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Beziehung zu Geschwistern ist im Alter leichter zu kitten

Sei es wegen eines Streits oder weil man sich schon immer nicht so gut verstand: Manchmal haben Geschwister über Jahre keinen Kontakt mehr zueinander. Im Alter kann man sich aber wieder annähern.
Im Seniorenalter ist es oft einfacher, abgebrochene Kontakte zu nahen Angehörigen wieder aufzunehmen und sich zu versöhnen. Foto: Daniel Karmann Im Seniorenalter ist es oft einfacher, abgebrochene Kontakte zu nahen Angehörigen wieder aufzunehmen und sich zu versöhnen. Foto: Daniel Karmann
Nürnberg. 

Im Alter wünschen sich viele wieder einen engeren Kontakt zu nahen Angehörigen. Das gilt vor allem für Geschwister, zu denen der Kontakt eingeschlafen ist oder mit denen es Konflikte gab.

„Ein Grund ist darin zu sehen, dass es außer den Geschwistern dann meist nur noch wenige Menschen gibt, die einen so lange und so gut kennen. Das verbindet”, erklärt Frieder Lang. Er ist Professor für Alternsforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ältere Menschen haben bessere Chancen, solche Beziehungen wieder zu kitten.

Es ist einer der Gewinne des Alters, dass man leichter übergehen oder ausblenden kann, was einen am anderen stört oder gestört hat, erklärt Lang. Die Voraussetzungen, sich wieder anzunähern, sind also ganz gut. Nur wie geht man es an? „Wenn man nach langer Zeit der Funkstille neu Kontakt aufnehmen will, würde ich grundsätzlich empfehlen, zunächst vorsichtig mit einer Karte oder einem Anruf anzufangen”, rät Lang. Keinesfalls sollte man Druck ausüben.

„Beim ersten Kontakt oder Treffen ist es hilfreich, keine Vorwürfe von sich zu geben und bekannte Konfliktthemen zu vermeiden.” Besser nutzt man die Möglichkeit, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen und Vertrauen, Verständnis sowie Interesse aufzubauen. „Vielleicht lässt sich dann zu einem späteren Zeitpunkt ganz schnell klären, was früher nicht so gut lief.”

(dpa)
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