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„Maikäfer, flieg!”: Erneutes Hauptflugjahr steht bevor

Bald bricht im hessischen Ried wieder das große Krabbeln aus. Alle vier Jahre schlüpfen Maikäfer aus dem Boden, um brummend in der Dämmerung umher zu fliegen. Handelt es sich um Problemtiere? Forstwirtschaft und Naturschützer sind unterschiedlicher Meinung.
Ein Maikäfer sitzt auf einem Blatt. Foto: Patrick Seeger/Archiv Ein Maikäfer sitzt auf einem Blatt.
Frankfurt/Main. 

Nach jahrelanger Pause steht wieder ein Hauptflugjahr der Maikäfer bevor. Von Ende April an werde mit den ersten der Insekten gerechnet, sagte Petra Westphal, Sprecherin von HessenForst. Waldmaikäfer kommen vor allem im hessischen Ried vor. Bodenuntersuchungen hätten gezeigt, dass der Bestand der Käfer und ihrer Larven in den vergangenen Jahren nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder gestiegen sei. Dies gelte vor allem für die nördlichen Teile des Rieds. Maßnahmen gegen die Insekten seien nicht vorgesehen, die Situation sei allerdings aus waldbaulicher Sicht in vielen Bereichen angespannt.

Die Käfer werden bis Ende Mai unterwegs sein. Bei ihnen steht alle vier Jahre ein Hauptflugjahr an. In der Zwischenzeit reifen ihre Larven, die Engerlinge, im Boden heran. Wenn es soweit ist, schlüpfen die Käfer in der Dämmerung aus dem Boden und fliegen in Laubbäume, wenn ihre Fressfeinde - Vögel - sich schon zur Ruhe begeben haben. Schaden an den Bäumen verursachen vor allem die Engerlinge, die an den Wurzeln nagen.

„Früher gab es Maikäfer in Massen, sie wurden zum Beispiel unter anderem an Hühner verfüttert. Heute ist es ein Glücksfall, wenn man einen sieht”, sagte der Biologe Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Im Forst sei viel gegen sie unternommen worden, aus dessen Sicht handele es sich um ein „Problemtier”. Neben dem Ried gebe es auch im Raum Hanau noch Gebiete, in denen sich Maikäfer wohl fühlten.

Nach Einschätzung des Biologen schaden Engerlinge vor allem Bäumen, die bereits unter anderen Problemen leiden. Im Ried sei dies vor allem Trockenstress, hervorgerufen davon, dass aus der Region Grundwasser in Richtung Frankfurt geleitet werde. „Deshalb sagen wir, das eigentliche Problem wird mit Käferbekämpfung nicht gelöst”, sagte der Biologe.

Maikäfer seien wichtige Nahrung für heute seltene Vogelarten wie etwa den Baumfalken und den Wiedehopf. „Der Baumfalke kommt Ende April aus Afrika und braucht dann energiereiche Nahrung”, sagte Stübing. In Maikäferjahren könnten diese Vögel mehr Jungtiere aufziehen - und das sei wiederum wichtig für den Vorgel-Bestand.

(dpa)
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