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TV-Kritik: "Zu schnell in den Tod": So tickt die Raser-Szene

Illegale Autorennen und aufmotzte Autos ohne TÜV fordern immer mehr Menschenleben. Wie die Polizei dagegen kämpft.
Wenn der Gasfuß stärker wird als jede Vernunft, hat das oft tödliche Konsequenzen. Die Endstation heißen  Autowrack – und nicht selten Friedhof auch für Unbeteiligte. Foto: Frank Bauermann Wenn der Gasfuß stärker wird als jede Vernunft, hat das oft tödliche Konsequenzen. Die Endstation heißen Autowrack – und nicht selten Friedhof auch für Unbeteiligte.
Immer wieder schafft es die Raser-Szene in die Schlagzeilen. Meist mit schrecklichen Unfällen: Wenn die Raser in den Innenstädten sowie auf Landstraßen und Autobahnen aufs Gaspedal steigen und sich gegenseitige Rennen liefern, bringen sie nicht nur sich, sondern auch Fußgänger und andere Autofahrer in tödliche Gefahr. Durch überhöhte Geschwindigkeiten reißen sie immer wieder auch unbeteiligte in den Tod. Die Endstationen heißen Schrottplatz und Friedhof.

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Die Filmer Jule Sommer und Udo Kilimann nehmen in ihrer Doku "Zu schnell in den Tod" für die Sendereihe "37°" die Raser-Szene genauer unter die Lupe. Es handelt sich um ein Milieu mit einem bizarren Verständnis von Maskulinität. Die Identifikation mit dem eigenen Auto geht weit über die Wünsche und Träume eines gewöhnlichen Auto- und PS-Fanatikers hinaus. Das Rasen von Ampel zu Ampel und das Gewinnen dabei gewinnt eine sexuell-fetischistisch anmutende Bedeutung.

Autofans sind keine Raser

Das Abgehängt-Werden durch einen schnelleren Fahrer scheint hier seelische Verwundungen zu bewirken, die sich mit der Zurückweisung durch eine angebetete Frau messen lässt. Wobei der "37°"-Film eine etwas problematische Richtung bekommt, wenn er sich auf die Motorshow in Essen begibt: Autofans und Raser sind zwei getrennte Gruppen. Ein echter Autofan würde nie ein Menschenleben riskieren und ebenso wenig das geliebte Stück Blech für einen kurzfristigen Kick auf Spiel setzen.
 
Dennoch, irgendetwas scheint sich in den Köpfen von Rasern abzuspielen, das sich dem Verständnis selbst PS-affiner Beobachter entzieht. Die Polizei hat jedenfalls gut zu tun. Kommissar Rainer Fuchs, Leiter der Sonderermittlungsgruppe "Rennen" in Köln, und seine Leute haben jedenfalls gut zu tun. Sie ziehen in jedem Einsatz illegal aufgemotzte Wagen ohne entsprechenden TÜV-Segen und Raser aus dem Verkehr und stoppen illegale Autorennen.

Autorennen auf der Straße sind jetzt eine Straftat

Oft müssen sich die Polizisten dabei massive Beschimpfungen und Beleidigungen anhören. Aber Fuchs, der selbst eine Schwester durch Autoraser verloren hat, lässt sich davon nicht beirren. Dabei hat er für Auto- und Tuningfans durchaus Verständnis, solange sie sich im legalen Rahmen bewegen. Aber illegales Tuning und verbotene Straßenrennen nehmen zu, die Opferzahlen ebenso. Dass die Politik das Problem erkannt hat, zeigt eine massive Gesetzesverschärfung: Mittlerweile sind illegale Autorennen keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat mit bis zu zehn Jahren Gefängnis.
 
Menschen im Sarg und auf der Intensivstation sind die Konsequenzen, wenn der Rausch der Geschwindigkeit jede Vernunft ausschaltet. Die 37°-Sendung liefert erschreckende Einsichten, hätte aber mit ein paar nüchternen Daten noch mehr bewirken können: Selbst leichte und unabsichtliche Übertretungen der Geschwindigkeit haben massive Auswirkungen auf den Bremsweg eines Fahrzeugs. Ein paar Meter mehr oder weniger können über Leben und Tod entscheiden.
 
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