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Fußbal: Für Weber beginnt die „French Open“

Monatelang wurde spekuliert, welchen Verein Thomas Tuchel übernehmen würde. Paris Saint Germain war stets am meisten im Gespräch – bis offiziell bestätigt war, dass er tatsächlich den französischen Meister coacht.
Fotografischer Rückblick auf erfolgreiche Tage bei Mainz 05: Benni Weber (li.) und Thomas Tuchel. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Fotografischer Rückblick auf erfolgreiche Tage bei Mainz 05: Benni Weber (li.) und Thomas Tuchel.
Schmitten. 

Zusammen mit Thomas Tuchel, dem ehemaligen Trainer von Borussia Dortmund, wird auch Benjamin Weber, aus Schmitten im Taunus stammend, in die französische Hauptstadt gehen. Es ist üblich, dass der Cheftrainer seine Co-Trainer – Spezialisten in verschiedenen Bereichen – mitbringt. Weber ist Video-Analyst, hatte mit dieser neuen Technik als einer der ersten beim FSV Mainz 05 begonnen. Tuchel nahm ihn dann auch damals bei seinem Wechsel zu Borussia Dortmund mit.

Bei seiner Vorstellungs-Pressekonferenz verblüffte der deutsche Cheftrainer aus dem Schwabenland das internationale Publikum mit einer Ansprache in fast fehlerfreiem Französisch. Wir haben „Benni“ Weber befragt, wie er selbst mit dieser Sprache klarkommt: „Ich habe noch ein paar Grundkenntnisse aus der Schulzeit. Mit einem Intensivkurs bei der International Language School in Bad Homburg habe ich das ausgebaut und komme jetzt ganz gut klar damit.“

Neymar, Trapp, Draxler – und viel Geld aus Katar

PARIS SAINT-GERMAIN: Der Verein besteht erst seit 1970 und spielt seit der Saison 1973/74 ununterbrochen in der 1. Französischen Liga („Ligue 1“). Der größte Vereinserfolg des Vereins, der im Parc

clearing

Nähere Beziehungen zu Frankreich hatte der 35-jährige nicht, kannte das Land nur von Durchreisen nach Spanien. Vor einigen Wochen war er das erste Mal in Paris. Weber mit einem Augenzwinkern: „Das Französischste an meiner Familie und mir war bisher der Vorname meiner Frau. Sie heißt Madeleine.“

Im Herbst soll in Oberursel geheiratet werden. Die knapp einjährige Tochter Frida wird auch mit nach Saint Germain-en-Laye ziehen, einer gepflegten Kleinstadt am Rande von Paris. Mit Hilfe des Vereins hat man dort eine nette Wohnung gefunden. In Schmitten, in „Bennis“ Elternhaus, bleibt eine Wohnung frei, ein Rückzugsort für die kleine Familie wird also erhalten. Seine Partnerin hat übrigens mit dem „Auswandern“ kein Problem. Zu gut kennt sie das „Zigeunerleben“ eines Fußballers. Ihr Vater, Jochen Müller, war Profi beim SV Waldhof Mannheim (mit dem legendären Trainer Klaus Schlappner in den Achtzigern in der Bundesliga) und wechselte später zu Dundee United nach Schottland.

Auf Madeleine Müller und ihre künstlerische Begabung dürfte Paris einen besonderen Reiz ausüben. Sie ist in der Modebranche tätig und eine begeisterte, erfolgreiche Sängerin. Sie trat auch schon bei „The Voice of Germany“ in SAT 1 auf.

Benjamin Weber freut sich auf die neue Herausforderung: „Wenn man bei diesem Verein arbeiten darf, dann ist man auf der obersten Stufe dieser Sportart angekommen.“ Vergleiche von PSG mit Bayern München liegen aus jeweils nationaler Ebene nahe, doch Weber meint, dass die anderen französischen Clubs international eine bessere Rolle gespielt haben als zuletzt Münchens deutsche Konkurrenten

Zu seinem Metier als Videoanalyst kann er über den Stand der Dinge in Frankreichs Fußball noch nicht viel sagen. „Wir sind da in Deutschland sehr gut aufgestellt. Ich bin überzeugt, dass ich in Paris meine Ideen einbringen kann.“ Am Finanziellen werden Neuerungen und Wünsche des Spezialisten aus Deutschland sicher nicht scheitern.

„Benni“ Weber wird bei PSG auf Superstar Neymar treffen, „nicht nur ein Klasse-Fußballer, sondern auch ein Pop-Star“, wie er meint, und auch auf die beiden Deutschen Kevin Trapp (Torwart) und Julian Draxler (Mittelfeld). Mit beiden hatte er noch keinen persönlichen Kontakt. Der wird aber schnell hergestellt sein, hat er doch mit den deutschen Nationalspielern viele gemeinsame Bekannte und Freunde wie etwa André Schürrle von Borussia Dortmund.

Die Chemie dürfte auch stimmen zwischen dem Vereinspräsidenten von PSG, Nasser Al-Khelaifi, und seinem neuen Mitarbeiter. Beide waren früher erfolgreiche Tennisspieler. Al-Khelaifi war einst Daviscup-Spieler für sein Heimatland Katar – und auch Weber war auf einem guten Weg zum Tennisprofi, bis ihn eine Verletzung schon in jungen Jahren stoppen sollte. Beide treffen sich nun in einer anderen Sportart und dürften auch im Fußball mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin erfolgreich sein.

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