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Beratung bei Trennung: Wenn die Liebe nicht mehr leuchtet

Von Seit 2015 ist Heike Tauchnitz geschieden. „Die Trennung fand schon 2014 statt“, erzählt die 52-jährige. Eine schwierige Zeit nach immerhin 25 Jahren Ehe, während der sie sich professionelle Beratung und Begleitung gewünscht hätte. Nun unterstützt sie selber Menschen, deren Partnerschaft auseinandergeht.
Hilfestellung: Heike Tauchnitz nimmt sich Menschen an, die in der Trennungsphase sind und sich damit schwertun. Foto: Petra Ihm-Fahle Hilfestellung: Heike Tauchnitz nimmt sich Menschen an, die in der Trennungsphase sind und sich damit schwertun.
Rosbach. 

Im Büro von Heike Tauchnitz brennt eine Duftkerze, herrschen Rot-Töne vor – die Farben der Liebe. Doch wer die Beratung der 52-jährigen Trennungsberaterin aus Rosbach aufsucht, hat mit Liebe vermutlich gerade nichts am Hut. Ein Geschäft, zu dem ihr die eigene Scheidung den Anstoß gab, die sie als schwierige Zeit in Erinnerung hat.

Service: Hilfsangebote in schwierigen Lebenslagen

Informationen über Heike Tauchnitz finden sich im Internet unter der Adresse www.trennungsberaterin-rheinmain.de. Beratungen in schwierigen Lebenslagen bieten außerdem auch viele Verbände an.

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„Ich hatte Existenzängste, fragte mich, wie es weitergehen soll“, so ihre Situation, als 2014 ein Vierteljahrhundert Ehe vorm Aus stand. Das Haus musste verkauft werden, Gefühle kochten hoch, Zweifel kamen auf. „Ich fragte mich, ob es nicht doch einen anderen Weg, eine Chance, hätte geben können“, schildert Tauchnitz, die rückblickend von einem Trauerprozess spricht.

Frieden durch Vergebung

„Zu den Phasen gehörte es, Dinge zu ordnen und das Zurückliegende aufzuarbeiten.“ Gegenseitiges Vergeben nennt sie als weiteren wichtigen Baustein, „dass man seinen emotionalen Frieden gemacht hat“. Groll auf den Partner zu hegen, wie es bei einer Trennung oft beiden Seiten nicht erspart bleibe, sei zerstörerisch. Tauchnitz arbeitete früher als freiberufliche Verkaufsdirektorin für Kosmetik, wie sich an ihrem Erscheinungsbild erahnen lässt. Doch dann war es Zeit für etwas Neues. „Während der Trennungszeit habe ich mich deshalb um eine feste Stelle bemüht und mir ausgerechnet, wie ich das alles finanzieren kann“, schildert sie.

Nach einigen Bewerbungen fand sie rasch einen Posten als Personalberaterin in der freien Wirtschaft, doch schon nach kurzer Zeit baute das Unternehmen Mitarbeiter ab. In Not geriet Tauchnitz dadurch nicht, „doch ich bin kein Mensch, der vom Eingemachten lebt – und dann habe ich beschlossen, mich wieder selbständig zu machen“. Beim Urlaub im Spreewald kam ihr die Idee, Trennungsberaterin zu werden, ein „zündender Gedanke“, wie sie betont: „Ich brenne dafür.“ Freunde und Bekannte seien begeistert gewesen, hätten rückgemeldet: „Heike, wenn das jemand gut macht, dann du.“ Menschen zur Seite zu stehen, Chaos in die richtigen Wege zu leiten, sich einzufühlen, aber auch sachliche Konzepte zu erarbeiten – so etwas habe ihr schon immer Freude bereitet. Sie informierte sich über Unternehmensrecht, sprach mit ihrem Steuerberater, machte sich im Rhein-Main-Gebiet bekannt. Das war viel Arbeit und bedurfte großen Nachdenkens, allein schon bei der Frage, wie das Logo aussehen und wie die Webseite heißen solle. Das Unternehmen fängt gerade an, anzulaufen – es kämen viele Nachfragen, sagt sie. Die Rosbacherin arbeitet mit Rechtsanwälten, Steuerberatern, Finanzexperten und Psychologen zusammen, mit denen sie sich vorher jeweils traf und denen sie wichtige Fragen stellte. „Da habe ich auch Leute aussortiert, weil ich mit denen nicht zusammenarbeiten würde.“

Lebensziele ermitteln

Unterm Strich spare eine Trennungsberaterin Geld und Nerven, auch könne sie als Gesprächspartnerin aufbrechende Gefühle abfangen. „Nehmen wir an, jemand kommt zu mir, weil er Existenzangst hat. Wir würden das Problem lösungsorientiert angehen, Bewerbungen schreiben, den Umzug organisieren, zum Anwalt oder anderen Fachleuten gehen“, nennt sie eine Vorgehensweise.

Einen solchen Menschen hätte auch sie seinerzeit gebraucht, sagt sie, jemanden, der sich mit ihr zusammengesetzt und ihr Lebensziel ermittelt hätte. Jemanden, den sie ohne schlechtes Gewissen hätte anrufen können und ohne Plattitüden wie „Du schaffst das schon“ zu hören. „Für mich war es beispielsweise eine Riesenhürde, zum Anwalt zu gehen. Ich hatte vier verschiedene Anwälte aufgesucht und jeder hat etwas anderes gesagt. Ich war platt“, bekennt Tauchnitz. Anderer Punkt sei die Wohnungssuche gewesen, bei der sie sich Unterstützung gewünscht hätte, weil sie ihr schwer fiel. „Ich lebte in einem schönen Zuhause“, rückt sie die Duftkerzen in ihrem Büro zurecht.

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