkenntnisse ließen sich auch in Sachen Meier aus diesem Test kaum gewinnen. „Wir sind froh, dass er wieder dabei ist“, meinte Reutershahn. „Wir wissen, was er geleistet hat, und was er noch leisten wird. Aber er ist erst eine Woche wieder im Mannschaftstraining. Das ist noch ein weiter Weg.“ Konditionell fehle Meier einiges, das ließe sich im Training beobachten: „Aber das ist ja auch normal. Wir haben zwei lange Vorbereitungen absolviert. Wenn er das in vier Trainingseinheiten aufholen könnte, wäre das ja der Wahnsinn.“

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Auch Meier selbst übte sich in Zurückhaltung, was die Rückkehr in die Bundesliga-Stadien angeht. „Ich muss abwarten, wann die Kraft wieder kommt, und ich hoffe, dass der Fuß schmerzfrei bleibt. Ob das dann noch zwei oder drei Wochen dauert, kann ich nicht sagen“, meinte der 35-Jährige. Normalerweise eher noch etwas länger. „Ich war neun Monate raus“, gibt er zu Bedenken.

Auf jeden Fall noch spielen

Drei Mal musste der langjährige Torschütze vom Dienst am rechten Fuß operiert werden, seit er im Sommer beim Joggen umgeknickt war. Dann waren die immer wiederkehrenden Schmerzen endlich behoben. Die nächste Etappe auf dem weiten Weg zurück hat er nun geschafft. „Ich freue mich schon, aber überschwänglich gefeiert wird das jetzt nicht“, erklärte er in der ihm eigenen Sachlichkeit und berichtete auch ganz nüchtern, wie er von seinem Comeback-Einsatz erfahren hatte: „Heute morgen gab es eine Liste, da stand ich drauf. Deshalb bin ich mitgefahren.“ Um dann noch eine gute Viertelstunde „mit den Jungs spielen zu dürfen, das war schön“.

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Am Sonntag, wenn die Eintracht im unverhofften Spitzentreffen bei Borussia Dortmund weiter an europäischen Träumen arbeiten kann, wird das natürlich nicht schon wieder der Fall sein, guter Dinge für die Frankfurter Ambitionen dort ist er aber so oder so. „Ich glaube schon, dass wir als Außenseiter nach Dortmund fahren. Aber wir haben eine super Serie. Die Jungs brauchen sich nicht zu verstecken“, meint er. Und eines ist klar: In dieser Saison will Alexander Meier auf jeden Fall noch spielen: „Sonst“, sagt er, „hätte ich mir die ganze harte Arbeit in der Reha nicht angetan“.

Eintracht Frankfurt: Zimmermann – Willems (46. Tawatha), Falette (46. Salcedo), Russ (61. Schmitt), Barkok – Stendera (61. Gacinovic), Cavar – Blum (61. Jovic), Fabián (74. Meier), Kamada – Hrgota. – Tore: 1:0 Hrgota (21.), 2:0 Fabián (23., Elfmeter), 2:1 Galadzhan (29.), 3:1 Blum (41.), 3:2 Tugarev (61., Elfmeter), 4:2 Jovic (65.), 4:3 Galadzhan (73.), 5:3 Kamada (79.).

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