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Entwendete Kundendaten: Versicherungsvermittler MEG: Prozessstart ohne Göker

Mehmet Göker im Amtsgericht Kassel. Foto: Uwe Zucchi/Archiv Mehmet Göker im Amtsgericht Kassel.
Kassel. 

Wegen entwendeter Kundendaten steht seit Donnerstag ein früherer Mitarbeiter des Ex-MEG-Chefs Mehmet Göker vor dem Landgericht Kassel. Der 32-Jährige soll zusammen mit Göker zwischen 2009 und 2011 Datensätze des mittlerweile insolventen Kasseler Versicherungsvermittlers MEG entwendet, für eigene Geschäfte genutzt und weiter verkauft haben. Drei Millionen Euro nahmen sie laut Anklage ein.

Den Männern wird unter anderem der gewerbsmäßige Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen sowie ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz vorgeworfen. Göker ist ebenfalls angeklagt, erschien aber nicht zum Prozess. Gegen den in der Türkei lebenden Ex-MEG-Chef gibt es einen Haftbefehl. Göker wirft der Justiz vor, ihn nicht fair zu behandeln. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.

Vor Gericht stand deshalb allein der 32-Jährige. Seine Anwältin beantragte die Einstellung des Verfahrens. Sie wirft den Ermittlern vor, durch mehrere Verfahren das Verbot der Doppelbestrafung verletzt zu haben, die Ermittlungen seien zudem von Vorverurteilung geprägt gewesen und es sei zu Rechtsbeugung gekommen. So habe der Angeklagte teilweise ohne richterliche Entscheidung in Haft gesessen. Außerdem sei eine achtjährige Verfahrensdauer bis zur Hauptverhandlung rechtsstaatswidrig, sagte die Verteidigerin. Das Landgericht lehnte den Antrag ab. Es sind fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)

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