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Maifestspiele: „Tannhäuser“ und eine Ode an das pralle Leben

Mit Pfingstrosen naht sich Wiesbadens Staatstheater den Maifestspielen. Mit „Bad News“ pirscht es sich an den Theaterbiennale-Sommer heran.
Ulrich Matthes kommt mit Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ zu den Wiesbadener Maifestspielen. Foto: Georg Wendt (dpa) Ulrich Matthes kommt mit Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ zu den Wiesbadener Maifestspielen.

In Wiesbaden kündigte Intendant Uwe Eric Laufenberg jetzt die Festivals am Staatstheater an. Das Programm für die repräsentativen „Maifestspiele“ (30. April bis 31. Mai) liegt im Detail vor. Dasjenige zur „Wiesbaden Biennale“ (23. August bis 2. September) wird noch erstellt oder gesichert.

Den Maifestspielen dient passenderweise die Pfingstrose als Logo. In der Oper spiegeln „Der Fliegende Holländer“, „Götterdämmerung“ und „Tannhäuser“ den bisherigen Wagner-Schwerpunkt der Intendanz. Die Eröffnung bestreitet aber Beka Savics „Maskenball“. „Otello“ verstärkt die deutsch-italienische Opern-Achse um einen zweiten Verdi. Hinzu kommen Donizettis „Liebestrank“ und Richard Strauss’ „Arabella“. Eine Initiative des Förderkreises schließlich bat den jungen Komponisten Stephan Peiffer, seine Kirchentags-Oper über den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, „Vom Ende der Unschuld“, auf Kammeroper-Format für den „Schlachthof“ zu bringen.

Rossini als Ballett

Schauspiel und Tanz verzeichnen neun Gastspiele. Zwei Theaterstücke haben osteuropäische Motive: Kirill Serebrennikovs „Who is happy in Russia?“ vom „Gogol Center“ (Moskau) und Jette Steckels „Thalia“-Regie zum Romanepos „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili (Georgien).

Das Deutsche Theater Berlin reist mit Ulrich Matthes in „Tod eines Handlungsreisenden“ sowie Becketts „Glücklichen Tagen“ an. Hätte dem Rosen-Enthusiasten Gottfried Benn schon das Festival-Logo gefallen, so leider auch der Titel des fünften (Puppentheater-) Gastspiels: „Erbbiologisch und sozial minderwertig“ (Wien). Bei Tanz und Ballett freue man sich auf Martin Schläpfer vom Ballett am Rhein mit „Petite Messe solennelle“ zur Musik Rossinis: „eine Ode an das pralle Leben, ein Zwiegespräch mit Gott, ein Tanz mit dem Tod“. Am Zweiteiler „S & S“ aus Göteborg wirken der tibetische Forsythe-Schüler Sang Jijia („As It Were“) und Sharon Eyal („Autodance“) mit – ein heißer Tipp. Ebenso: Yoann Bourgeois’ „He Who Falls (Celui qui tombe)“ aus Grenoble, getanzt auf einer fordernden Bühnenstruktur.

Das Konzert- und Liederabend-Programm umfasst ebenso zehn Veranstaltungen wie die „Junge Woche“. Die „Caligari-Filmbühne“ bleibt Kooperationspartner. Fast 60 Prozent des Maifestspiel-Etats von 1,537 Millionen Euro stammen aus dem Kartenverkauf.

Zur Biennale 2018: Erfunden wurde das Festival 1992 als „Neue Stücke aus Europa“. Mit seinem Gründer Manfred Beilharz verzog es 2002 von Bonn nach Wiesbaden und ging da an Uwe Eric Laufenberg über, der Beilharz 2014 als Intendant ablöste. Seine Kuratoren Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer gestalten das runderneuerte Festival zum zweiten Male als Europa-Parcours der bildenden und performativen Künste. Vom Programm kennt man bislang nur einige Namen: Roger Ballen (Südafrika), Santiago Sierra (Spanien), Vincent Glowinski (Belgien), Rabih Mroué (Libanon).

Festivalzelt auf dem Dach

Das Anagramm „Wiesbaden, i.e. Bad News“ ist wohl purer Zufall. Ludewig zufolge kam ihr die „Bad-News“-Idee („Was ist los im Europa von Brexit und AfD bis Trump? Bad News!“), als sie RMV-bedingt in Flörsheim strandete und ihr der Kontrast zwischen urbaner Elite und abgekoppelten Hinterländlern ins Auge sprang.

Zeitweise wollte das Team die Biennale gleich im Hinterland statt in Wiesbaden verorten, wählte dann aber das urbane Pendant: Wiesbadens City-Passage. Umbau und Sanierung dieses Schandflecks treiben die Stadt seit Jahren um. Bespielt werden auch das Staatstheater und temporäre Spielorte. Festivalbüro ist die Passagen-Ecke Faulbrunnenstraße 13. Carsten Schack vom „Schlachthof“ erhofft sich vom City-Parkhaus tolle Lokalitäten nebst Festivalzelt auf dem Dach. Museumsdirektor Alexander Klar findet die Passage als Ausstellungsstätte herausfordernd. dek

Staatstheater Wiesbaden

Internationale Maifestspiele,
30. April bis 31. Mai. Karten unter Telefon (06 11) 13 23 25. Internet www.stsaatstheater-wiesbaden.de. Wiesbaden-Biennale, 23. August bis 2. September. Kartenvorverkauf von 18. April an. Internet www.wiesbaden-biennale.eu

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