Richtig Hände waschen: „Happy Birthday” summen hilft

Händewaschen ist wichtig. Besonders nachdem man in Kontakt mit Keimquellen wie öffentlichen Toiletten gekommen ist. Entscheidend ist aber auch die richtige Art des Händewaschens.
Gründliches Händewaschen ist wichtig. So wird man Krankmacher los. Foto: Philipp Brandstädter Gründliches Händewaschen ist wichtig. So wird man Krankmacher los.
Köln. 

Regelmäßiges Händewaschen schützt vor Infektionen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, die Hände mindestens nach dem Toilettengang, beim Nachhausekommen, vor dem Essen, nach dem Müllrausbringen und dem Kontakt mit einem Tier zu reinigen.

Beim Kochen sollte man seine Hände auch gründlich waschen, nachdem man rohes Hühnerfleisch angefasst hat. Sonst können Keime aus dem Fleisch leicht in andere Speisen gelangen, die man im Anschluss in die Finger nimmt. Anders als im Krankenhaus ist zu Hause aber nicht unbedingt ein Desinfektionsmittel nötig.

Wichtig ist beim Händewaschen, es richtig und gründlich zu tun: Falls möglich, die Hände unter fließendem Wasser reinigen, rät die BZgA. Die Temperatur des Wassers sei dabei egal. Innenseiten und Rücken der Hände, Fingerzwischenräume, Fingernägel und Daumen sorgfältig einseifen. Das gesamte Prozedere dauert in der Regel 20 bis 30 Sekunden. Eine Merkhilfe für die richtige Dauer: zwei Mal hintereinander „Happy Birthday” summen.

Damit gedenkt man auch Ignaz Semmelweis, der vor 200 Jahren (1. Juli 1818) geboren wurde. Der ungarische Chirurg setzte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts für eine bessere Handhygiene in Krankenhäusern ein. Am Allgemeinen Krankenhaus in Wien führte er mit großem Erfolg die Desinfektion der Hände ein. Doch seine Kollegen hatten oft nur Spott, Hohn und Verachtung für ihn übrig.

„Je stärker seine Beweise waren, desto energischer ist der Widerstand gegen ihn geworden”, sagt der Gründer des Semmelweis-Vereins, Bernhard Küenburg. Von Keimen wusste man noch nichts. Und die Vorstellung, dass Ärzte mit ihren eigentlich helfenden Händen, den Tod brachten, sei vielen schon aus Gründen des Standesdünkels absurd erschienen, so Küenburg. Doch Semmelweis versuchte mit Nachdruck, die Praxis der Hände-Desinfektion zu etablieren. „Er hat Ärzte und Schwestern praktisch gezwungen”, meint Didier Pittet von der Universitätsklinik Genf.

(dpa)
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