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Bad Vilbel: Wie sieht die Zukunft von Heilsberg aus?

Am Wochenende feierte Bad Vilbel 70 Jahre Heilsberg: Damals eine Siedlung mit Lehmhäusern erbaut von Vertriebenen, heute ein beliebtes Wohngebiet. Ein Generationenwechsel hat stattgefunden, doch die tatkräftige Gemeinschaft, die den Ort damals errichtete, könnte in moderner Form zu ganz neuer Größe finden. Den Startschuss dafür könnte das Fest am Wochenende gegeben haben.
Am Stand der Freiwilligen Feuerwehr können Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Bilder > Foto: Niklas Mag Am Stand der Freiwilligen Feuerwehr können Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.
Bad Vilbel. 

Mit einem Gottesdiensten der drei Gemeinden auf dem Heilsberg startete das Festprogramm am Sonntagvormittag in der Heilig-Geist-Kirche. Danach strömen die Leute auf den Kirchenvorplatz, sie genießen im Schatten des großen Kreuzes, was der Grill hergibt. Auch die Vereine zeigen sich von ihrer besten Seite, die Stadt Bad Vilbel hat eine Hüpfburg gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr bietet ein Geschicklichkeitsspiel für Kinder an: Mit einer Pumpe wird Druck erzeugt, mit dem zugehörigen Schlauch wird versucht, Flaschen von einer Burgfassade zu schießen.

Das Besondere an dieser Jubiläumsfeier des Heilsbergs ist, dass das Fest gemeinsam mit dem Gemeindefest der Heilig-Geist-Gemeinde stattfindet. „Das hat sich einfach angeboten“, sagt Ingrid Schenk, Vorsitzende des Feuerwehrvereins auf dem Heilsberg. „Wir sind auf die Heilig-Geist-Gemeinde zugegangen und haben gefragt, ob wir nicht gemeinsam ein großes Fest machen wollen“, erklärt sie.

Die Pfarrerin der Gemeinde, Irene Dannemann, sei sofort begeistert gewesen. „So ist es ein gelungenes Fest für alle“, findet Schenk.

Der Blick auf die Geschichte des Heilsbergs steht an diesem Tag im Vordergrund, der Geist der Siedler von damals ist präsent. Das hat auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) in seinem Grußwort in der Kirche hervorgehoben: „Aus einfachen Lehmziegelhäusern auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ist eines der begehrtesten Wohngebiete geworden. Damals wollten die Menschen erstmal ein Dach über dem Kopf“, erinnert Stöhr an die Anfangszeit des Heilsbergs.

Vorbild Massenheim

Bad Vilbel sei damals bereit gewesen, den Vertriebenen diese Fläche zur Verfügung zu stellen – die größte in ganz Hessen für einen solchen Zweck. Die Siedler seien jedoch trotz ihres Schicksals nicht mutlos gewesen, sondern hätten mit vereinten Kräften angepackt – etwas, das man sich für die heutige Zeit bewahren sollte.

Diesen Gedanken äußert auch Ingrid Schenk, denn sie hat für ihren Stadtteil eine Vision: „Das Fest heute ist schon etwas für das Zusammengehörigkeitsgefühl“, meint sie. „Aber ich fände es super, wenn wir ein Vereinsleben aufbauen könnten, wie das beispielsweise in Massenheim der Fall ist“, sagt sie. Bei den Vorgesprächen zu der 70-Jahr-Feier mit den Kirchen und den verschiedenen Vereinen sei bereits zu spüren gewesen, was man gemeinsam für den Heilsberg erreichen könnte.

„Das muss ja gar kein übergeordneter Verein sein. Aber die Institutionen auf dem Heilsberg könnten sich etwa einmal im Jahr zusammensetzen, um gemeinsam zu überlegen, was man für den Heilsberg tun kann“, findet Schenk.

Pfarrerin Irene Dannemann hat sich nach dem Eröffnungsgottesdienst eine kurze Pause verdient. „Jung und alt sind heute verbunden“, sagt sie glücklich mit Blick auf den gefüllten Kirchenvorplatz. „Hier haben Menschen gelebt, die nichts mehr hatten, mit ihrer Hände Arbeit und einem wahnsinnigen Gemeinschaftssinn ein neues Zuhause gebaut haben“, rekapituliert auch sie die Vergangenheit.

Mit viel Tatendrang

Dieses Gemeinschaftsgefühl werde durch ein Fest, wie dieses, wieder gestärkt, ist sich die Pfarrerin sicher. Deshalb könne sie der Idee von Ingrid Schenk nur zustimmen. „Wir als Gemeinde wären da mit viel Tatendrang dabei.“

Doch soll es an diesem Tag nicht nur um die früheren Heilsberger gehen, auch der Nachwuchs steht bei einem Höhepunkt des Programms im Vordergrund: „Vom Saulus zum Paulus“ ist der Titel des Kindermusicals, das die jüngsten Heilsberger, viele im Vorschulalter, in der Kirche auf der großen Bühne aufführen. Seit Januar üben die Kinder, haben sogar ein Probenwochenende absolviert. Die Kirchenbänke sind voll und mit viel Mut stimmen die Mini-Musicaldarsteller den ersten Song an. Ein begeistertes Publikum zollt ihnen Applaus.

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