Viele Radstellplätze an Bahnhöfen „mangelhaft”

Überfüllt, kein Dach und schlechter Service: Fast die Hälfte der Radstellplätze an deutschen Bahnhöfen ist in einem ADAC-Test durchgefallen. Die Tester und der Fahrrad-Club ADFC nehmen die Politik in die Pflicht.
Viele Fahrradstellplätze an deutschen Bahnhöfen sind schlecht ausgestattet, ergab ein ADAC-Test. Foto: Swen Pförtner Viele Fahrradstellplätze an deutschen Bahnhöfen sind schlecht ausgestattet, ergab ein ADAC-Test.
München. 

Wer sein Fahrrad am Bahnhof abstellen will, hat oft mit schlechten Stellplätzen zu kämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Test des ADAC in zehn Städten. Etwa jeder Dritte der 400 getesteten Stellplätze (32 Prozent) bekamen die Note „sehr mangelhaft”.

Weitere 12 Prozent wurden mit „mangelhaft” bewertet, wie Deutschlands größter Verkehrsclub in München mitteilte. Die drei schlechtesten sogenannten Bike+Ride-Anlagen für Pendler stehen demnach in München, Nürnberg und Dresden. Bestnoten bekamen Stellplätze in Düsseldorf, Leipzig und Hannover. „Man hat in jeder Stadt Ausfälle und gute Beispiele”, sagte eine Sprecherin.

Der ADAC kritisierte, dass es zu wenig Stellplätze für die Räder, zu wenig Platz zum Rangieren und zu wenige Möglichkeiten zum Anschließen gebe. 33 Prozent der getesteten Stellplätze waren demnach überfüllt. Vor allem in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main und München gebe es zu wenige Plätze zum Abstellen. Außerdem fehlten oft Videoüberwachung, Ladestationen für E-Bikes und Schließfächer.

Für schlechtes Wetter ist den Testergebnissen zufolge weniger als die Hälfte der getesteten Stellplätze gerüstet: 54 Prozent der Anlagen fehlte eine Überdachung. Die große Mehrheit der Bike+Ride-Standorte sei zudem nicht videoüberwacht. Fahrer von E-Bikes können von den getesteten Städten ausschließlich in Berlin und München ihre Räder abstellen und aufladen.

Lob gab es vom ADAC für die gute Anbindung fast aller Anlagen an das örtliche Radwegenetz. „Die Erreichbarkeit der Anlagen erwies sich als durchweg gut bis sehr gut”, hieß es. Die Politik müsse aber in der Städteplanung noch mehr darauf achten.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisierte eine „drastische Unterversorgung an deutschen Bahnhöfen” und forderte den Bau geräumiger Fahrradparkhäuser. „Wer die Städte und Pendlerstrecken vom Dauerstau entlasten will, muss den Menschen attraktive Alternativen bieten” , sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Der ADAC testete in den zehn Städten mit dem höchsten Radverkehrsaufkommen und mehr als 500.000 Einwohnern an jeweils zehn Bahnhöfen und Stationen des öffentlichen Nahverkehrs das Angebot für Radfahrer - getestet wurden Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart.

(dpa)
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