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Kultur: Skulpturen erobern Hessen

Kunst am Bau entsteht in Hessen oft vor Hochschulen. Die weltweit bekannteste Skulptur dürfte aber der „Hammering Man“ vor dem Frankfurter Messeturm sein. Das am häufigsten fotografierte öffentliche Kunstwerk ist das Euro-Zeichen. Aber es gibt noch andere Beispiele.
Kunst am Bau - Hammering Man Bilder > Foto: Arne Dedert (dpa) Arbeit am Arbeiter: Ein Maler strich im vergangenen Sommer den „Hammering Man“ an der Frankfurter Messe.
Darmstadt. 

Nach einem riesigen blauen „O“ hat Darmstadt jetzt auch eine Leuchtinstallation mit Aphorismen des Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799). Kunst am Bau gibt es auch vor vielen anderen öffentlichen und privaten Gebäuden, oft dank Spendern. Zehn besondere Werke in Hessen im Überblick:

  Das blaue „O“: Ein Stahlring mit rund 20 Metern Durchmesser – gehört zum neuen Domizil des Fachbereichs Chemie- und Biotechnologie der Hochschule Darmstadt. Es symbolisiert den Sauerstoff als verbindendes Element der beiden Fächer. Bis die 25 Tonnen schwere Stahlskulptur des Berliner Künstlers Norbert Radermacher aufgerichtet und sicher am Dach des neuen Gebäudes fixiert war, dauerte es mehrere Stunden. Der Reifen reicht vom Boden bis über das Dach.

  Der Hammering Man ist mit gut 20 Metern der Größte seiner Art. Der Amerikaner Jonathan Borofsky hat insgesamt zwölf Exemplare geschaffen. In ihnen sieht er ein Symbol für Arbeit und Tüchtigkeit. Das Immobilienunternehmen Tishman Speyer Properties, gleichzeitig Bauherr des Messeturms, stiftete die motorgesteuerte 32 Tonnen schwere Stahl- und Aluminiumkonstruktion 1991. Die Silhouette eines Arbeiters lässt seitdem unablässig einen Hammer auf ein Werkstück klopfen.

  Die Euro-Skulptur von Ottmar Hörl leuchtet in Frankfurt pünktlich seit der Einführung der neuen Währung in der Silvesternacht 2001. Für 500 000 D-Mark (ungefähr 250 000 Euro) hatte der mittlerweile aufgelöste Verein Europoint die Skulptur in Auftrag gegeben. Der Nachfolgeverein, das Frankfurter Kultur Komitee, ordnete 2015 die erste Grundsanierung des 50 Tonnen schweren Kunstwerks an. Dabei wurden 16 Acrylsterne ausgewechselt.

  „Body of Knowledge“: Aufrecht und die Arme fest um die angezogenen Beine geschlungen, sitzt die Skulptur auf dem Uni-Campus im Frankfurter Westend. Die transparente Skulptur aus lackiertem Edelstahl zeigt einzelne Buchstaben aus acht verschiedenen Alphabeten. Damit will der spanische Künstler Jaume Plensa die Universität als vernetzten Versammlungsort zwischen Mensch und Wissen darstellen.

  Eine Pferdeskulptur zieht vor dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden die Blicke auf sich. Das Werk wurde 1956 vom Bildhauer Fritz von Graevenitz (1892-1959) geschaffen. Die Plastik aus mächtigen Muschelkalkblöcken habe die Aufgabe, „die Kräfte, die in der Architektur des Baukörpers ruhen, in sich zu sammeln und in den gewaltigen Raum, der sich hier dehnt, hinauszuschwingen“. So formulierte es der Künstler selbst. Ein Sprecher des Bundesamtes bringt es auf den Punkt: „Das Pferd gehört zum Gebäude und umgekehrt.“

  Weiches Haus: Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel wurde zur Zeit des Nationalsozialismus errichtet. Der Wehrmachtsbau weist Elemente typischer Architektur dieser Zeit auf und wurde 2008 saniert sowie umgestaltet. Mit der Vergangenheit als NS-Bau befasst sich die Skulptur „Weiches Haus“, die 2009 vor dem BSG aufgestellt wurde. Der Aluminiumguss ahmt die strenge Architektur des früheren Militärgebäudes, Sinnbild des Machtanspruchs der Nationalsozialisten, nach und weicht sie gleichzeitig auf.

  Leuchtender Buchstabensalat: Wenige Meter vom Kasseler Kulturbahnhof entfernt leuchtet nachts ein drei Meter hoher Glaskasten mit riesigen Buchstaben. „untitled (conversion)“ heißt das Werk des Berliner Künstlers Stefan Geyer vor dem Gebäude der Brandkasse. Der Buchstabensalat wechselt alle vier Stunden die Farbe. Die Installation wurde 2017 zum 250. Geburtstag der früheren Hessischen Brandversicherungsanstalt enthüllt.

  Eine farbige Lichtinstallation des italienischen Künstlers Leonardo Mosso findet sich im osthessischen Hünfeld auf dem Dach des Cityparkhauses. Der Würfel hat eine Kantenlänge von mehr als drei Metern und diese leuchten bunt.

  Das „Offene Buch“ geht auf eine Initiative des 2015 in Hünfeld gestorbenen deutsch-polnischen Künstlers Gerhard Jürgen Blum-Kwiatkowski zurück. Über einen Zeitraum von fast zehn Jahren wurden 145 öffentliche und private Gebäude mit „konkreter Poesie“ gestaltet – einer von dem bolivianisch-schweizerischen Schriftsteller Eugen Gomringer ins Leben gerufenen literarischen Strömung. Ziel war eine unmittelbare, direkte Begegnung mit Kunst. Der Betrachter stößt im Alltag auf Literatur.

  „Red, Yellow and Blue“: Das farbenfrohe Wandgemälde des Künstlers Ekrem Yalcindag ist im neuen Chemie-Gebäude der Uni Gießen zu sehen. Es handelt sich um ein großes Wandgemälde im Treppenhaus des 2016 eröffneten Gebäudes. Die Flächen sind in Rot, Gelb und Blau gestrichen, darauf ranken blatt- und blütenförmige Ornamente. Yalcindag hatte sich mit diesem Konzept beim vom Land Hessen ausgelobten Wettbewerb „Kunst am Bau“ durchgesetzt.

(lhe)

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