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Die Berlinale ehrt Willem Dafoe

Er kann von ganz böse bis sehr lieb: Willem Dafoe beherrscht als Schauspieler eine Bandbreite wie wenige in Hollywood. Die Berlinale ehrt den US-Amerikaner jetzt für sein Lebenswerk.
Preisträger Willem Dafoe auf der Berlinale. Bilder > Foto: Ralf Hirschberger Preisträger Willem Dafoe auf der Berlinale.
Berlin. 

Er war Jesus in Martin Scorseses „Letzte Versuchung Christi”, der penible FBI-Ermittler in „Mississippi Burning” und - mit seiner Stimme - ein Tropenfisch in „Findet Nemo”: Die Filmkarriere von Willem Dafoe (62) verlief alles andere als konventionell. Von einer Kleinstadt in Wisconsin über eine New Yorker Off-Bühne nach Hollywood: Mit seinem markanten Ausdruck zählt Dafoe heute zu den prägenden Namen des US-amerikanischen Kinos.

Dreimal wurde er für einen Oscar nominiert, im vergangenen Jahr hat er sechs Filme gedreht, mehr als hundert sind es bisher insgesamt. Mit „The Florida Project” ist er jetzt im Oscar-Rennen um die beste männliche Nebenrolle.

„Regisseure wollen eine Geschichte erzählen und brauchen mich als Schauspieler, um ihre Idee umzusetzen”, sagte Dafoe am Dienstag auf der Berlinale vor der Ehrung mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Seine wichtigsten Filme laufen als Hommage während der Festspiele. Er fühle sich nicht so sehr als Darsteller, sagte Dafoe. „Ich muss eine Figur bewohnen - das war als Jesus etwas schwerer.” Wenn er vor der Kamera stehe, fühle er sich „wie eine Farbe auf einem Gemälde”.

Dafoe zählt zu den eher zurückhaltenden Filmstars. „Die Kritiker lieben ihn. Aber niemand tratscht über ihn”, schrieb das Fachblatt „Hollywood Reporter”. Mitte der 70er-Jahre stieß Dafoe zur Wooster Group, einer unabhängigen Theatercompagnie, um den Schauspielberuf zu erlernen. Die Gruppe trat in einer alten Fabrikhalle in SoHo auf. Aus dieser Zeit stammt die Liebesbeziehung zu Elizabeth LeCompte, Leiterin der Gruppe, die fast drei Jahrzehnte hielt, bis Dafoe 2004 die italienische Regisseurin Giada Colagrande kennenlernte.

Lange blieb das Theater Dafoes Schwerpunkt, 1980 trat er erstmals vor die Kamera in einer kleinen Nebenrolle in Michael Ciminos „Heavens Gate”. Eine Hauptrolle bekam er im Biker-Film „ The Loveless”, der zweiten Regiearbeit von Kathryn Bigelow („Zero Dark Thirty”). Es folgte ein Auftritt als Geldfälscher in William Friedkins „Leben und Sterben in L.A.”. Als Vietnam-Soldat in Oliver Stones „Platoon” wurde er schließlich einem größeren Publikum bekannt.

Ob intellektuell-anspruchsvoll oder im Entertainment - Dafoe springt über die Genregrenzen und hat sich damit in das Gedächtnis der Zuschauer gespielt. Das zeigen seine intensiven Auftritte etwa in Lars von Triers „Antichrist” und Abel Ferraras „Pasolini” oder seine Rolle als Schurke in „Speed 2”.

(Von Esteban Engel, dpa)
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