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Halbaffen und Pinguine: Merkels kurze Auszeit

Für knapp zwei Stunden konnte Angela Merkel sämtliche politische Krisen hinter sich lassen - und stattdessen Tiere füttern. Möglich wurde es bei einem Besuch in ihrem Wahlkreis. Doch die Kanzlerin hat nicht alle glücklich gemacht.
Angela Merkel trifft Inka-Seeschwalben am Wasserbecken der neuen Pinguinanlage. Foto: Jens Büttner Bilder > Angela Merkel trifft Inka-Seeschwalben am Wasserbecken der neuen Pinguinanlage. Foto: Jens Büttner
Marlow. 

bdquo;Jetzt hab' ich verloren hier”, ruft Angela Merkel. Auf ihrer Schulter sitzt ein sogenannter Katta, eine Halbaffenart, und versucht, an die Tüte mit Trockenbeeren in ihrer Hand zu kommen.

Vor ihr hockt eine Katta-Mutter mit zwei Jungen, die sich in das Fell der Mutter krallen. Die aus Madagaskar stammenden Kattas, die zur Gattung der Lemuren gehören, haben alle nur das Futter und nicht den hohen Gast aus Berlin im Blick.

Selten ist die Bundeskanzlerin so entspannt zu sehen wie an diesem Donnerstag im Vogelpark Marlow östlich von Rostock. Als CDU-Bundestagsabgeordnete war sie ins mecklenburgische Hinterland gekommen, um am westlichen Rand ihres Wahlkreises die zwei Millionen Euro teure Pinguin-Anlage zu eröffnen.

„In der 1600 Quadratmeter großen Felslandschaft mit Höhlen und Nischen leben 32 Pinguine, 9 Pelikane und 40 Inka-Seeschwalben”, sagt Tierärztin Gudrun Haase. Besonders stolz ist sie auf das 360 000 Liter Wasser fassende Becken, in dem die Pinguine nun ordentlich tauchen können. „Das größte Lob ist, dass einige der Pinguin-Paare schon ihre Höhlen bezogen haben, obwohl sie seit Montag erst hier auf dem Gelände sind”, fügt die Kanzlerin hinzu.

Es ist ein Heimspiel für Merkel, fernab der Probleme in Berlin und im Rest der Welt. Geduldig hört sie dem Parkgärtner zu, dem die Hasen die Jungpflanzen in der Gartenplantage wegfressen, und bewundert die Weißstörche, die sie mit lautem Schnäbeln begrüßen.

Merkel weiß um die Probleme in der Region, in die sich im Vergleich zur Ostseeküste nur wenige Touristen verirren. Umso erfreulicher ist es, dass der Vogelpark im vergangenen Jahr mehr als 250 000 Besucher hatte. Damit könne der Park seine Betriebskosten erwirtschaften. „Aber, ich glaube, das ist eine harte Aufgabe”, sagt sie und lobt die Betreiber, die mit viel Fantasie die Möglichkeiten für Touristen schaffen, bei schlechtem Wetter einen schönen Tag zu verbringen. Zumindest die knapp zwei Stunden in Marlow für sie gehörten wohl zu den schönen Stunden dieses Tages.

Doch auch im Vogelpark können Kanzlerinnen nicht alle Erwartungen erfüllen. „Dass wir jetzt nichts für dich haben, ist nicht schön”, sagt sie zu einer kleinen afrikanischen Bergziege, die erwartungsvoll zur Kanzlerin gesprungen war. Nicht mal ein kleines Stückchen trockenes Brot kann sie der Ziege anbieten.

(Von Joachim Mangler, dpa)
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