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Streunende Katzen: Karlssons Vermächtnis soll warnen

Von Um Autofahrer an einer vielbefahrenen Straße auf die Anwesenheit streunender Katzen hinzuweisen, stellen Tierschützer ein Warnschild auf. Tragisch: Das auf dem Schild abgebildete Tier wird in der Nacht zuvor überfahren.
Christine Gredel und Andreas Stein haben ein Warnschild vor der Kurve aufgestellt, hinter der frei lebende Katzen leben. Dass dieser Straßenabschnitt für Katzen tatsächlich ein gefährliches Pflaster ist, belegt der tragische Tod von Kater Karlsson, der einen Tag vor der Installation des Hinweises überfahren wurde. Foto: Susanne Krejcik Christine Gredel und Andreas Stein haben ein Warnschild vor der Kurve aufgestellt, hinter der frei lebende Katzen leben. Dass dieser Straßenabschnitt für Katzen tatsächlich ein gefährliches Pflaster ist, belegt der tragische Tod von Kater Karlsson, der einen Tag vor der Installation des Hinweises überfahren wurde. Foto: Susanne Krejcik
Karben. 

Das Schild, auf das Autofahrer beim Einbiegen in den Karbener Weg in Richtung Kurt-Schumacher-Schule und Stadion an der Waldhohl blicken, zeigt den hübschen und ausdrucksstarken Kopf des schwarz-weißen Katers Karlsson in einem Dreieck mit der Überschrift „Vorsicht!“.

Hinter dem ungewöhnlichen Warnhinweis verbirgt sich eine traurige Geschichte. „Wir wollten das Schild heute aufstellen, um Autofahrer auf Kater Karlsson und die anderen Katzen aufmerksam zu machen, die hier leben“, sagen Christine Gredel und Marietta Zilinsky vom Tierschutzverein Karben. Doch just an jenem Abend, bevor das Schild zum Schutz der Karbener Katzen aufgestellt wurde, ereilte den freiheitsliebenden genau jenes Schicksal, vor dem ihn die Tierschützer bewahren wollten.

„Kater Karlsson wurde gestern Abend hier an seinem Lieblingsplatz überfahren“, sagt Christine Gredel. Sie hat den toten Kater gefunden und ist traurig über den Tod der Samtpfote, die sie, aber auch andere Tierfreunde, regelmäßig gefüttert haben.

„Meine Enkel werden traurig sein, sie haben sich immer gefreut, wenn sie Karlsson streicheln durften“, erzählt Zilinsky. Sie wohnt in der Nachbarschaft und hatte ebenfalls immer etwas Futter für Karlsson dabei.

An dieser Stelle lebten mehrere Katzen, teils mit Besitzer, teils handele es sich um verwilderte Hauskatzen, so Gredel. Auch bei Karlsson – benannt nach Astrid Lingrens Buch „Karlsson vom Dach“ – habe es sich um eine verwilderte Hauskatze gehandelt, „obwohl er manchen Menschen gegenüber zutraulich war“.

Karlsson sei wunderschön und überdies sehr schlau gewesen, so sei er nie in Richtung der – bis zu ihrer Sperrung – viel stärker befahrenen Heldenberger Straße gelaufen, hat Gredel beobachtet. Im vergangenen Jahr habe der Tierschutzverein Karlsson und weitere Katzen kastriert.

Ohnehin sehen die Tierschützer in der unkontrollierten Vermehrung von herrenlosen Katzen ein großes Problem. „Die Leute sollten ihre jungen Katzen nicht rauslassen, bevor sie kastriert oder sterilisiert und beim Haustierregister Tasso mit einem Chip registriert sind“, empfiehlt Gredel.

Zwar könnten diese Maßnahmen nicht verhindern, dass Katzen überfahren werden, doch sie würden helfen, die unkontrollierte Vermehrung der Vierbeiner einzudämmen und entlaufene Tiere wiederzufinden, argumentiert Gredel.

Das Warnschild wurde gespendet von Andreas Stein, der das Atelier für Werbetechnik in Klein-Karben betreibt. „Ich unterstütze die Aktion, weil ich ein Katzenfreund bin“, sagt er. Stein und die Tierschützer hoffen, dass die Autofahrer durch das Schild auf die hier lebenden Vierbeiner aufmerksam werden und ihr Tempo künftig drosseln, damit die anderen Katzen nicht das gleiche traurige Schicksal ereilt wie Kater Karlsson.

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