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Eishockey: Viertelfinale gegen Kaufbeuren – Start am 13. März

Platz fünf: Die Roten Teufel haben den direkten Einzug in die DEL2-Playoffs fix. Im Viertelfinale geht’s gegen Kaufbeuren.
Symbolbild Foto: imago sportfotodienst Symbolbild
Bad Nauheim. 

Im Lager der Badestädter hat man die freudige Mitteilung zu 80 Prozent mit lachenden, zu 20 Prozent mit weinenden Augen aufgenommen. „Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob du in den Playoffs nach Frankfurt oder Kassel fährst, oder 430 Kilometer weit nach Kaufbeuren, was die Regenerationszeit verkürzt. Aber wir haben im Bus Decken, die Jungs schlafen im Bus gut“, lacht Bad Nauheims Trainer Petri Kujala.

Der Finne ist nach der zweiten Playoff-Teilnahme seit dem Wiederaufstieg 2013 stolz auf sein Team. „Der abschließende 5:3-Sieg gegen Ravensburg war eine Willensache. Wir wollten uns unbedingt für die tollen letzten zwei Monate belohnen. Die Jungs verdienen ein Riesenlob und dürfen sich feiern lassen.“ Belohnt wurde dies mit zweieinhalb freien Tagen. Erst am Mittwoch bittet der Finne zum freiwilligen Training. Ab Donnerstag beginnt dann die echte Vorbereitung auf die Playoffs. Nicht so für Kujala, der sich nur einen freien Montag gönnte, ab heute am Bildschirm die Buron Joker studiert, um sein Team optimal vorzubereiten.

Für Kujala ist es jetzt schon eine sehr erfolgreiche Saison. „Man darf nicht vergessen, dass wir mit dem Ziel angetreten sind, unter die besten zehn zu kommen und damit die Playdowns zu vermeiden. Wir waren während der gesamten Runde nie aus den Top 10 raus“, betont der Coach. „Natürlich läuft es nicht immer gleich gut. Kann bei 52 Spielen auch nicht anders sein. Zu Saisonbeginn mussten sich unsere Ausländer integrieren, sich an die Liga gewöhnen. Gegen Ende waren sie unsere Leistungsträger, haben sich sehr gesteigert. Und die Nachwuchsspieler benötigten ein wenig Zeit, um sich zurechtzufinden.“

Das Trio der Ahornblätter hat nicht nur die vereinsinterne Scorer-Liste angeführt – Cody Sylvester 64 Punkte/52 Spiele (27 Tore/37 Assists), James Livingston 50/52 (15/35) und Mike McNamee 49/44 (20/29) – sondern auch spielerisch und kämpferisch ihre Aufgaben auf dem Eis glänzend bewältigt. Die Jugend hat zum Erfolg ebenso beigetragen. Man darf nicht vergessen, dass die Roten Teufel in der Verteidigung mit drei U 20-Spielern (Marius Erk, Nicklas Mannes, Garret Pruden) spielten und der aus der DNL gekommene 19-jährige Marvin Ratmann stets in den Topreihen eingesetzt wurde. „Er hat von Anfang an gut gearbeitet.“ Wichtig sei für Kujala, dass die Mischung aus Jung und Alt passt. „Die erfahrenen Spieler haben die Nachwuchsleute sehr gut geführt, ihnen in der Kabine Tipps gegeben, sie auf dem Eis gelenkt“, betont Kujala.

Defensive und Powerplay

Zu Saisonbeginn haben vor allem zwei Dinge nicht funktioniert: das Defensiv-Verhalten und das Powerplay. Beides sind nun starke Waffen der Roten Teufel. „In der Defensiv-Zone haben wir in diesem Jahr sehr clever agiert“, so Kujala. Das Überzahlspiel steigerte sich in erster Linie mit der Verpflichtung von Marcel Brandt, der den nach Ungarn gegangenen US-Amerikaner Eric Meland ersetzte. „Ein Glücksgriff für uns“, strahlt Kujala über Brandt, „ein Spieler, der vergangenes Jahr noch in der deutschen Nationalmannschaft spielte. Marcel liegt weit über dem Level der DEL 2. Er kann passen, mit der Scheibe laufen, ist mit seinem harten Schuss ein gefährlicher Blueliner, der unser Powerplay richtig gefährlich macht“, lobt der Trainer den aus Düsseldorf gekommenen 25-jährigen Verteidiger, der in nur elf Begegnungen neun Treffer erzielte und acht vorbereitete.

Eine größere Krise kam Mitte Oktober bis Mitte Dezember, als 13 der 18 Spiele verloren wurden. „Da hatten wir sehr viele Verletzte. Wir wussten aber um unsere Stärke, dass sobald wir wieder vollzählig sind, auch die Punktausbeute steigen würde. Eine Serie wie zuletzt – 12 Siege aus 14 Matches – war natürlich nicht voraussehbar.“ Charakter der Mannschaft und Tiefe im Kader gibt Kujala als Gründe für den Aufschwung an. „In der Vergangenheit lebten wir nur von einer Torjäger-Reihe. Jetzt sind die Treffer verteilt. Wir haben vier Formationen, die alle gegen jede Reihe des Gegners auf dem Eis bestehen können. Und unsere zwei Offensiv-Reihen sind stets für Tore gut.“

Nicht unerwähnt bleiben darf Felix Bick. Der aus Düsseldorf gekommene Keeper erwies sich als eine Säule des Erfolges. Der 25-Jährige war beständigster Spieler, hat konstant gute Leistungen gezeigt und die gegnerischen Stürmer oft schier zu Verzweiflung gebracht.

Ohne einen solchen Torwart würden die Roten Teufel nicht da stehen, wo sie heute sind. Das gilt allerdings auch für ihren Viertelfinal-Gegner Kaufbeuren, der mit Stefan Vajs über den vielleicht stärksten Torhüter der Liga verfügt. Die Allgäuer gewannen vier ihrer letzten fünf Spiele. Ergo treffen zwei Teams der Stunde aufeinander. In der Hauptrunde haben die Kontrahenten im direkten Duell jeweils ihre Heimspiele in regulärer Spielzeit gewonnen.

16. und 20. März daheim

Das am Dienstag, 13. März, in Kaufbeuren beginnende Viertelfinale könnte daher über die volle Distanz von sieben Spielen gehen. Die garantierten Heimspiele im Colonel-Knight-Stadion sind am Freitag (16. 3.) und Dienstag (20. 3.), jeweils um 19.30 Uhr. löf

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