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Verkauf: Altes Polizeipräsidium: Haupterlös für Bibliotheksneubau

Das Land Hessen will den Großteil des Geldes aus dem Verkauf des Alten Polizeipräsidiums für einen Neubau der Frankfurter Universitätsbibliothek ausgeben.
Steht seit 2002 leer: das alte Polizeipräsidium. Bilder > Foto: Arne Dedert (dpa) Steht seit 2002 leer: das alte Polizeipräsidium.
Wiesbaden. 

Das Land Hessen will den Großteil des Geldes aus dem Verkauf des Alten Polizeipräsidiums für einen Neubau der Frankfurter Universitätsbibliothek ausgeben. Für rund 100 Millionen Euro könne damit am nordwestlichen Ende des neuen Campus ab dem Jahr 2025 die „Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg” entstehen, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Mittwoch in Frankfurt.

Für weitere 60 Millionen Euro will das Land nach Angaben von Bauministerin Priska Hinz (Grüne) Grundstücke im Rhein-Main-Gebiet kaufen, auf denen bis zu 850 teils geförderte Wohnungen gebaut werden sollen. Mit 35 Millionen Euro sollen Kommunen rund um Frankfurt zudem dazu gebracht werden, neue Baugebiete auszuweisen. „Frankfurt ist der Gewinner des Verkaufs des Alten Polizeipräsidiums”, sagte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU).

Die Grünen als Koalitionspartner begrüßten die Pläne. Die Verwendung der Erlöse sei gut durchdacht. Kritik gab es hingegen von der FDP im Landtag. „In der momentanen finanziellen Situation des Landes Hessen ist es angebracht, diese beträchtliche Summe in die Schuldentilgung zu investieren”, sagte ihr finanzpolitischer Sprecher Jörg-Uwe Hahn.

Der Verkauf der Immobilie im Frankfurter Bankenviertel an die Gerchgroup hatte in der vergangenen Woche 212,5 Millionen Euro in die Landeskasse gespült. Auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft des Bankenviertels will der Düsseldorfer Investor für rund 800 Millionen Euro bis zu 500 Wohnungen, Büros und ein Hotel errichten. Kritiker befürchten, dass der Deal dem Bau von Luxuswohnungen Vorschub leiste.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) betonte, jede Fläche, die in Frankfurts Innenstadt dem Wohnungsbau zugeführt werde, lindere den Druck auf dem Markt. „Ich sehe das auch unkritisch bezüglich der zu erwartenden hohen Preise, denn die Nachfrage nach gehobenem Wohnraum für höhere Einkommen, insbesondere bei der Sonderentwicklung Frankfurts zum Brexit, muss auch bedient werden”, sagte Jörg Brömer, Vorsitzender des Bau- und Immobilienausschusses der VhU.

(dpa)

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