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Diesel: Die Luft bleibt schmutzig: Fahrverbote drohen weiter

Die Werte in Hessen sind etwas gesunken, aber noch immer sind zu viele Schadstoffe in der Luft, vor allem aus Dieselmotoren. Ein drohendes Fahrverbot ist nicht vom Tisch - auch wenn die Verhandlungstermine für die Klagen der Umwelthilfe gegen das Land erneut verschoben wurden.
Feinstaubwerte in Stuttgart Foto: Sina Schuldt (dpa) Eine Messstation misst die Feinstaubwerte: Die Belastung in einigen hessischen Städten ist nach wie vor hoch.
Frankfurt. 

„Entwarnung kann es nicht geben“, sagt Lutz Katzschner vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen. Natürlich sei es positiv, wenn an einigen Stellen in Hessen die Grenzwerte seltener überschritten würden. Doch insgesamt bleibe die Luft stark belastet, sagt der Sprecher des Arbeitskreises Luft des BUND.

Er reagiert auf die neuen Stickstoffdioxidwerte, die das Landesumweltamt veröffentlicht hat: Demnach war die Luft im Jahr 2017 etwas weniger mit den gefährlichen Stoffen belastet als in den Jahren zuvor. Stickstoffoxide entstehen bei Verbrennung, in Heizungen und vor allem in Dieselmotoren. Deshalb sind die Messwerte wichtig für die Diskussion über Diesel-Fahrverbote und die anstehenden Gerichtsverhandlungen zu den Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Keine Entwarnung

Laut Landesamt gab es 2017 etwas niedrigere Werte und „weniger Überschreitungen“ an den elf Messstationen, die hessenweit an stark befahrenen Straßen stehen. An sechs Stationen, also gut der Hälfte, sei der Jahresmittel-Grenzwert überschritten worden, im Jahr zuvor sei das an neun Stationen der Fall gewesen. Damit wurden in Fulda, Marburg und Kassel im Jahresmittel weniger als 40 Mikrogramm (Millionstel Gramm) gemessen.

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Doch Entwarnung gibt auch das Landesumweltamt nicht: „Insgesamt bewegen sich die Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte in Hessen auch weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.“ Zumal die Ergebnisse der „Passivsammler“, also kurzfristiger Messinstrumente, noch ausstehen, und das Amt „weitere Überschreitungen“ erwartet. Am stärksten verschmutzt ist die Luft nach wie vor an den Messtellen Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt (siehe Grafik).

Als wesentliche Ursache macht das Amt den Verkehr aus. Und da hat sich nach Ansicht des BUND-Experten nicht viel getan. Der Rückgang der Messwerte sei im wesentlichen auf den milden Winter zurückzuführen, sagt Katzschner. Regen wasche die Schadstoffe aus. „Aber wir können uns nicht auf das Wetter verlassen“, betont er. Und Mark Harthun vom Naturschutzbund Hessen (Nabu) bemängelt, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Benzin- und Dieselautos in Deutschland „noch zugenommen hat“. Deshalb könne nicht davon ausgegangen werden, dass es „einen Trend zum Guten gibt“, sagt Harthun und fordert zudem mehr Messstellen: Elf Messstationen in Hessen und 247 in ganz Deutschland seien zu wenig.

Verhandlung verschoben

Eine Verbesserung der Luft könnte nach Ansicht des BUND mit der „Blauen Zone“ erreicht werden: Dann dürften in bestimmten Innenstadtbereichen nur noch Dieselautos fahren, die mindestens die E6-Norm erfüllen. Auch das hessische Umweltministerium sieht darin eine Lösung: Nach bisherigen Berechnungen sei „die Einführung einer ’Blauen Plakette’ die effektivste Maßnahme zur Senkung der Stickstoffdioxidbelastung“. Die neuen Messdaten sind interessant für das Verwaltungsgericht Wiesbaden: Die Umwelthilfe und andere haben dort das Land verklagt, weil sie die vom Umweltministerium vorgelegten Luftreinhaltepläne für Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden bemängeln. Die Termine wurden laut DUH erneut verschoben, zunächst soll der 22. Februar abgewartet werden: Dann verhandelt das Bundesverwaltungsgericht die Klage der DUH gegen Nordrhein-Westfalen wegen der Luftbelastung in Düsseldorf.

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