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TV-Kritik: "Kessler ist… Conchita Wurst": Überraschend aufschlussreich

Von In der Personality-Doku schlüpft Schauspieler Michael Kessler "mit Haut, Haar und Hirn" in die Rolle von ESC-Gewinner Conchita Wurst – und offenbart dabei dessen tiefgründige Seiten.
Wer ist hier wer? Michael Kessler und Conchita vor der Recherchewand. Foto: ZDF/Mike Christian Wer ist hier wer? Michael Kessler und Conchita vor der Recherchewand.
Der Wirbel, den Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst vor drei Jahren verursachte, war beachtlich: Eine Drag-Queen mit Bart gewann den ESC. "Rise like a Phoenix" hieß das Lied, das sich in James Bond-Akustik mit dem Thema Selbstfindung und der Suche nach Identität beschäftigte. Und obwohl Neuwirth nicht an der Entstehung des Lieds beteiligt war, spiegelte es viele Aspekte seines Lebens wieder und machte ihn schlagartig zum Star.

Mittlerweile erscheint der Ruhm leicht verblasst. Neuwirth ließ zudem verlauten, Conchita Wurst "töten" zu wollen. Schauspieler Michael Kessler schlüpft für die aktuellste Ausgabe seiner Serie "Kessler ist…" in die Rolle von Neuwirth und nimmt dabei auch wieder dessen Aussehen an. Dabei gelingen ihm überraschend tiefgründige Aussagen von und über Thomas Neuwirth, weitab vom gewohnten Rummel um den Travestie-Künstler.

Selbstbewusstes Schwul-Sein als Botschaft

Zur Einstimmung besucht Kessler den Ort in Oberösterreich, in dem Neuwirth seine Kindheit und Jugend verbrachte. Dass bereits der junge Thomas Neuwirth in der Erinnerung seiner Eltern und seines Bruders ein enormes Selbstbewusstsein zeigte, kann dabei kaum überraschen. Er erwies sich als aufgeweckter und lebhafter Junge, der gerne im Mittelpunkt stand und sich zudem als Rädelsführer hervortat. Dabei wusste er früh, was er wollte und wie er es bekommen würde.

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Sehr früh war ihm seine Homosexualität klar. Jemand wie Thomas Neuwirth, in gewisser Weise ein Naturtalent im Provozieren und Anecken,  konnte damit nicht anders als offensiv umgehen. Die Fragen, die Kessler zu ihm stellt, betreffen Neuwirths Botschaft zur Toleranz und noch viel mehr. Sie sind von faszinierender Doppelbödigkeit und betreffen vor allem das Verhältnis von Künstler zu der geschaffenen Kunstfigur. Etwa, ob Neuwirth auf den Erfolg von Conchita Wurst eifersüchtig wäre.

Wie sieht Neuwirth sich selbst?

Vielfach geht es dabei um das Wahrnehmen und das Selbstverständnis in allen Schattierungen. Neuwirth zeigt sich dabei in seinen Aussagen immer wieder als Tastender und Suchender, als jemand, der den Dingen und auch sich selbst auf den Grund gehen will: ein enormer Kontrast zu dem schillernden Sänger im Fummel auf der Bühne, den Kessler insbesondere am Ende auch kraftvoll zum Ausdruck bringt. Zur Ergänzung hätte man aber gerne noch etwas über Neuwirths Vorbilder erfahren. Etwa: Wie steht er zu dem seinerzeit enorm erfolgreichen Georg Preusse alias "Mary"?
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