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Vettel in Singapur unter Siegzwang

Sebastian Vettel will zurückschlagen. Er muss es auch: Sein oberster Chef fordert wieder rote Verhältnisse, nach Singapur folgen zudem vermeintliche Paradestrecken für Hamilton im Mercedes. Vettels Ex-Team könnte für beide beim Nachtrennen zum Problem werden.
Steht beim Großen Preis von Singapur und Erfolgszwang: Sebastian Vettel. Foto: Luca Bruno Foto: dpa Steht beim Großen Preis von Singapur und Erfolgszwang: Sebastian Vettel. Foto: Luca Bruno
Singapur. 

Er tritt als Favorit an, er steht unter Siegzwang, er will die Niederlage vom Heimrennen in Italien ausmerzen. In den schwülheißen Nächten von Singapur muss Sebastian Vettel für die erneute Wende im WM-Kampf aus sich und seinem Ferrari aber alles herrausholen.

„Wir sind hier, um Rennen zu fahren, wenn es hart ist, ist es gut. Einfach ist langweilig”, kommentierte Vettel den wechselvollen und knappen WM-Kampf mit Lewis Hamilton im Mercedes. Schon nach dem engen Stadtkurs mit Vorteil für den Ferrari kommen die vermutlichen Mercedes-Paradestrecken bis zur Formel-1-

Titelentscheidung 2017.

Mit dem möglichen fünften Sieg im zehnten Rennen in dem asiatischen Stadtstaat würde sich Vettel zum unumstrittenen Singapur-Dominator krönen. Auf dem Weg zum erhofften fünften WM-Titel und im packenden Duell mit Lewis Hamilton im Mercedes wäre es ein wichtiger Schritt.

Die Konkurrenz scheint aber größer denn je in diesem Jahr: Neben WM-Spitzenreiter Hamilton, der den Schub vom Monza-Sieg auch auf der vermeintlichen Silberpfeil-Problemstrecke nutzen will, muss sich Vettel vor allem auf Attacken der beiden Red-Bull-Piloten einstellen. In den vergangenen beiden Jahren schaffte es Daniel Ricciardo bereits jeweils auf Rang zwei. Seine Kampfansage: „Ich glaube nicht, dass Singapur unsere einzige Chance ist, ein Rennen in der zweiten Saisonhälfte zu gewinnen. Es ist aber die beste.”

Deswegen hatte das Team zuletzt in Belgien schon neue Teile eingesetzt und dort reichlich Strafen in Kauf genommen. Singapur soll in diesem Jahr wieder zum Red-Bull-Reich werden. Die Statistik belegt: Kein Rennstall war bisher auf dem gut fünf Kilometer langen Kurs mit 23 Kurven erfolgreicher - Vettel, der als einziger über 200 Runden (221, Hamilton kommt auf 135) auf dem Kurs schon anführte, trug mit drei Siegen im Red Bull zu dieser Statistik maßgeblich bei. Insgesamt stand Red Bull zehn Mal in neun Auflagen auf dem Podest, Ferrari fünfmal.

„Oberflächlich betrachtet, gehört Singapur zu der Art Strecken, die sowohl Ferrari als auch Red Bull entgegenkommen sollte”, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Silberpfeile wähnen sich öffentlich als dritte Kraft beim Nachtspektakel an der Marina Bay. „Wir müssen da Schadensbegrenzung betreiben”, befand sogar Teamaufsichtsratschef Niki Lauda.

Die Erinnerungen an 2015 wiegen noch immer schwer: Hochüberlegen fuhren die Mercedes von Sieg zu Sieg, in Singapur erlebten sie für ihre Verhältnisse ein Fiasko: Hamilton schied mit Motorschaden aus, Nico Rosberg verpasste als Vierter das Podest. Dafür siegte Rosberg vor einem Jahr, Hamilton wurde Dritter.

Der Brite hat sich aber mehr als nur warm gefahren für die nun kommenden entscheidenden Übersee-Wochen: Siege nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps und in Monza, zwei Strecken, auf denen Mercedes seine Motoren-Power ausspielen konnte. Erstmals gelangen damit einem Fahrer in dieser Saison zwei Erfolge nacheinander. Der dritte soll nun folgen, wenn am Sonntag um 20.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr/MESZ) die Roten Ampeln ausgehen. „Biest-Modus die ganze Zeit bis zur letzten karierten Flagge”, meinte der 32-Jährige.

Drei Punkte hat er vor dem 14. Grand Prix in diesem Jahr mehr als Vettel, 25 gibt es für einen Sieg, 18 für Platz zwei, 15 für den dritten Platz.

Es wird ein Rennen, bei dem es im WM-Duell viel zu gewinnen und ebenso viel zu verlieren gibt. Letzteres scheinbar vor allem für Vettel. Dessen oberster Boss, Sergio Marchionne, zürnte nach Rang drei für seinen deutschen Starpiloten in Monza zuletzt. Er will, dass den Mercedes-Männern das Lachen wieder vergeht. Nur ist Singapur auch immer unvorhersehbar, weil es dort praktisch nur eine Konstante gibt: Safety-Car-Phasen.

14 Mal in neun Rennen musste es bisher im Rennen auf die Strecke, kein Grand-Prix dort kam bisher ohne den Einsatz von Bernd Mayländer aus. Wer dann auf die falsche Taktik setzt, verliert. Überholen ist schwierig und praktisch immer mit Crash-Risiko verbunden. Einen Nuller kann sich aber erst recht keiner der beiden Titelaspiranten erlauben.

(Von Jens Marx, dpa)
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