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Farbenrausch: Gotthard Graubner im Arp-Museum

Viele Bilder strahlen mit der Farbe: Das Arp-Museum zeigt Arbeiten des Malers Gotthard Graubner. Der 2013 gestorbene Künstler war immer wieder an dem Ort über dem Rhein - etwa um den Dalai Lama zu treffen.
Triptychon von Gotthard Graubner: „ zoomI-III” von 1998/99. Foto: Thomas Frey Triptychon von Gotthard Graubner: „ zoomI-III” von 1998/99.
Remagen. 

Die Leinwände sind groß und blenden fast in ihrer Farbigkeit. Was aus der Ferne einfarbig zu sein scheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine kunstvolle Verbindung ineinanderfließender Farben und Schichten.

Die abstrakten, in den Raum hineinragenden Gemälde von Gotthard Graubner (1930-2013) ziehen die Blicke geradezu an. Fünf Jahre nach dem Tod des bekannten Vertreters abstrakter Malerei der Gegenwartskunst zeigt das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen südlich von Bonn rund 50 seiner Arbeiten.

Die Ausstellung „Mit den Bildern atmen” präsentiert farbige, gepolsterte Leinwände und zarte Papierarbeiten aus fast 50 Schaffensjahren, die jüngsten stammen von 2001. Vom 18. Februar an bleibt die Schau fast ein Jahr (10.2.2019) in den hellen, weiten Räumen des Museums.

Ausgangspunkt sind zehn Schwarz-Weiß-Fotos, die Graubner 1976 von einer Reise in das abgeschiedene Königreich Bhutan im Himalaya mitbrachte. Der an fernöstlicher Philosophie interessierte Düsseldorfer Maler, der bis 1996 an der dortigen Kunstakademie lehrte, hatte enge Bindungen zum einstigen Künstlerbahnhof Rolandseck. Anfang der 1980er Jahre traf er hier, einen weißen Schal um den Hals, den Dalai Lama.

„Farbraumkörper” nannte Graubner seine großen, gepolsterten Leinwände. Der Künstler mit dem grauen Haar und Vollbart trug immer wieder Schichten von Farben auf. Und verwischte sie mit unterschiedlichen Werkzeugen, mit Pinseln und Besen. Diese Technik gibt der Leinwand Intensität und Tiefe. „Das Moment des Meditativen schwingt in Gotthard Graubners Arbeiten fast immer mit”, kommentiert Kuratorin Jutta Mattern.

Ein Triptychon in Grün, Pink und Orange, 1982 in Venedig zur Biennale erschaffen, kann seine Farbgewalt in den hellen Räumen des Museums entfalten. Das Bild „Lapilli” im Dreimeterformat, entstanden 1995, zeigt rätselhafte Verwirbelungen in dunklen und blauen Tönen. Das bekannteste Bild des Malers ist aber nicht in der Schau: Es ist ein Gemälde, das in Berlin beim Bundespräsidenten hängt. Das Kunstwerk in markantem Lila ist bei vielen Anlässen zu sehen.

In dem Kissenbild „Schwall” von 1972 sammelt sich die Farbe an den Wülsten der Polsterung in der Bildmitte. „Ibiza” heißt eine Arbeit von 1970: in dem gesackten Kissen hat sich das Ockergelb am unteren Saum konzentriert. Graubner hat sogar eine Steppdecke bearbeitet, die nun koloriert an der Museumswand hängt.

Farbarbeiten auf Papier zeigen sich in einem „Sickerbuch”. In dem gebundenen Band sind die Seiten mit einem farbgetränkten Schwamm gestempelt. Die pastelligen Farben breiten sich auch auf den unteren Seiten aus. In der Vitrine kann zwar nur ein Doppelblatt gezeigt werden. Aber im Videofilm wird das Buch aufgeblättert.

Der Museumstrakt in Remagen liegt wie eine Burg am Hang über dem Rhein. Vor den Fenstern entfalten sich der breite Fluss und das Siebengebirge. „Die Bilder stehen im Dialog mit der Natur und sind Ausdruck des Lebendigen”, sagt die Kuratorin.

(Von Ulrike Hofsähs, dpa)
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