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Fastnacht: Vilbeler Narren sorgen für Ausnahmenzustand in der Stadt

Von Unter großer Beteiligung der Bevölkerung stürmten die Vilbeler Narren am Samstagnachmittag das Alte Rathaus. Bei dieser Gelegenheit „plünderten“ sie die Stadtkasse und nahmen den Ersten Stadtrat fest.
Abgeführt: Stadtrat Udo Landgrebe verlässt das Rathaus als Gefangener der Narren. Quellenkönigin Jasmin I. freut sich darüber. Bilder > Foto: Christine Fauerbach Abgeführt: Stadtrat Udo Landgrebe verlässt das Rathaus als Gefangener der Narren. Quellenkönigin Jasmin I. freut sich darüber.
Bad Vilbel. 

Bunt, schrill, laut, „Helau!“ rufend und Bonbons werfend ziehen die Vilbeler Narren gut gelaunt am Samstagnachmittag durch die Innenstadt. Angeführt von den Fidelen Sandhasen ziehen sie samt ihrer Verstärkung aus dem Umland vom Ritterweiher durch die Ritter- und Frankfurter Straße bis zum Alten Rathaus. Applaus gibt es von den Spalier stehenden Bürgern für das Motto: „Der Stöhr im Rathaus hat nix zu lache, wenn die Vilbeler Fastnacht mache!“ Der närrische Lindwurm aus Fuß- und Tanzgruppen, Musikern, Motivwagen und Cabrios umfasst 31 Zugnummern. Unterwegs sind mit den Sandhasen, ihren Garden und Abteilungen sowie dem Kinderprinzenpaar Prinz Yannis I. und Prinzessin Emely I. die Städtischen Handwerker, Garde und Elferrat des Tanzsport- und Karneval-Vereins (TKV) Bodentrampler aus dem benachbarten Nieder-Erlenbach, Gruppen der Betreuungsschule und des Waldkindergartens, Quellenkönigin Jasmin I., Elferrat und Tanzgruppe des SC Dortelweil, Musiker und Fußgruppe der Stadtkapelle, Die Schlottergockels von Oberrad, der Karnevalverein Die Schoten, das Autohaus Hyundai und das DRK.

Bilderstrecke Rathaussturm und Umzug: So feiern die Vilbeler Narren Fastnacht
In Bad Vilbel feierte die Narren rund um das Alte Rathaus die Fünfte Jahreszeit. Es folgen weitere Bilder vom Rathaussturm und Umzug.

Immer wieder gerät der närrische Lindwurm ins Stocken, zeigen Garden und Showtanzgruppen ihr Können, verteilt die Quellenkönigin Autogramme – und die Narren werfen Bonbons in die jubelnde Menge. Trotz der Zwischenstopps setzen die Narren zielstrebig ihren Weg zum Alten Rathaus fort. Dort werden sie bereits voller Spannung von einer kleinen Gruppe rund um „Hippie“ und Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) erwartet. Der hat sich auf dem Balkon zusammen mit „Schornsteinfeger“ und Magistratsmitglied Udo Landgrebe (SPD), eskortiert von Sandhasen-Sprecher Horst Hilling, verbarrikadiert. Das politische Duo will mit allen Mitteln, vor allem frechen Sprüchen, die symbolische Machtübernahme der Narren bis Aschermittwoch, die Plünderung der Stadtkasse und seine Gefangennahme verhindern.

Bürgermeister erkrankt

Die Übermacht der Narren kündete ihr Eintreffen mit fröhlichen Helau-Rufen, schmissiger Musik, lautem Trommelwirbel, Fanfarenklängen, Gesang, Konfetti- und Bonbonregen an. Doch nicht, wie gewohnt, Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) erwartet als oberster Stadtrepräsentant die siegessicheren Angreifer. „Der Bürgermeister ist krank, kuriert einen Grippevirus aus“, informiert seine Assistentin Verena Eiser. Weder dadurch noch von der mit rotweißen Bändern abgesperrten Rathaustreppe lassen sich die Narren und ihre teils prächtig kostümierten Gefolgsleute abschrecken. Die Sandhasen ballern aus ihrer mit reichlich Konfetti-Munition geladenen Kanone viele Salven auf die Verteidiger und die Zuschauer ab.

Endspurt im Karneval

Die Gardemädchen der Fidelen Sandhasen stürmen mit ihrem Sitzungspräsidenten Jürgen Liehr die Treppe. Auf dem Balkon liefert sich Sandhase Jürgen Liehr mit „Hippie“ Sebastian Wysocki ein Wortgefecht. „50 Jahre 68er Lebensgefühl, bei einem coolen 68er, da fällt der Sturm ganz sicher schwer“, ruft der Hippie in die Menge. „Wir alle kämpfen hier vereint, denn Fassenacht ist unsere Zeit, Frieden und Liebe mögen wir auch, doch blasen wir hier zum Großangriff, dagegen hilft kein Hippie-Kniff“, kontert Jürgen Liehr.

In Ketten gelegt

„So ein Rathaussturm mit diesen Narren? Ich sehe hier nur schiefe Karren. Schunkelnd, singend, fällt man umher, da fällt euch doch das Stürmen schwer“, lästert der Erste Stadtrat. „Stürmen ist für uns erste Bürgerpflicht, das Rathaus wird heut eingenommen, darum sind wir hierhergekommen“, erklärt der Sandhase. Und fügt hinzu: „Rauch schnell noch einen Joint, denn gleich ist es vorbei, herrscht hier nur noch die Narretei.“ Die Garde legt den Politikern die Ketten an, führt sie mit lautem Helau durch die Parkstraße und Neue Mitte zum Hasenstall.

Dort verkündet der gefangene Hippie: „Ihr bleibt die Narren, ich der Mann, der euch mal drei Tage lässt walten. Dann fallen euch die Augen zu und bis November hab ich Ruh.“ Doch bis es so weit ist, laden die Narren die Bürger zum Frohsinn und Feiern ein und lassen die Politiker kräftig schwitzen.

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