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TV-Kritik: Tatort "Sonnenwende": Der Freund mit der dunklen Seite

Von Ein trauriger Anlass führt Friedemann Berg mit einem alten Kumpel zusammen. Bald muss der Kommissar erkennen, dass es dort mehr als zweifelhafte Ansichten gibt.
Kommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Volkmar Böttger (Nicki von Tempelhoff) sind alte Freunde. Bild: SWR/Benoit Linder Foto: (SWR-Presse/Bildkommunikation) Kommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Volkmar Böttger (Nicki von Tempelhoff) sind alte Freunde. Bild: SWR/Benoit Linder

Die Masche, im Krimi Spannung aufzubauen, ist nicht neu. Aber halt trotzdem immer wieder wirkungsvoll: ein Kommissar, der erkennen muss, dass ein alter Freund überaus hässliche Verbindungen besitzt. So Mario Kopper (Andreas Hoppe) in seinem letzten Fall „Kopper“ oder hier Friedemann Berg (Hans –Jochen Wagner) in seinem zweiten Einsatz. "Auf die Freundschaft" sagt Bergs alter Freund Volkmar Böttger (Nicki von Tempelhoff).

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Und stößt mit ihm an. Ein Ausspruch, der in seiner Doppelbödigkeit gut zum Charakter dieses Krimis passt. Wie überhaupt die auf den ersten Blick so anheimelnd idyllischen Bilder vom scheinbar geordneten Landleben, von Äpfeln, Trauben und Tieren. Wo Berg mit seiner Kollegin Franziska Tobler (Eva Löbau) hingefahren ist, weil beim Tod von Volkmars Tochter Sonnhild Böttger (Gro Swantje Kohlhoff) merkwürdige Begleitumstände aufgetreten sind.

Krimi mit starken Stimmungsbildern

Scheinbar starb Sonnhild nämlich an Diabetes Typ 1. Aber ihr Blutbild weckt den Verdacht auf eine Fehlbehandlung. Und Otfrid Ruhnke (Rainer Steffen), der behandelnde Arzt, hat nicht so reagiert, wie zu erwarten gewesen wäre. Zudem ist er bereits aktenkundig. Und spätestens beim Begräbnis Sonnhilds muss Berg zur Kenntnis nehmen, dass sein alter Freund auch eine bemerkenswert dunkle Seite besitzt.

Wie schon "Goldbach", der erste Schwarzwald-"Tatort", setzt auch der Nachfolger  auf intensive Stimmungsbilder und Szenen von Trauer und Schmerz. Die Geschichte baut aber im Vergleich sehr viel früher und wirkungsvoller Spannung auf. Das Drehbuch baut die Neonazis anfangs eher beiläufig in die Handlung ein, rückt das Thema aber dann sehr bald in den Mittelpunkt. Und verbindet das vor allem mit filigraner Charakterzeichnung.

Kohlhof und Große hatten schon stärkere Rollen

Was auch den Schauspielern Gelegenheiten zu überzeugenden Leistungen gibt. Krimifans könnten freilich etwas damit hadern, dass  Gro Swantje Kohlhof und Christina Große diesmal bei weitem nicht so einprägsame Charaktere verkörpern wie bei ihren früheren Auftritten in Sonntagskrimis. In "Die Wiederkehr" und "Rebecca" (Kohlhof) sowie "Dünnes Eis" und "Waldlust" (Große) hatten beide deutlich spannendere Rollen.

Dafür kann sich diesmal neben Nicki von Tempelhof besonders Hans-Jochen Wagner gut in Szene setzen. Das Drehbuch verbindet die Handlungsfäden ziemlich gekonnt. Umut Dag konzentriert sich in seiner Regie vor allem auf die Figuren und verzichtet auf überflüssige Mätzchen. Zusammen mit der Musik von Iva Zabkar kommt deswegen ein ziemlich guter "Tatort" dabei heraus.

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