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Unfall auf Route 66: Wetterauer Radfahrer sterben in Amerika

Ende April sind Harry Jung und Heinz Gerd Büchel in die USA geflogen, um mit dem Fahrrad die Route 66 abzufahren. 4000 Kilometer in 59 Tagen. Das war der Plan. Am Dienstag sind die beiden Rentner aus Bad Nauheim bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei sind sie von einem Minivan erfasst worden.
Ihr Lebenstraum endete tragisch: Heinz Gerd Büchel und Harry Jung. Foto: O Ihr Lebenstraum endete tragisch: Heinz Gerd Büchel und Harry Jung.
Bad Nauheim. 

Wie der ADFC Bad Nauheim/Friedberg berichtet, waren der 71-jährige Heinz Gerd Büchel aus Bad Nauheim und der 74-jährige Harry Jung aus Steinfurth am Vormittag um kurz nach 11 Uhr mit ihren Fahrrädern auf der Route 66 westlich der 3000-Einwohner-Stadt Galena im US-Bundesstaat Kansas unterwegs, als ein Minivan sie von hinten erfasste. Amerikanische Medien berichten, dass eine 23-Jährige am Steuer des Autos saß. Sie blieb bei dem Unfall unverletzt. Sowohl die zwei Radfahrer als auch der Van waren in Richtung Westen gefahren. Zu dem Unfallhergang ist noch nichts Genaues bekannt, die örtliche Polizei ermittelt noch.

100 Kilometer pro Tag: Mit diesem Schnitt wollen Harry Jung (links) und Heinz Gerd Büchel die Route 66 in 59 Tagen komplett abfahren.
4000 Kilometer Abenteuer Harry Jung und Heinz Gerd Büchel starten Radtour durch ...

Die legendäre und 4000 Kilometer lange Route 66 quer durch Amerika wollen Harry Jung und Heinz Gerd Büchel mit dem Rad bewältigen. Damit erfüllen sie sich einen Traum.

clearing

Wie der ADFC schreibt, waren die Männer erfahrene Radfahrer. Heinz Gerd Büchel war zweiter Vorsitzender, er hatte auch Erfahrung mit langen Touren, war zum Beispiel schon in Kuba unterwegs. Und, so heißt es: „Dabei waren sie sich der Anforderungen an sich selbst und an ihre Ausrüstung sowie der Risiken für Radfahrer bewusst.“

Wenige Tage vor ihrer Abreise hatten Heinz Gerd Büchel und Harry Jung von ihrer Reise und der Organisation erzählt. Die Tour war nicht komplett durchgeplant, aber die zwei erfahrenen Radfahrer waren gut vorbereitet, hatten ihre eigenen Fahrräder dabei, und erzählten, dass sie für alle Fälle Werkzeug und Ersatzschläuche mit in die USA nehmen wollten. Für die Strecke hatten sie Fahrradkarten der American Bicycle Association dabei.

Diese stellt genügend Material für die Strecke zur Verfügung, da die Route 66 schon lange nicht mehr zu den Hauptverkehrsstraßen des Kontinents zählt. Es war für beide spannend. Ein wenig aufgeregt waren sie. Vor allem aber war die Reise mit viel Vorfreude verbunden. Harry Jung erzählte damals, wie es zu den Plänen kam: Als Achtjähriger hatte er das Buch „Ich radle um die Welt“ von Heinz Helfgen gelesen, das ihn sehr beeindruckt hat.

Seit April in den USA

Wenig später sah er eine Doku über die Route 66 im Fernsehen. Beim Treffen im April sagte er: „Ich wollte nie zu denen gehören, die sagen, hättest Du das damals mal gemacht.“ Jung konnte Büchel von seinem Plan überzeugen, die Strecke per Rad abzufahren.

Im November buchten beide die Flüge, am Dienstag, 24. April, stiegen sie in den Flieger. Zwei Wochen vor dem Unfall starteten sie ihre Fahrradtour in Chicago. Die Route 66 ist knapp 4000 Kilometer lang, führt durch acht Bundesstaaten und drei Klimazonen. Der 3000-Einwohner-Ort Galena, in dessen Nähe sich der Unfall ereignete, liegt etwa 1000 Kilometer vom Startpunkt entfernt. Die Route 66 endet in Santa Monica, einem Stadtteil von Los Angeles. Ein Freund der zwei Männer, Hans-Egon Köhler, berichtet, dass er in den vergangenen zwei Wochen Kontakt mit ihnen hatte, dass sie von ihrer Tour erzählt haben und davon, dass sie bereits 1000 Kilometer zurückgelegt haben. „Sie haben auch einige Bilder geschickt“ – von den Orten, die auf dem Weg liegen, von Unterkünften, von Route-66-Schildern.

Ermittlungen dauern an

In der Berichterstattung der örtlichen Medien sind die Namen der zwei Männer erst am Donnerstag veröffentlicht worden – vorher, so berichtet die Tageszeitung „The Joplin Globe“, arbeitete die Polizei daran, Angehörige ausfindig zu machen. Zum Unfallhergang wird der Polizist Tyler Alley zitiert, dass die Ermittlungen noch andauern würden, und dass die zwei Männer auf der Straße mit dem Fahrrad offiziell unterwegs sein durften. In einem anderen Bericht der US-Polizei heißt es, mehrere Anwohner, die den Unfall auf Facebook diskutiert haben, hätten bemerkt, dass das Gebiet, in dem sich der Unfall ereignete, in der Nähe eines Hügelkamms liege. Das deute darauf hin, dass die 23-jährige Fahrerin die Radfahrer übersehen haben könnte.

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