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Intensität nimmt zu: Regeländerungen im Hockey sorgen teils für unterschiedliche Meinungen

Von Es gibt wohl kaum eine Sportart, in der so häufig ihre Regeln geändert werden wie im Hockey. In dieser Saison war es die Modifizierung der Spielzeit von 2 mal 35 Minuten auf 4 mal 15 Minuten. Nur wenig zuvor war der Freischlag abgeschafft worden und durch den „self pass“ ersetzt, der den Spielern die Möglichkeit eröffnet, den Ball sofort weiterzuspielen.
Limburg. 

Unser Reporter Bernd Bude fragte den Trainer, den Mannschaftskapitän und einen Stürmer des Zweitligisten Limburger HC sowie einen regelmäßigen Zuschauer der Spiele, wie sie diese Regeländerungen einstufen.

Bernd Bude , der in seiner aktiven Zeit beim LHC sowie beim Wiesbadener THC spielte und als Schiedsrichter 88 Bundesliga-Spiele sowie zwölf Länderspiele leitete, gibt zu, dass er sich mit der neuen Regelauslegung schwer tue. „Das ist heute ein ganz anderes Spiel als früher. Die Schiedsrichter werden noch mehr gefordert als zuvor“, sagt der ehemalige Unparteiische.

Marcus Gutz Bild-Zoom Foto: Bernd Bude
Marcus Gutz

Marcus Gutz ist seit vier Wochen wieder Trainer des Zweitligisten und hat in der Rückrunde mit zwei Siegen, ein Unentschieden und zwei Niederlagen eine gute Zwischenbilanz erreicht. Der introvertierte Pädagoge sagt, er sehe die Regeländerungen positiv. Der „self pass“ habe das Spiel viel schneller gemacht. Das sei eine sinnvolle Veränderung. „Die Änderung der Spielzeit ist auch okay. Nun wird beispielsweise bei der Strafecke die Zeit angehalten, so dass sich die Gesamtspielzeit nicht wesentlich verringert hat.“

Laurens Meurer Bild-Zoom Foto: Bernd Bude
Laurens Meurer

Laurens Meurer ist Mannschaftskapitän des LHC und mit 15 Treffern in dieser Saison bisher erfolgreichster Torschütze. Er hat Positives, aber auch Negatives anzufügen. „Ich merke an einem Doppelwochenende schon, dass man insgesamt 20 Minuten weniger spielt. Ansonsten habe ich ein komisches Gefühl, wenn zur ersten Viertelpause gepfiffen wird. Das wirkt so, als hätte man noch gar nicht gespielt.“ Gut sei es jedoch, dass bei Strafecken die Zeit gestoppt wird, so dass hier in engen Situationen gegen Ende kein Zeitspiel stattfinden könne. Negativ wertet Meurer die Regelung des Wegfalls der Auszeiten. Man könne in kritischen Situationen keine Auszeit nehmen, um taktische Umstellungen vorzunehmen. Dies geht nur noch in den Viertelpausen oder in der Halbzeit. Der „self pass“ sei eine gute Regelung, denn dadurch werde das ohnehin schnelle Spiel noch schneller gemacht. Schnelle Konter könnten alleine gespielt werden, und man sei flexibler geworden. Es werde dadurch schwieriger zu verteidigen. Schwerer werde es für Schiedsrichter, die auf die korrekte Ausführung und Abstände achten müssten. Sie stünden dadurch mehr in der Kritik.

Lukas Schmitt Bild-Zoom
Lukas Schmitt

Lukas Schmitt ist Stürmer des LHC: „Ich finde die neue Regelung nicht schlecht! Natürlich gehen zehn Minuten Spielzeit verloren, dennoch halte ich es für sinnvoll, 4 mal 15 Minuten zu spielen. Meiner Meinung nach bietet dies die Möglichkeit, ganz anders zu taktieren, und auch als Spieler kann man sich darauf einstellen, dass man immer wieder nach 15 Minuten eine kurze Pause bekommt. Das Spiel ist dadurch in meinen Augen auch intensiver, und die Einsätze sind kürzer geworden. Allerdings wird in den Einsätzen noch mehr Leistung und Laufbereitschaft gefordert, wodurch das Spiel intensiver wird.“ Zum „self pass“ ist Schmitt ebenfalls positiv eingestellt: „Durch diese Regeländerung wurde das Spiel viel schneller, da man mehr Möglichkeiten hat, und dadurch sollte unsere Sportart auch attraktiver für Zuschauer sein!“

Jürgen Krah Bild-Zoom
Jürgen Krah

Jürgen Krah verfolgt die Spiele interessiert und regelmäßig auf der Zuschauertribüne: „Ich glaube, der Hockeysport ist ein ,Getriebener’. Obwohl im Vergleich zum Fußball bereits jetzt viel dynamischer und schneller gespielt wird, habe ich manchmal den Eindruck, man will Hockey noch spektakulärer machen, um ihm einen olympischen Platz zu sichern. Der scheint ja für diese ,Randsportart’ höchst gefährdet. Was ist aber, wenn für dieses Ziel die Gesundheit der Spieler gefährdet wird?“

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