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Acht Architekten geben ihre Vorschläge für Kurhaus und Stadthalle ab: Visionen für das neue Prunkstück in Bad Vilbel

Von Jetzt sind die Profis am Werk: Nachdem Studenten der TU Darmstadt bereits ihre Vorschläge zu Umbau und Erweiterung des Kurhauses eingereicht haben, folgen nun die Vorstellungen der Architekten. Den Vertretern der Politik bleibt nur wenig Zeit, ihre Favoriten zu küren.
Ballett unter dem Pagodendach: So sieht ein Entwurf des Architektenbüros PFP aus Hamburg aus. Ballett unter dem Pagodendach: So sieht ein Entwurf des Architektenbüros PFP aus Hamburg aus.
Bad Vilbel. 

Ein wenig abkupfern durften namhafte Vertreter der deutschen Architekturszene schon von den Studenten-Entwürfen der TU Darmstadt zum Umbau und der Stadthalle-Erweiterung des Bad Vilbeler Kurhauses, die noch immer im Foyer des Rathauses zu sehen sind. In einem Raum nebenan können sich nun die Politiker, aber auch alle Bürger die Profi-Skizzen ansehen. Daraus soll dann die endgültige Wahl getroffen werden.

Viel Zeit bleibt den Lokalpolitikern nicht. „Es wird am 5. Oktober eine Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses gemeinsam mit dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss geben, am 10. Oktober soll die Stadtverordnetenversammlung ebenfalls in einer Sondersitzung entscheiden“, kündigt Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) bei der Vorstellung der acht mal zwei Entwürfe an.

Für Besucher offen

Die Ausstellung der Entwürfe ist in einem Raum links vom Foyer im Erdgeschoss des Rathauses am Sonnenplatz in Dortelweil zu sehen. Besucher haben die Möglichkeit, sie während der regulären

clearing

Denn die acht Architekten in der Endausscheidung haben nicht nur jeweils einen Entwurf abgegeben. Stadtwerke-Chef und Stadtrat Klaus Minkel (CDU) erklärt dazu, dass es jeweils eine Variante für einen Veranstaltungssaal mit rund 700 und einen für rund 1000 bis 1200 Reihensitzplätze gibt. Die große Variante eigne sich für Veranstaltungen einer Größenordnung, die sonst finanziell nicht zu stemmen wären. Auch hier soll die Politik das letzte Wort haben.

Interessenten für Hotel

„Einige Vorgaben haben die Architekten in der europaweiten Ausschreibung bekommen, aber auch viel Flexibilität“, erläutert Stöhr dazu. Wie Minkel ergänzt, geht es dabei vor allem um den Flächenverbrauch, denn schließlich soll durch die Verbannung der Parkplätze in die Tiefgarage mehr Grün entstehen. Aber auch die Kubatur sei wichtig, „davon hängt letztlich der Preis ab.“

Bislang stand immer die Summe von rund 25 Millionen Euro im Raum, 6,5 Millionen Euro könnten als Zuschuss für den Hessentag 2020 gedeckt werden, „weitere Millionen durch den Verkauf des Grundstücks für das vorgesehene Hotel“, erläutert Minkel. Ein bis zwei Interessenten habe er dafür schon an der Hand.

Auch der Denkmalschutz habe ein gewaltiges Wort mitzureden, „hier wurde uns aber schon Entgegenkommen signalisiert, vor allem, was die Rückseite des Kurhauses angeht“. Hinzu komme der Brandschutz, hier seien Beanstandungen aber meist durch Nachbesserungen zu beheben.

Dann geht es endlich rein in den Ausstellungsraum. Nicht alle Vorschläge sind zu sehen, dafür reicht der Platz nicht. Doch zumindest eine Variante eines jeden Bewerbers zeigt dessen Vorstellungen, die andere Variante befindet sich in Aktenordnern daneben.

Vielfältig sind die Entwürfe. Daran beteiligt ist auch Architektur-Professor Lorch, der die Studenten-Entwürfe betreut hat. Mit seinem Unternehmen Wandel Lorch Architekten zeigt er eine Stadthalle, die im rechten Winkel zum Kurhaus steht und keine direkte Verbindung aufweist, bei der großen Variante einen unterirdischen Veranstaltungssaal.

Politik hat wenig Zeit

Andere finden hier andere Lösungen. Es gibt Verbindungen mit und ohne Gelenk, Säulengänge, ein Pagodendach, eine Orangerie zur Nidda hin. Viel Glas ist allen gemein. Ein weiterer Bekannter in Bad Vilbel, Demmel und Hadler, setzt auf vertikale Lamellen. Kein Wunder, hat das Büro doch die benachbarte Stadtbibliothek entworfen.

Auch der tieferliegende Eingang des Hallenbades wird unterschiedlich genutzt. Manche entwickeln daraus einen vertikal versetzten Bau, andere heben einen Teil der Fläche an und entwickeln so ihr mehrstöckiges Konzept. Das reicht beim Friedberger Architektenbüro BLFP Frielinghaus sogar für eine dreistöckige Stadthalle.

„Eine tiefgehende Auswertung durch die Fraktionen ist nun erforderlich“, sagt Minkel dazu. Er ist froh, dass das Kurhaus-Projekt nun durch den möglichen Hessentag in den Vordergrund geschoben wurde. „Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich schon mit dem Hallenbad und dem Kurhaus.“ Eigentlich sollte das Kurhaus nun etwas später kommen, weil der Immobilienbetrieb der Stadtwerke so ausgelastet ist. „Doch das Projekt ist für den Hessentag zu wichtig.“ Aber die Vollendung des „Jahrhundertprojekts“ in diesem Zeitplan ist „ambitioniert“, gibt Stöhr zu. „Jetzt muss es zügig gehen.“

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