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Unis wollen autonomes Fahrzeug entwickeln

Noch sind fahrerlose Autos Zukunftsmusik. Nun widmen sich auch mehrere deutsche Unis dem Thema. Sie wollen Grundlagen für den Bau eines solchen Wagens schaffen. Das könnte dann auch mal die Kinder abholen. Allein.
„Das Fahrzeug muss ohne menschliche Hilfe aus sicherheitskritischen Situationen immer in einen sicheren Zustand übergehen können”, sagt Gesamtkoordinator am ika, Lutz Eckstein. Foto: Institut für Kraftfahrzeuge (ika) RWTH Aachen University „Das Fahrzeug muss ohne menschliche Hilfe aus sicherheitskritischen Situationen immer in einen sicheren Zustand übergehen können”, sagt Gesamtkoordinator am ika, Lutz Eckstein.
Aachen. 

Einfach mal dem Auto auftragen, das Kind von der Schule abzuholen - ohne, dass Mutter sich ans Steuer setzen muss. Solche Szenarien sind bislang ein Traum. Noch gibt es keine marktreifen autonomen Autos.

Aber viele Unternehmen forschen daran, unter anderem die Google-Schwesterfirma Waymo, aber auch der Fahrdienstvermittler Uber und deutsche Autokonzerne.

Nun wollen auch sieben deutsche Universitäten zusammen mit Unternehmen in den kommenden vier Jahren bei der Entwicklung eines autonom fahrenden Elektroautos zusammenarbeiten. Das Fahrzeug soll dabei ganz ohne Lenkrad auskommen. Herzstück ist der Rechner, der mit Sensoren des eigenen Fahrzeugs, Sensoren im Straßenraum und mit anderen Fahrzeugen vernetzt ist, wie das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) an der RWTH Aachen am Donnerstag beim Start des Projekts UNICARagil mitteilte.

„Das Fahrzeug muss ohne menschliche Hilfe aus sicherheitskritischen Situationen immer in einen sicheren Zustand übergehen können”, sagte Gesamtkoordinator am ika, Lutz Eckstein, über UNICARagil. In Situationen, wo das System keinen Ausweg findet - etwa wenn ein anderes Auto auf der Straße in zweiter Reihe parkt und eine durchgezogene Linie verbotenerweise überfahren werden müsste - muss ein Fahrlotse in einem Leitstand entscheiden, was zu tun ist.

Die geplante Sicherheitstechnik besteht aus einzelnen Modulen, die immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden können, quasi wie ein Update auf einem Computer. Diese Komponenten müssten getestet werden und nicht das ganze Fahrzeug, so die Überzeugung.

„Die Gestaltung eines sicheren Fahrens steht absolut im Vordergrund. Das ist Grundvoraussetzung für die Akzeptanz durch die Gesellschaft”, sagt Eckstein. Nach der jüngsten Studie des TÜV Rheinland sind Autofahrer in Deutschland, China und den USA davon überzeugt, dass die Verkehrssicherheit bei zunehmender Automatisierung abnimmt.

In Aachen wurde bereits der elektrische Lieferwagen Streetscooter entwickelt, den die Post jetzt selbst für die eigenen Zusteller baut. Das ebenfalls in Aachen entwickelte Stadtauto e.Go soll im Mai in Serie gehen.

Am Ende von Unicaragil sollen vier Prototypen gebaut werden: Neben dem Familienhelfer ein Taxi, ein Lieferfahrzeug und ein Shuttle. „Wir wollen Grundlagen schaffen, die neutral für alle gleichermaßen verwendbar sind, um einen neuen Standard vorzubereiten, wie man solche automatisierten Fahrzeuge gestalten kann”, sagte Eckstein. Ob ein Autohersteller diese Vorlage nutzt, muss sich noch zeigen.

(Von Elke Silberer, dpa)
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