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Nepal: Noch ein Erdbeben

Noch sind nicht alle Erdbeben-Opfer in Nepal mit dem Nötigsten versorgt, da wird das arme Himalaya-Land schon wieder getroffen: Ein starkes Erdbeben lässt Millionen Häuser erzittern – und viele einstürzen.
Kathmandu: Die Schäden sind immens Foto: PRAKASH MATHEMA (AFP) Kathmandu: Die Schäden sind immens
Kathmandu. 

Rund zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 8000 Toten in Nepal ist die Himalaya-Region am Dienstag erneut von einem schweren Beben erschüttert worden. Dabei gab es in Nepal und angrenzenden Ländern erneut viele Tote und Verletzte. Nach Angaben von US-Seismologen hatten die Erdstöße eine Stärke von 7,3. Das Beben am 25. April war zwar noch deutlich stärker, allerdings trafen die Erschütterungen diesmal schon schwer beschädigte Gebäude. Weitere Häuser stürzten ein, viele Menschen gerieten Panik.

Das Epizentrum lag in der Nähe des Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Nach dem ersten Beben mit Toten auch unter den Bergsteigern hielt sich den Behörden zufolge inzwischen dort niemand mehr im Basislager auf. Allein in den ersten Stunden nach den Erdstößen zählten die Behörden Dutzende Todesopfer und rund 1000 Verletzte – die meisten in Nepal. Doch auch in Indien und Tibet gab es Tote. In Nepals Hauptstadt Kathmandu rannten die Menschen panisch aus ihren Häusern. Eltern drückten ihre Kinder schützend an sich. Freiwillige bildeten Menschenketten, um Krankenwagen in den überfüllten Straßen den Weg zu bahnen. Doch zunächst konnten die Retter noch nicht weit vordringen. Fieberhaft versuchten die Menschen, über Handy Verwandte und Freunde zu erreichen. Das Beben begann zur Mittagszeit in Nepal und war noch in Indien und Bangladesch zu spüren. Es folgten mindestens sechs Nachbeben, von denen eines die Stärke von 6,3 erreichte.

 

Dörfer zerstört

 

In der Provinz rund um das 40 Kilometer von Kathmandu entfernt gelegene Chautara gab es nach offiziellen Angaben drei große Erdrutsche, Häuser stürzten ein. Die Region war schon vom vorigen Beben am stärksten betroffen. Bei der Katastrophe am 25. April wurden mindestens 8046 Menschen getötet und mehr als 17 800 verletzt. Hunderttausende verloren ihre Wohnungen. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Rettungsmannschaften auf dem Rückweg nach ihrem jüngsten Einsatz erwogen am Dienstag, gleich wieder in die Unglücksregion zurückzukehren. Das Hochgebirge mit seinen steilen Hängen, tiefen Tälern und schmalen Straßen erschwerte beim ersten Beben sämtliche Hilfseinsätze. Viele Orte sind nur mit Hubschraubern erreichbar. Hinzu kommt, dass im April noch Tausende Alpinisten und Bergtouristen in abgelegenen Regionen und an den Felswänden unterwegs waren.

Die diesjährige Bergsteiger-Saison unmittelbar am Mount Everest wurde abgesagt, nachdem 18 Alpinisten in Schneelawinen nach dem Beben im April ihr Leben verloren hatten. Inzwischen seien keine Touristen oder Bergführer aus Nepal mehr direkt am Everest, erklärte die Vereinigung von Expeditionsanbietern. Eine Spanierin, die mit ihrem Mann etwas davon entfernt wanderte, zeigte sich schockiert: „Wir haben den Berg vor uns einstürzen sehen“, sagte sie. „Er begrub Häuser unter sich.“ Hintergrund Seite 3

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