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Tennis: Vom Außenseiter zum strahlenden Sieger

Von Die Damen des SC 80 gewannen das Derby in der Regionalliga beim SC SAFO eindeutig.
Katharina Tesar präsentierte sich im Frankfurter Derby zwar nicht in ihrer besten Form, doch sie punktete für den SC 80. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Katharina Tesar präsentierte sich im Frankfurter Derby zwar nicht in ihrer besten Form, doch sie punktete für den SC 80.
Frankfurt. 

Nach dem 7:2 der „80erinnen“ an der Forsthausstraße haben beide Teams jeweils zwei Siege auf dem Konto – und noch zwei Matches gegen Widersacher vor sich, die in der Tabelle hinter ihnen liegen. Wahrscheinlich wird beiden Teams schon ein Erfolg zum Klassenerhalt reichen. Zwei Teams müssen aus der Regionalliga Südwest absteigen. Sollte der vorzeitig als Meister feststehende Spitzenreiter BW Mannheim aufsteigen und niemand aus der Zweiten Bundesliga in die Südwest-Gruppe absteigen, müsste sogar nur ein Verein runter in die Hessenliga.

Das Stadtduell wurde praktisch schon am Samstag, also einen Tag vor dem Match, entschieden. Bis dato galt der SC SAFO als leicht favorisiert. Doch nachdem SAFO-Spitzenspielerin Eleni Kordolaimi beim 15 000-Dollar-Turnier im tunesischen Hammamet weiterkam – am Sonntag holte sie sich sogar den Turniersieg –, stand fest, dass sie ihre Zusage für das Regionalliga-Spiel nicht einhalten konnte.

Die Nummer zwei von SAFO, die Italienerin Angelica Moratelli, flog im portugiesischen Obidos zwar schon in der ersten Runde raus, sie war aber noch im Doppel gemeldet. Da an der Atlantik-Küste zwei Tage lang wegen Dauerregens nicht gespielt werden konnte, verschoben sich die Matches. Moratelli marschierte gemeinsam mit der Schwedin Linnea Malqvist durch das Turnier bis zum Triumph – Zeit für ein Ligaspiel bestand da nicht mehr.

Dadurch rückten die in Bestbesetzung angetretenen „80erinnen“ in die Favoritenrolle. Und sie wurden dieser auch gerecht. Sehr zur Freude der meisten Zuschauer. Die Anlage an der Kennedyallee war ausnahmsweise richtig belebt, und dies lag nicht an den SAFO-Sympathisanten, die wie üblich spärlich gekommen waren.

Sportlich sorgte das SAFO-Team dafür, dass die Begegnung bis zu den Doppeln spannend blieb. Im relativ flotten Tempo sorgten beide Widersacher für einen 2:2-Gleichstand. Den ersten Punkt holte Valerie Karl, die nach einer starken Leistung ihre erwartete Dominanz gegen die Ersatzspielerin Paula Wohlers bestätigte. Auf 2:0 für den SC 80 erhöhte Aymet Uzcategui. Die frühere Hessenmeisterin Noemi Hemmerich bemühte sich nach Kräften, zeigte auch schön herausgespielte Punkte. Aber die Venezolanerin agierte einfach zu stark.

Dann konterten die Gastgeberinnen. Dass Alina Hölzel gegen Jana Tesar gewinnen würde, war voraussehbar, aber die Deutlichkeit überraschte schon. Die jüngere der Tesar-Schwestern fand gegen das druckvolle und variable Spiel der kaum Fehler machenden Hölzel kein Mittel. Unerwartet war dafür der Sieg von Maxima Ellenberg gegen Clara Kühnle: Der erste Satz lief noch wie erwartet. Dann steigerte sich Ellenberg, machte kaum noch Fehler und verleitete ihre gradlinig spielende Gegnerin mit geschickten Topspin-Schlägen zu vielen Fehlern. Zwar konnte Kühnle nach einem 0:4-Rückstand auf 3:4 verkürzen und hatte sogar Spielball zum Ausgleich, doch damit hatte sie ihr Pulver verschossen.

Im Topspiel war die größere Routine von Natalie Pröse ausschlaggebend. Die Hessenmeisterin spielte solide und hatte bei langen Ballwechseln mit ihren Powerschlägen meistens das bessere Ende für sich. „Das war schon okay. Immer wenn sie herankam, konnte ich eine Schippe drauflegen“, sagte sie. Während Pröse zufrieden war, haderte Kathleen Kanev mit sich, dass sie der Favoritin nicht cleverer entgegenkam. „Als ich nach einem schnellen 0:3-Rückstand das Tempo rausnahm, habe ich gleich auf 2:3 verkürzt. Ich hätte vielleicht mehr nach vorne gehen sollen, Power-Tennis und langsames Spiel ständig variieren, um den Spielrhythmus von Pröse zu brechen“, meinte die Deutsche AK16-Meisterin von 2016.

Das spannendste Match stand indes noch aus. Unerwartet. Am Samstag verlor Cora Barber in der Juniorinnen-Hessenliga gegen Jana Tesar 2:6, 0:6 (SAFO bezwang den SC 80 7:2), nun gab ihr gegen Katharina, die ältere und stärkere der Tesar-Schwestern, niemand eine Chance. Der erste Satz lief noch normal. Doch dann machte Tesar plötzlich einen Fehler nach dem anderen, und Barber wuchs einen Tag vor ihrem 16. Geburtstag über sich hinaus, gewann schnell den zweiten Satz und führte im Champions-Tiebreak 7:4. Die nach wie vor oft mit unnötigen Fehlern spielende Tesar glich aus, musste aber bei 8:9, 9:10 und 11:12 Matchbälle abwehren. Bei 12:12 verschlug die junge SAFO-Spielerin einen Ball, dann gelang Tesar ein Winner-Schlag zum 14:12. „Das war nicht mein bester Tag. Cora hat sehr stark gespielt. Hauptsache gewonnen“, konstatierte die Siegerin.

Da SAFO nun alle drei Doppel hätte gewinnen müssen, wurden die besten Spielerinnen auf diese verteilt – dieses Vabanque-Spiel führte zum 2:7-Endstand.

SC SAFO – SC 80 Frankfurt 2:7. – Kathlen Kanev – Natalie Pröse 2:6, 3:6, Noemi Hemmerich – Aymet Uzcategui/Venezuela 2:6, 2:6, Cora Barber – Katharina Tesar 4:6, 6:1, 12:14, Maxima Ellenberg – Clara Kühnle 3:6, 6:3, 10:4, Alina Hölzel – Jana Tesar 6:1, 6:0, Paula Wohlers – Valerie Karl 1:6, 2:6, Kanev/Hemmerich – Pröse/ Uzcategui 1:6, 2:6, Barber/Hölzel – Tesar/ Tesar 6:2, 5:7, 6:10, Ellenberg/Wohlers – Karl/Carolin Menzen 4:6, 6:4, 5:10.

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