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Bahn investiert mehr als halbe Milliarde Euro in Hessen

An Hessens Schienennetz wird gebaut, daher müssen sich Reisende 2018 auf Behinderungen etwa im S-Bahn-Verkehr einstellen. Nötig sind die Investitionen in das gesamte Verkehrsnetz: Die Pendlerströme nach Hessen nehmen weiter zu.
Gleise der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/Archiv Gleise der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof in Frankfurt.
Frankfurt/Main. 

Die Deutsche Bahn investiert auch in diesem Jahr kräftig in Hessen. Rund 450 Millionen Euro fließen in bestehende Strecken und Gebäude, wie der Konzernbevollmächtigte für Hessen, Klaus Vornhusen, am Dienstag in Frankfurt sagte. Hinzu kommen Investitionen in Neubauprojekte. Die Auswirkungen für die Reisenden sollen so gering wie möglich gehalten werden, indem die Bauarbeiten überregional gebündelt werden. Auswirkungen werden dennoch zu spüren sein: Bis zu 800 Baustellen wird es 2018 bundesweit gleichzeitig geben.

In Hessen sind knapp 350 Millionen Euro für das bestehende Schienennetz und weitere rund 100 Millionen Euro für die Modernisierung von Bahnhöfen eingeplant. Dabei fließt auch Geld von Bund, Land und Kommunen. Erneuert werden sollen mehr als 120 Kilometer Gleise, mehr als 100 Weichen und 22 Brücken im Land. Zudem sollen mehr als 60 Bahnhöfe modernisiert werden. Hinzu kommen die neue Strecken: Alleine in die drei wichtigsten Projekte in Hessen sollen in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Euro gesteckt werden, wie Vornhusen sagte. Bundesweit sind 2018 für Schienennetz und Bahnhöfe insgesamt 9,3 Milliarden Euro vorgesehen.

Von den Investitionen profitieren Fernreisende - aber auch Pendler. Allein nach Hessen fahren immer mehr Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern. Ihre Zahl ist innerhalb eines Jahres um 5 Prozent auf fast 371 000 Menschen gewachsen, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Frankfurt berichtete. Gleichzeitig wuchs zwar auch die Zahl der Hessen, die zum Arbeiten in andere Bundesländer auspendeln, aber deutlich langsamer um 3,9 Prozent auf die niedrigere Zahl von 247 000. Die Statistik ermittelte jedoch nicht, mit welchem Verkehrsmittel die Menschen unterwegs sind.

Pendlerhauptstadt im Land bleibt die Banken- und Dienstleistungsmetropole Frankfurt. Nur 35,8 Prozent der dort Beschäftigten leben auch in der Stadt. Die Zahl derer, die zur Arbeit in Hessens größte Stadt pendeln, stieg innerhalb eines Jahres um etwa 8000 auf 363 000 Beschäftigte. Die meisten kommen aus den umliegenden hessischen Regionen, knapp 1700 aber auch aus dem Ausland und 97 000 aus anderen Bundesländern.

Die Anbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen - mit vielen Büro- und Konferenzgebäude - gehört bundesweit zu den ganz großen Bahn-Baustellen. Die Arbeiten für den neuen S-Bahntunnel laufen auf Hochtouren, die neue Station ist bereits in Grundzügen erkennbar. Im April sollen die Bohrungen für die Unterquerung der Autobahn 5 am Frankfurter Kreuz beginnen. Die ersten S-Bahnen auf der neuen Strecke zwischen Flughafen und Stadion sollen Ende 2019 rollen - wenn das Wetter mitspielt, wie Projektleiter Uwe Schmidt sagte.

Ein weiteres großes Schienenprojekt ist der Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel (S 6), der Spatenstich erfolgte vergangenen Dezember. Pendler müssen sich hier auf nur eingleisigen Verkehr in den Oster- und Sommerferien einstellen. Betroffen werden je nach Stand der Bauarbeiten auch Regionalbahnen sowie der Fernverkehr sein, es sind Umleitungen geplant.

Im Frankfurter S-Bahn-Tunnel wird auch in diesem Jahr fleißig gearbeitet, ein neues elektronisches Stellwerk soll die häufigen Verspätungen verringern. Dazu muss der Tunnel in den Oster- und Sommerferien sowie an Fronleichnam und Christi Himmelfahrt erneut komplett gesperrt werden. Gegen Verspätungen gebe es „noch viel zu tun”, räumte Vornhusen ein. Zudem werden die Stationen Hauptbahnhof, Hauptwache und Ostendstraße weiter modernisiert.

Mit Investitionen in Straße und Schiene, aber auch mehr Radwegen und dem Einsatz digitaler Technik will Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Hessen zum Vorreiter für eine klimafreundliche Mobilität machen. Der Grünen-Politiker stellte am Dienstag in Wiesbaden seine „Hessenstrategie Mobilität 2035” vor. Es werde den Bürgern zunehmend unwichtiger, mit welchem Verkehrsmittel sie von A nach B kommen, sagte Al-Wazir. „Es ist eine Frage der Zeit und des Komforts.”

Umso wichtiger werde es, die digitale Technik unter anderem dafür zu nutzen, verschiedene Transportmöglichkeiten intelligent miteinander zu vernetzen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) entwickle beispielsweise derzeit die bundesweit erste App, mit der Kunden ihren gesamten Weg planen und bezahlen könnten - vom Bus- oder Bahnticket über das Leihfahrrad bis hin zum Carsharing. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat sagte, das Angebot könne voraussichtlich von 2020 an genutzt werden.

Mit Blick auf Barrierefreiheit wird in Hessen an vielen weiteren Bahnhöfen gebaut, zum Beispiel an der Riedbahn in Stockstadt, Biebesheim und Gernsheim sowie an der Main-Neckar-Bahn in Bickenbach und Riedrode. An der Main-Weser-Bahn ist es der Bahnhof in Wabern, an der Kinzigtalbahn der Bahnhof in Schlüchtern und an der Vogelsbergbahn der Bahnhof in Grünberg. Auch der weitere Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs steht an, unter anderem sollen die unterirdische B-Ebene und die Bahnhofsvorplätze schöner werden.

Zudem werden landesweit Gleise instand gesetzt, so auf der Main-Weser-Bahn und den Strecken Fulda-Kassel und Fulda-Mottgers; im Juni und im März sind auf den beiden letztgenannten Totalsperrungen vorgesehen. Auf der Strecke zwischen Kassel-Wilhelmshöhe über Gießen nach Frankfurt kommt es von Ende Juni bis Mitte August zu Umleitungen. Hinzu kommen Arbeiten zur Umstellung auf elektronische Stellwerkstechnik in Haunetal und Darmstadt-Kranichstein sowie Arbeiten auf der Vogelsbergbahn mit einer Totalsperrung im Juli.

(Von Isabell Scheuplein (Text) und Boris Roessler (Fotos), dpa)
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