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2018: Was bei der Bank im neuen Jahr anders wird

Ab dem kommenden Jahr gelten neue Verbraucherrechte bei Bankgeschäften. Die Haftungsgrenze bei Kreditkartenmissbrauch sinkt, TAN-Nummern auf Papier laufen aus und Fonds werden neu besteuert.
Manches im Geldgewerbe wird zum Jahreswechsel anders. Auch die Modalitäten bei Kreditkartenzahlungen ändern sich. Verbraucher müssen der Blockierung eines Teilbetrags auf ihrem Konto zustimmen. Bisher wurden sie nicht gefragt. Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild) Manches im Geldgewerbe wird zum Jahreswechsel anders. Auch die Modalitäten bei Kreditkartenzahlungen ändern sich. Verbraucher müssen der Blockierung eines Teilbetrags auf ihrem Konto zustimmen. Bisher wurden sie nicht gefragt.

Geringere Haftung bei Kartenmissbrauch

Wird eine Kreditkarte gestohlen, kann der Schaden beträchtlich sein. In der Regel zeigen sich Banken und Sparkassen aber großzügig und ersetzen bei unverschuldeten Abbuchungen fast den gesamten Betrag. Maximal 150 Euro müssen Geschädigte selbst tragen. Ab 2018 sinkt diese Haftungsgrenze. Dann haften Bankkunden bei Kartenmissbrauch nur noch mit maximal 50 Euro. Die Haftungsbeschränkung greift allerdings nur, wenn kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zum Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte geführt hat. Kann die Bank oder der Kreditkartenanbieter unachtsames oder absichtliches Fehlverhalten nachweisen, haften Verbraucher weiterhin unbeschränkt.

Blockierte Beträge bedürfen Zustimmung

Reserviert man ein Hotelzimmer oder mietet ein Auto an, wird oft ein bestimmter Betrag auf dem Kreditkartenkonto blockiert. Bislang hatten Verbraucher da kein Einspruchsrecht. Von 2018 an ändert sich das. Dann müssen Karteninhaber vor dem Sperren des Betrags zustimmen. Erst dann ist die Bank berechtigt, das Geld vorübergehend zu blockieren.

Fremde Dienstleister dürfen auf Online-Banking zugreifen

Ab kommendem Jahr können Bankkunden Drittanbietern erlauben, Zahlungen im Online-Banking vorzunehmen oder Kontoinformationen abzurufen. Da dann auch Finanzdienstleister als Drittanbieter gesetzlich anerkannt sind und der Bankenaufsicht unterliegen, dürfen Kunden diesen gegenüber ihre Geheimzahlen preisgeben und Einblick auf ihr Konto gewähren. Dadurch können fremde Zahlungsdienstleister Transaktionen auf dem Konto auslösen, wie zum Beispiel Überweisungen im Onlinehandel vornehmen.

Ende der TAN-Nummer auf Papier

Online-Banking soll sicherer werden. Ein Schritt dazu ist das Auslaufen der auf Papier bereitgestellten Geheimnummern für das Online-Banking. Die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 bestimmt, dass die Nummernlisten zum Freischalten von Bankaufträgen nicht mehr sicher genug sind, da sie auf dem Postweg in falsche Hände geraten können. Künftig werden TAN-Nummern per SMS, QR-Code, App, Fingerabdruck oder Chip-TAN-Generator bereitgestellt.

Unbegrenzte Steuerfreiheit für ältere Fondsanteile entfällt

Das Investmentsteuergesetz bringt neue Regeln für Fondssparer mit sich. Eine wesentliche Neuerung ist das Ende der unbegrenzten Steuerfreiheit für Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden. Gewinne aus dem Verkauf solcher Altanteile sind nur noch bis Silvester 2017 vollständig steuerfrei. Ab Januar gelten diese Fondsanteile als neu gekauft, und der dann entstehende Wertzuwachs ist steuerpflichtig. Um den Übergang in die Steuerpflicht abzumildern, räumt der Gesetzgeber jedem Anleger einen Freibetrag von 100 000 Euro für seine bereits vorhandenen Altanteile ein.

Neue Fondssteuern

Ab Januar müssen deutsche Fonds erstmals auf Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien Steuern zahlen. Damit werden in- und ausländische Fonds steuerlich gleichgestellt. Für Anleger bedeutet das: Ihr Fonds schüttet künftig weniger Erträge aus. Nach Angabe des Fondsverbandes BVI werden Sparer aber nicht schlechter gestellt, denn im Gegenzug erhalten sie steuerliche Teilfreistellungen, die je nach Fonds variieren. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds in der Regel 15 Prozent und bei Immobilienfonds zwischen 60 und 80 Prozent. Für thesaurierende, also wieder anlegende Fonds, wird eine Vorabpauschale eingeführt. Damit möchte der Staat sicherstellen, dass er die Steuern bei diesen Fonds zeitnah bekommt und nicht erst bei Verkauf im Rahmen der Abgeltungssteuer. Die Höhe der Vorabpauschale wird zum Ende eines jeden Jahres von der depotführenden Bank ermittelt und ans Finanzamt abgeführt. Beim späteren Verkauf der Fondsanteile verrechnet das Finanzamt dann die gezahlte Vorabpauschale mit der fälligen Abgeltungssteuer. Bevor Steuern zu zahlen sind, greift wie bisher der eingereichte Freistellungsauftrag von 801 Euro pro Person.

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