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Schulen sollen im Kampf gegen Arbeitslosigkeit mithelfen

Das Wort „Arbeit” ist auf einem Schild zu sehen. Foto: Carsten Rehder/Archiv Foto: dpa Das Wort „Arbeit” ist auf einem Schild zu sehen. Foto: Carsten Rehder/Archiv
Wiesbaden. 

Der Chef der hessischen Regionaldirektion der Arbeitsagentur fordert eine stärkere Berufsberatung und mehr Praxisnähe in der Schule. Gerade in den Abschlussklassen der Hauptschulen müssten nicht längere, sondern mehr Berufspraktika angeboten werden, damit die Kinder zwischen mehreren potenziellen Berufen auswählen können, sagte Frank Martin am Dienstag in Wiesbaden bei der Präsentation einer Studie zur Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit im Land.

Hessen habe zwar die Quote der Schulabbrecher auf vier bis fünf Prozent gesenkt. Durch einen stärkeren Datenaustausch mit den Schulen und dadurch gezieltere Gespräche mit den Schulabgängern über die Berufswahl könnte aber noch mehr erreicht werden, sagte Martin. Nach der Studie sind ein fehlender Schulabschluss, keine Berufsausbildung und eine längere Zeit ohne Job gleich zu Beginn des Berufslebens die Hauptgründe für eine Langzeitarbeitslosigkeit.

Das Kultusministerium hob dagegen die Initiativen des Landes bei der Berufsorientierung hervor. Bereits im Jahr 2015 sei etwa in einem Erlass geregelt, dass es an Schulen Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung geben soll. Auch sei die Zusammenarbeit zwischen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie zwischen Schulen und Betrieben, der Bundesagentur für Arbeit und auch Kammern und Verbänden auf den Weg gebracht worden. Der Wunsch von Martin nach einem verstärkten Datenaustausch werde unterstützt. Dazu müssten jedoch noch einige datenschutzrechtliche Fragen geklärt werden.

In Hessen ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Juni auf fast 54 000 Personen gesunken. Damit setze sich ein Trend der letzten Jahre fort, erklärte der Leiter der Regionaldirektion. Allerdings habe sich trotz des Rückgangs der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl der Personen von Job nicht verringert. Martin machte sich deswegen auch für stärkere finanzielle Anreize stark, damit Menschen auch nach einer mehrjährigen Zeit ohne Arbeit etwa eine Ausbildung absolvieren. Die Lücke zwischen diesem Verdienst und Hartz IV sollte ausgeglichen werden.

Im Juni wurden in Hessen im Juni fast 152 000 Menschen ohne Job gezählt. Das ist der niedrigste Stand in einem Juni seit 1992. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,5 Prozent.

(dpa)
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