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Welche Geldanlage wie viel bringt

Geldanlage mit hohen Zinsen? Diese Zeiten scheinen lange vorbei. Schon seit Jahren werfen Tagesgeld und Co. kaum noch etwas ab. Clevere Sparer können trotzdem die Inflationsrate schlagen.
Für Geld auf dem Sparbuch bekommen Bankkunden derzeit kaum bis gar keine Zinsen. Wer mehr rausholen will, muss ein wenig mehr Risiko eingehen. Foto: Oliver Berg/dpa Für Geld auf dem Sparbuch bekommen Bankkunden derzeit kaum bis gar keine Zinsen. Wer mehr rausholen will, muss ein wenig mehr Risiko eingehen.
Frankfurt/Main. 

Sparen? Ja, gerne. Viele Bundesbürger legen regelmäßig Geld beiseite. Auf lukrative Anlageformen achten sie aber nicht unbedingt.

Die Mehrheit nutzt dafür das Girokonto (59 Prozent) oder das Sparbuch (52 Prozent), wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna im Auftrag der Comdirect Bank zeigt. Rund ein Drittel hat ein Tagesgeldkonto (34 Prozent) oder bewahrt einfach nur Bargeld zu Hause auf (33 Prozent).

Viel Rendite springt dabei aber im Moment nicht heraus. „Viele Banken zahlen derzeit für Tagesgeld 0 Prozent Zinsen”, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main.

Wer schon einen größeren Betrag angespart hat, sollte sich nach guten Angeboten umsehen. „Es gibt durchaus Banken, die Neukunden bis zu 1 Prozent Zinsen für Tagesgeld zahlen”, hat Herbst beobachtet. Doch Vorsicht: Im Kleingedruckten verstecken sich oft Fallen - zum Beispiel die Bedingung, dass der Zinssatz nur für sechs Monate garantiert wird.

Mehr rausholen können sicherheitsorientierte Sparer, wenn sie Einmalbeträge in lukrative Festgeldanlagen investieren. Zwar liegt der durchschnittliche Zinssatz bei einer Laufzeit von zwölf Monaten laut FMH derzeit bei gerade einmal 0,19 Prozent. Gute Anbieter zahlen hier allerdings bis zu 1,26 Prozent Zinsen. Bei einer Laufzeit von drei Jahren sind sogar bis zu 1,70 Prozent Zinsen jährlich möglich.

Der Haken: Die besonders gut verzinsten Angebote, die auch über Zinsportale zugänglich sind, kommen oft von ausländischen Banken, zum Beispiel aus Bulgarien oder Rumänien. Nach Ansicht der Stiftung Warentest sind solche Angebote aber nicht unbedingt empfehlenswert. „Wir halten die Sicherungseinrichtungen dieser Länder mit geringer Wirtschaftskraft für nicht stabil genug, um bei einer Bankpleite alle Kunden zeitnah zu entschädigen”, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest” (Heft 2/2018).

Sicher ist Spargeld aus Sicht der Experten bei Banken aus Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Großbritannien oder Schweden. Die besten Anbieter zahlen hier laut „Finanztest” für Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr immerhin 1,00 Prozent Zinsen und bei einer Laufzeit von drei Jahren 1,35 Prozent.

Wer sein Geld für fünf Jahre fest anlegt, kann den Warentestern zufolge sogar bis zu 1,80 Prozent bekommen. Sinnvoll ist ein so langer Zeitraum aber nicht unbedingt, findet Herbst. „Bis dahin sollten die Zinsen insgesamt wieder gestiegen sein”, vermutet er.

Sparer, die mehr wollen, müssen mehr riskieren. Eine Möglichkeit sind Aktien, die Dividenden ausschütten. Für Anleger kann sich das lohnen: Rund 46 Milliarden Euro haben allein die in Deutschland an den Börsen notierten Unternehmen im vergangenen Jahr an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Der Löwenanteil - fast 32 Milliarden Euro - entfiel nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf die 30 im Dax notierten Unternehmen.

Um die Rendite und das Risiko in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, ist eine Mischung aus Aktien und Zinsanlagen ratsam. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bieten auch wenig erfahrenen Anlegern eine einfache Möglichkeit, in Aktien zu investieren. Diese Fonds bilden einen Börsenindex nach. Wer zum Beispiel einen Teil seines Geldes in einen ETF auf den Dax steckt, profitiert so auch von den künftigen Dividendenzahlungen.

(Von Falk Zielke, dpa)
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