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Tarifauseinandersetzung: Streik am Freitag: Eltern müssen in Kitas einspringen

Die bundesweite Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst schlägt sich auch in der Region nieder. Vor allem Eltern von Kita-Kindern sind betroffen. Aber auch ein Rathaus wird am morgigen Freitag geschlossen sein.
2015 streikten nicht nur die Erzieher, sondern aufgrund des langen Arbeitsausstandes auch die Eltern in Bad Vilbel. Archivfoto: Thomas Kopp 2015 streikten nicht nur die Erzieher, sondern aufgrund des langen Arbeitsausstandes auch die Eltern in Bad Vilbel. Archivfoto: Thomas Kopp
Bad Vilbel/Karben/Main-Kinzig. 

Im Bad Vilbeler Rathaus und im Fachbereich Soziales wurde gestern Nachmittag noch mit Hochdruck gearbeitet. Grund ist der für morgen angekündigte Streik, der unter anderem Kindertagesstätten treffen wird. Unklar ist, wie stark Bad Vilbel betroffen sein wird. „Es wird nicht gering sein“, sagt Stadtsprecher Yannick Schwander aber schon jetzt. Welche Kitas betroffen sein werden, sei aber noch nicht klar, es werde an Notfallplänen gearbeitet.

Nach Stand von gestern Nachmittag wird es wahrscheinlich zwei Dortelweiler und eine Massenheimer Kita treffen. In anderen Kitas werde nur mit Einschränkungen Betreuung angeboten werden können, und auch nur für Kinder, die in den jeweiligen Einrichtungen angemeldet sind. Notgruppen für andere Kinder wird es demzufolge nicht geben, erläutert Schwander. „Es ist noch nicht ersichtlich, wie viele Erzieherinnen tatsächlich in Streik treten werden. Das kann sich bis Freitagfrüh noch ändern“, sagt Schwander. Mit den Elternbeiräten liefen entsprechende Gespräche.

Rundbrief verschickt

In Karben müssen viele Eltern von Kindern in zwei der 15 Kitas für morgen umplanen. So rechnet die Stadt damit, dass die Groß-Karbener Kita Zauberberg wegen der Streiks nahezu vollständig bestreikt wird. „Dort ist die Streikbereitschaft sehr hoch“, erklärt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Nur eine einzige Gruppe für Not-Betreuung könne hier angeboten werden. In der Klein-Karbener Kita Am Breul gebe es dagegen immerhin zwei Notbetreuungsgruppen: eine für den Kindergarten und eine für die Krippenkinder.

„Ansonsten ist Karben aber voraussichtlich nicht betroffen“, hofft Rahn. So früh wie möglich seien die Eltern informiert worden, erklärt Heike Herrmann, die Chefin des Rathaus-Fachbereichs Kinderbetreuung. Diese hätten auch „total ruhig und verständnisvoll“ reagiert, ist sie erleichtert.

Schlimmer sieht es hingegen in Nidderau aus. Hier schildert der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne): „Alle sieben Kitas bis auf eine werden bestreikt.“ Nur die Kita in der Pestalozzistraße in Windecken bleibt offen, aber auch nur für Kinder dieser Einrichtung, eine Notgruppe wird es auch hier nicht geben. Nicht vom Streik betroffen sind die Einrichtungen kirchlicher und anderer freier Träger. Die Eltern seien allerdings schon durch einen Rundbrief informiert worden und hätten sich auf die Sachlage einstellen können.

Noch etwas dramatischer gestaltet sich die Situation in Schöneck . Dort werden morgen laut Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) nicht nur alle gemeindlichen Kitas, sondern auch das Rathaus geschlossen bleiben. Einzige Ausnahme hier ist die Kita Löwenzahn in Büdesheim, die größte kommunale Einrichtung. Doch auch hier wird es nur eine Notgruppe für Kinder der Einrichtung geben.

„Übertriebene Forderungen“

„Mit den Eltern wurde gesprochen“, sagt Rück und ist wenigstens darüber erleichtert, dass der Streik schon mit etwas Vorlauf angekündigt worden war. So habe man früher reagieren und mit den Eltern sprechen können, so dass sich diese darauf einstellen konnten, morgen keine Betreuung zu haben. „Wir haben das Anfang der Woche schon geklärt“, sagt Rück.

Nicht einverstanden mit dem Zeitpunkt des Arbeitsausstandes ist hingegen der Niederdorfeldener Bürgermeister Klaus Büttner (SPD): „Ich habe das noch nicht erlebt, dass bereits während der Verhandlungsphase gestreikt wird“, meint er. In seiner Gemeinde betroffen sind alle drei kommunalen Kindergärten, auch der Bauhof wird geschlossen bleiben. Das Rathaus soll nach derzeitigem Stand aber geöffnet sein.

Büttner hält die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach sechs Prozent und mindestens 200 Euro mehr Lohn für übertrieben. Letztlich müssten das die Kommunen ausbaden. „Die Gewerkschaften sagen, dass die Überschüsse vorhanden sind. Die kommen aber in den Kommunen nicht an.“

Die Gemeinde habe die Grundsteuer bereits um 100 Prozent angehoben. Wenn die sechs Stunden kostenlose Betreuung für Kinder über drei Jahren in Kraft treten, müssten die Kommunen Mehrausgaben ausgleichen. Und das gehe wohl wieder nur über eine Anhebung der Steuer.

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