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TV-Kritik: "Zu gut für diese Welt": Auch ohne Leiche fesselnd

Von "Hubert und Staller" gehört seit Jahren zu den beliebtesten Vorabend-Serien in Deutschland. Diese mittlerweile 110. Episode zeigt überzeugend, weswegen.
Der Polizist Riedl (Paul Sedlmeir, l.) ist immer noch fasziniert von seiner Ex-Freundin Maria (Zota Thiessen, r.). Foto: ARD/TMG/Chris Hirschhäuser Der Polizist Riedl (Paul Sedlmeir, l.) ist immer noch fasziniert von seiner Ex-Freundin Maria (Zota Thiessen, r.).

Bei einer Routinekontrolle lernen die Polizisten Franz Hubert (Christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau) Maria Strobl kennen: Die junge Frau sitzt am Steuer eines Ford Mustang-Cabriolets aus den 60er Jahren. Nachdem Maria weiterfährt, bemerken die beiden Blut an der Hand von Franz Hubert, der sich bei der Kontrolle am Kofferraum aufgestützt hat. Kurz darauf erfährt Polizist Martin Riedl (Paul Sedlmeir) von der Fahndung nach Maria, als sie gerade direkt an ihm vorbeifährt.

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Er lässt sie aber unbehelligt weiterfahren: Die beiden waren einst ein Paar, was Riedl nicht vergessen konnte. Er sucht Maria auf und spricht nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch mit ihrem Bruder Ben (Benedikt Blaskovic), der einige Zeit im Gefängnis saß. Und allen Grund hat, sich wegen des Auftauchens des früheren Freunds seiner Schwester zu ärgern: Er hat sich nach seiner Haftentlassung auf unsaubere Geschäfte eingelassen

Parallelen zu den "Rosenheim-Cops"

In gewisser Weise stellt "Hubert und Staller" im ARD-Programm die Konkurrenz zu den "Rosenheim-Cops" im ZDF dar: Beide Reihen spielen im ländlichen Oberbayern, die Schönheiten der Landschaft sorgen dabei immer wieder dekorative Einlagen.  Insgesamt gibt es in der ARD aber erheblich mehr Szenen, die im Freien spielen, weswegen die  Umgebung die Optik der Reihe auch deutlich stärker prägt als im ZDF. Nur der bisher einzige 90-Minüter der Rosenheim-Cops, "Der Schein trügt", bot in dieser Hinsicht mehr Augenfutter.

Weiterer Unterschied: Das Polizistenduo der ARD lässt es weniger entspannt angehen. Der fröhlich und lebenslustig angelegte Staller und der ernsthaftere und ein wenig verbissene Hubert bilden kein allzu harmonisches Paar. Es herrscht eine gewisse Grundspannung vor. Der Wortwitz hält sich in dieser Episode zurück. Gags zeigen sich eher visuell, wenn etwa Hubert seine blutverschmierte Hand wie ein Beweisstück in einer Plastiktüte trägt, oder als Situationskomik.

Im Mittelpunkt steht aber besonders das Beziehungsdreieck zwischen Riedl, Maria Strobl und ihrem Bruder Ben: Es steckt durch Riedls Erinnerungen eine anrührende Geschichte über Selbstfindung darin, zumal Paul Sedlmeir den linkischen Polizisten auch mit angemessener Unbeholfenheit verkörpert. Die mittlerweile 110. Episode gefällt deswegen als mit leichter Hand erzählter, aber nicht seichter Vorabend-Krimi. "Zu gut für diese Welt" schafft es auch ohne Leiche, den Zuschauer zu fesseln.

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