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Fest der Fidelen Sandhasen: Zum Vatertag geht's in den Wald

Für viele gehört es am Vatertag genauso dazu wie der Blumenstrauß zum Muttertag: das Waldfest der Fidelen Sandhasen. Als Treffpunkt für viele ist das Fest jedoch heute mehr als nur ein Fest für Väter.
Die kleinen Besucher können ein paar Runden auf dem Karussell drehen. Bilder > Die kleinen Besucher können ein paar Runden auf dem Karussell drehen.
Bad Vilbel. 

Bereits am Ritterweiher ist die Musik kaum zu überhören. Die Parkplätze sind voll, der Waldweg, der auf den ehemaligen Vilbeler Schießplatz führt, ebenso. Die Blasmusik weist den Besuchern den Weg. Die auf dem Platz aufgestellten Holzbänke sind fast komplett belegt, bei Bratwurst und Bier bilden sich lange Schlangen.

Das Waldfest der Sandhasen am Himmelfahrtstag ist schon seit langem kein kleines Ereignis mehr. „Viel hat sich seit den bescheidenen Anfängen verändert“, erinnert sich Margot Hilling, die bis 2016 Vorsitzende des Karnevalsvereins der Sandhasen war und heute die berühmte Erbsensuppe der Sandhasen ausgibt. „Es kamen immer mehr Leute. Für viele Vilbeler gehört das Waldfest am Vatertag mittlerweile fest dazu“, weiß sie.

Früher mehr Männergruppen

Doch nicht nur die Größe hat sich verändert, beobachtet Hilling. „Früher gab es viel mehr Männergruppen. Das gibt es heute, außer den Kerbburschen, eher wenig“, berichtet sie. „Und wenn Männergruppen kommen, dann sind das größtenteils eben keine Väter. Die kommen einfach wegen Getränken, Essen und der Musik her.“

Mike Rattler hat es sich mit zwei Freunden und einem Kasten Bier gerade im Schatten unter den Eichen bequem gemacht hat. „Nur weil das Vatertag heißt, ist es ja nicht so, dass das exklusiv wäre. So ein Feiertag ist immer schön, dann muss man halt nicht arbeiten. Im Gegensatz zum Urlaub haben alle anderen frei“, sagt Rattler. Für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist der Schießplatz am Vatertag zu einem Treffpunkt geworden.

Schon seit den 1970er Jahren

Das erste Waldfest der Sandhasen fand schon 1971 in kleinem Rahmen im verlängerten Erzweg statt. 1973 fand das Fest dann mit mehr Platz zum ersten Mal an der heutigen Stelle auf dem Schießplatz

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„Wir sind hierhergekommen, weil man auch andere Leute sieht“, meint Rattler. „Das ist wie so eine Art Klassentreffen, man trifft Menschen, die man lange nicht gesehen hat“, sagt er. Und wenn das mitgebrachte Bier mal ausgeht oder man Hunger hat, sitze man nah an der Quelle, sagt er und zeigt zu den Ständen.

Vor allem ist das Waldfest jedoch eines geworden: ein Fest für die ganze Familie. „Es ist schon seit langem kein Fest nur für Männer mehr“, bestätigt auch der stellvertretende Vorsitzende der Sandhasen, Roland Ascher. „Viele Väter bringen gleich die ganze Familie mit, Vatertagsfest trifft es also eigentlich gar nicht, Familienfest wäre da passender.“ Und das ist generationenübergreifend: „Viele kommen mit Kindern und Eltern, drei Generationen sozusagen“, sagt Hilling. „Da sind die Eltern schon damals gekommen. Und heute haben sie selbst Kinder, die sie zum Fest mitbringen.“

Viele der Besucher kommen jedes Jahr zu den Sandhasen am Ritterweiher. Für die ist es inzwischen zur Tradition geworden, am Vatertag, statt mittags zu kochen, lieber auf dem Schießplatz eine Bratwurst zu essen, ein Bier zu trinken und sich dort mit Freunden zu treffen, berichtet Hilling. Viele kämen dafür sogar extra in die Quellenstadt, selbst wenn sie mittlerweile nicht mehr in Bad Vilbel wohnen. „Es kommen viele, die erst seit kurzem dort wohnen. Jeder ist hier willkommen“, freut sich Hilling.

Das Antlitz des Festes hat sich gewandelt. Neben den obligatorischen Getränke- und Essensbuden gibt es unter anderem ein Karussell für Kinder. Familien nehmen diese Möglichkeit gerne war. „Den Vatertag finde ich im Prinzip gut“, sagt Daniel Walther, der gerade seiner Tochter hilft, sich auf eines der Pferde des Karussells zu setzen.

„Aber nicht wegen dem Trinken“, meint er. „So ein Feiertag ist immer schön, heißt er jetzt Vatertag oder nicht. Am Wochenende hat man zwar auch frei, aber es fällt ja trotzdem immer vieles an, teilweise leider auch beruflich. Einen ganzen Tag freinehmen, das geht ja kaum. Und die Urlaubstage sind ja auch begrenzt“, sagt er.

Zeit mit Kindern genießen

Den Vatertag nutzt Walther deswegen gerne. „Ich versuche an diesem Tag für meine Kinder da zu sein und etwas mit ihnen zu unternehmen. Meistens geht es raus ins Grüne und in den Wald. Da liegt der Schießplatz auf dem Weg. Am wichtigsten ist für mich jedoch kein Stress. Das wissen die Kinder auch.“ Eine wirkliche Bedeutung hat der Vatertag aber für ihn nicht.

Anders sieht das Peter Wüschel. „Ich finde den Vatertag wichtig, denn er ist Anlass, sich daran zu erinnern, dass auch die Väter wichtig für die Erziehung sind.“ Das werde oft vergessen und ist seiner Meinung nach „ein großes Problem, bei dem ich mich selbst nicht ausschließe. Ich habe damals keine Elternzeit gemacht und viel gearbeitet“, sagt der Besucher. „Jetzt, wo die Kinder größer sind, bereue ich das.“ Deswegen versuche er, solche Feiertage auszunutzen und möglichst viel Zeit mit den Kindern zu verbringen.

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