E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Vilbel 24°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Landratswahl Wetterau: Weckler führt nach Runde eins

Von Es ist das erwartete Ergebnis: Jan Weckler (CDU) und Stephanie Becker-Bösch (SPD) gehen in zwei Wochen in die Stichwahl um den Landratsposten im Wetteraukreis. Eines aber macht nachdenklich.
Auf sie wird sich in zwei Wochen alles fokussieren: Jan Weckler und Stephanie Becker-Bösch gehen in die Stichwahl. Bilder > Auf sie wird sich in zwei Wochen alles fokussieren: Jan Weckler und Stephanie Becker-Bösch gehen in die Stichwahl.
Friedberg. 

Der 46-jährige Jan Weckler (CDU) kann strahlen, als gestern Abend um 19.54 Uhr das vorläufige Endergebnis der Landratswahl bekannt gegeben wird. Minutenlangen Applaus gibt es für ihn, nachdem feststeht, dass der VIze-Landrat aus Ober-Mörlen 44,3 Prozent der Stimmen geholt hat. Auf seine stärkste Konkurrentin, die Zweite Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD), entfallen 33,3 Prozent. Dennoch hat sie im zweiten Wahlgang in zwei Wochen weiter gute Chancen.

Denn der grüne Kandidat Thomas Zebunke fährt mit 14,8 Prozent ein überaus respektables Ergebnis ein. Sollten die Grünen-Wähler der SPD-Kandidatin den Vorzug geben, kann Becker-Bösch doch noch die erste Landrätin der Wetterau werden. Der 36-jährige Daniel Libertus (FDP) holt 7,5 Prozent der Stimmen und zeigt sich ebenfalls zufrieden.

<span></span> Bild-Zoom

Für Weckler war es von Anfang an klar, dass es zu einer Stichwahl kommen würde. „Mit dem Zwischenergebnis bin ich aber sehr zufrieden, wir haben einen geschlossenen und engagierten Wahlkampf geführt.“ Das Gleiche gilt nun auch für die kommenden 14 Tage. Die Sozialdemokratin teilt Wecklers Meinung. „Ab 24 Uhr stellen wir unsere Uhren auf Null um“, kündigt auch sie an, dass die SPD nun noch einmal Vollgas geben wird. Sie schätzt ihre Chancen auf 50:50 ein, dass sie es doch noch schaffen könnte, erste Frau im Amt zu sein.

„Fair, aber inszeniert“

In seiner Heimatgemeinde Ober-Mörlen holte Weckler 64,4 Prozent der Stimmen. Becker-Bösch kam hier auf 23,9 Prozent. In ihrer Heimatstadt Butzbach erreichte Becker-Bösch 37,8 Prozent der Stimmen. Selbst hier hatte allerdings Weckler mit 39,1 Prozent die Nase knapp vorn.

Der ausgeschiedene Thomas Zebunke (57) nimmt seinen Abschied aus dem Wahlkampf gelassen: „Es geht nicht immer darum, etwas zu erreichen, sondern auch, etwas zu erleben.“ Das habe er, auch wenn der Wahlkampf an seinen Kräften gezehrt habe.

Den Wahlkampf bezeichnet er zwar als fair, aber auch als „inszeniert und asymmetrisch“ und spielt darauf an, dass die beiden Kreisbeigeordneten Weckler und Becker-Bösch viele Termine über die Pressestelle des Wetteraukreises abgewickelt haben. Das ist auch während des Wahlabends an den Tischen im Plenarsaal des Kreishauses immer wieder zu hören.

Belohnt worden sei Zebunke für seine Themensetzung, „sie hatten Qualität, keine Quantität. Die anderen Parteien mussten sich mit unseren Themen beschäftigen“. Das haben vor allem die Friedberger belohnt.

In seiner Heimatstadt holte Zebunke teilweise über 30 Prozent der Stimmen, kam in der Kreisstadt auf insgesamt 21,7 Prozent der Stimmen und spricht vom „Wunder von Friedberg“, das er erreicht habe.

<span></span>
Kommentar Kandidaten müssen an die Themen rangehen

Von einem fairen, aber „inszenierten und asymmetrischem Wahlkampf“ sprach der Grünen-Kandidat Thomas Zebunke nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses.

clearing

Daniel Libertus bezeichnet sich selbst als „kleines Welpen“ in diesem Wahlkampf. Deswegen habe er vor allem viel gelernt, auch wenn so einigen vielleicht die Würze in diesem Landrats-Wahlkampf gefehlt habe. „Sie werden noch von mir hören“, kündigt er schon einmal vorsorglich an. Der Liberale holte in seiner Heimatstadt Butzbach 10,1 Prozent der Stimmen.

Bedauerlich allerdings empfindet er die – allerdings erwartet – niedrige Wahlbeteiligung von 31,7 Prozent. Und abseits der Rednerbühne spricht der FDP-Mann von „Nonsens-Terminen“ der Kandidaten Weckler und Becker-Bösch. CDU und SPD hätten viel mehr auf Themen denn auf Präsenz setzen sollen. Deswegen wundere ihn diese geringe Wahlbeteiligung nicht.

Ergebnisse der Kommunen

In Bad Vilbel hatte erwartungsgemäß Jan Weckler die Nase vorne. Er erzielte 46 Prozent der Stimmen. Becker-Bösch kam hier auf 28,1 Prozent der Stimmen, Thomas Zebunke holte 18,5 Prozent, Daniel Libertus 7,5 Prozent.

Auch in Karben war Jan Weckler vorne. Er kam hier auf 47,4 Prozent der Stimmen. Becker-Bösch landete mit 30,7 Prozent auf Platz 2, Zebunke kam auf 15,7 Prozent, Libertus auf 6,2.

Hätte die Wahl nur in Bad Nauheim stattgefunden, hätte es für Weckler im ersten Wahlgang gereicht. Er kam hier auf 50,2 Prozent der Stimmen, Becker-Bösch erhielt hier, 24,5 Prozent. 17,2 Prozent gab es für Zebunke, 8,1 für Daniel Libertus.

Auch in Wöllstadt hatte Jan Weckler mit 53,2 Prozent klar die Nase vorne. Becker-Bösch erzielte hier 26,4 Prozent, Zebunke 13,2 Prozent und Libertus 7,3 Prozent.

In Rosbach erhielt Jan Weckler 44,3 Prozent der Stimmen, Becker-Bösch kam hier auf 29,4 Prozent. Für Zebunke entschieden sich 17,2 Prozent, für Libertus 9,1 Prozent.

In Niddatal ist Weckler ebenfalls vorne. Er erhielt hier 46,9 Prozent der Stimmen. Becker-Bösch erreichte 33,2 Prozent, Thomas Zebunke 13,8 Prozent und Daniel Libertus 6,0 Prozent.

Während die Wahlbeteiligung in jenen fünf Kommunen mit Bürgermeisterwahl erwartungsgemäß höher ausfiel – so etwa in Altenstadt 44,8 Prozent –, war sie in anderen Orten unterirdisch. In Rosbach etwa gingen nur 24,6 Prozent der Bürger wählen.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen