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Para-Ski-Sport: „Stier von Kulmain“ in der Hall of Fame

Der „Stier“ als Pionier: Gerd Schönfelder. Foto: Bernd Thissen (dpa) Der „Stier“ als Pionier: Gerd Schönfelder.
Kulmain. 

Eine Art Pionier war Gerd Schönfelder im Grunde schon immer. Als er Ende der Achtzigerjahre am Mittagstisch bei seiner Oma erstmals einen Zeitungsartikel über eine Ski-WM für Behinderte las, steckte der paralympische Sport hierzulande noch in den Kinderschuhen.

Knapp 30 Jahre später wird er nun am heutigen Freitag in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen – als erster Behindertensportler überhaupt. Schönfelder ist ein Aushängeschild des alpinen Para-Ski-Sports, des Para-Wintersports und der paralympischen Bewegung. 16 Paralympics-Siege, 14 WM-Titel und acht Gesamtweltcup-Siege machen den Oberpfälzer zum erfolgreichsten Winter-Athleten der Geschichte.

Agressiver Fahrstil

Sein aggressiver Fahrstil brachte ihm den Spitznamen „Stier von Kulmain“ ein. Noch eindrucksvoller aber als die zahlreichen Erfolge war für viele die Art, wie Schönfelder mit seiner Behinderung umging. „Ich bin nicht behindert – ich sehe nur so aus“, sagte er einmal.

Es war der 11. September 1989 und Schönfelder gerade 19 Jahre alt, als er auf dem Weg ins Fußballtraining zu einem anfahrenden Zug sprintete, ausrutschte und unter die Räder kam.

Neue Ziele

Er verlor seinen rechten Arm und vier Finger an der linken Hand. Doch statt in Selbstmitleid zu zerfließen, nahm Schönfelder eben neue Ziele in Angriff.

Nur drei Jahre später wurde er erstmals Paralympicssieger. Als während der Neunzigerjahre auch das Fernsehen immer mehr über die Paralympics zu berichten begann, wurde Schönfelder zu einem der ersten prominenten Gesichter. Viel wichtiger aber war, dass er auch dank seiner offenen und direkten Art als Vorbild für den Umgang mit einer Behinderung diente. „Jeder hat seine Einschränkungen. Beim einen sieht man’s, beim anderen nicht“, sagte er einmal: „Meine ist sichtbar, aber letztlich doch nicht vorhanden.“

Für sein Engagement und seine Erfolge ist Schönfelder bereits hochdekoriert. Viermal wurde er mit dem Silbernen Lorbeerblatt und 2010 als erster Deutscher mit dem IOC Disabled Athlete Award ausgezeichnet, war 2011 Weltbehindertensportler und ist schon seit 2006 Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Kulmain. sid

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