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Die Faszination der Queen

Von Es gibt gute Gründe, sich auf den Queen-Besuch zu freuen. Und das bedeutet nicht etwa, dass die Deutschen Monarchisten sind.
FNP Redakteur Ulrich Feld, aufgenommen am 10.04.2014 in den Redaktionsräumen der FNP in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler Foto: (FNP) FNP Redakteur Ulrich Feld, aufgenommen am 10.04.2014 in den Redaktionsräumen der FNP in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler

Sie ist fast 89 Jahre alt, trägt nicht gerade modische Kostüme, und wer viel Glück hat, wird sie gerade einmal aus der Ferne winken sehen. Und doch hat die Nachricht, dass die britische Queen Elizabeth II. im Juni Frankfurt besucht, viele Menschen begeistert. Das zeigt, dass gerade die britische Monarchie immer noch eine Faszination auf die Deutschen ausübt.

Denn obwohl die allermeisten Bundesbürger sich wohl kaum ein kostspieliges Königshaus im eigenen Land vorstellen könnten, blicken sie bisweilen ein wenig neidisch auf den Glanz, den die britischen Royals ausstrahlen. Den Spagat zwischen traditionellen Ritualen und moderner Vermarktung schafft die „Firma“ dabei durch eine klare Arbeitsteilung: Das junge Paar William und Kate mit seinem Baby-Prinzen George verkörpert die moderne, volksnahe Monarchie. Der ewige Thronfolger Prinz Charles widmet sich dem Öko-Landbau. Die Queen steht für konservative Verlässlichkeit und Beständigkeit und bildet damit eine Gegenwelt zur hektischen Aktualität mit ihren ständigen Veränderungen.

Zudem scheinen die Zeiten vorbei, in denen das Familienleben der Royals so turbulent war wie in einer Seifenoper, in denen Scheidungen und Skandale die Schlagzeilen beherrschten. Auch Vorwürfe gegen Prinz Andrew in einer Missbrauchsaffäre wurden vor kurzem von einem US-Gericht fallengelassen. Das Image der Royals ist seit der Hochzeit von William und Kate sauberer denn je.

Wohl kein Mitglied der königlichen Familie aber beeindruckt selbst viele Monarchiekritiker so stark wie die Queen selbst. Obwohl sie eine der reichsten Frauen der Welt ist, wirkt sie bodenständig, unprätentiös und selbst im hohen Alter äußerst pflichtbewusst. So harrte sie etwa bei ihrem 60-jährigen Thronjubiläum bei strömendem Regen über drei Stunden lang auf dem Themse-Schiff aus und winkte ihrem Volk zu. Und sie beherrscht die kleinen Gesten der Versöhnung – etwa als sie bei ihrem historischen Staatsbesuch in Irland 2011 ein Kleid in der irischen Nationalfarbe Grün trug.

Auch wenn eine Abdankung der Queen derzeit undenkbar scheint, so wird es doch nach diesem Staatsbesuch vielleicht nicht mehr allzu viele Möglichkeiten geben, diese wichtige Person der Zeitgeschichte in Deutschland zu erleben – aus Altersgründen macht sie inzwischen deutlich weniger Staatsbesuche als früher.

Es gibt also gute Gründe, sich auf den Queen-Besuch zu freuen. Und das bedeutet nicht etwa, dass die Deutschen Monarchisten sind. Denn sie zeigen damit vor allem ihre Vorliebe für eine Frau, die nicht eitel ist, Beständigkeit verkörpert und mehr repräsentiert als regiert. Für ihr eigenes Land haben sie jedoch eine demokratische Vertreterin mit diesen Queen-Eigenschaften gewählt: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

pia.rolfs@fnp.de

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