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Nach Morddrohung gibt es einen Verdacht: Staatsschutz ermittelt zu Hasspost gegen Friedberger Vereinsvorsitzenden

Von Wegen einer Morddrohung gegen den Vorsitzenden der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau, Andreas Balser, ermittelt nun der Staatsschutz. Inzwischen haben sich Verdachtsmomente auf den Täter ergeben.
Verwirrend: Das Schriftbild des Verfassers dürfte einzigartig sein, eine strafrechtliche Verfolgung möglich, schätzt Andreas Balser. Bilder > Verwirrend: Das Schriftbild des Verfassers dürfte einzigartig sein, eine strafrechtliche Verfolgung möglich, schätzt Andreas Balser.
Friedberg. 

Als Andreas Balser am Montag in das Postfach der mehrfach ausgezeichneten Anitfaschistischen Bildungsinitiative (Antifabi) greift, eine Postkarte rausfischt und draufschaut, denkt er: „Oh, Sch...!“ Das jedenfalls sagt er der FNP, nachdem er besagte Postkarte mit einer Morddrohung darauf versehen in den Händen hielt (die FNP berichtete am Dienstag).

Balser informiert die Polizei, die zunächst keine direkte Bedrohung gegen Balser feststellen kann. Doch dann schaltet sich der Staatsschutz ein. Wie Polizeisprecherin Sylvia Frech gestern bestätigt, laufen nun die Ermittlungen. Außerdem will Balser zivilrechtlich gegen den Verfasser vorgehen. Es ist nicht die erste Drohung, die Balser erhält. Nach einer Bombendrohung vor Jahren seien es aber zumeist Drohungen per Mail oder über soziale Medien.

Bereits verurteilt

Es steht zwar noch nicht fest, wer der Verfasser der Postkarte ist, in der er sich auf „bewaffneten Widerstand“ beruft und davon spricht, „Rotfaschischten ausrotten“ zu wollen, doch gibt es Verdachtsmomente. Über die sozialen Medien meldet sich ein Journalist aus dem Raum Wetzlar, der ähnliche Schreiben mit gleichem Schriftbild erhalten hatte. Auch ein Richter soll bereits Drohungen dieser Art erhalten haben, ebenso eine Zeitungsredaktion und eine Schülervertretung.

Demnach handelt es sich bei dem Verfasser um einen früheren Grünen. Der wurde bereits vom Landgericht Limburg verurteilt, weil er den Umfang der Massenmorde an Juden im Nationalsozialismus geleugnet hatte.

Von Rechten geschürt

„Ich setze darauf, dass der demokratische Rechtsstaat diesen Menschen, der andere auf so feige Art und Weise bedroht, festsetzt. Wer einen solchen Hass in sich trägt, kann leicht eine Gefährdung für sich und andere werden“, so Balser.

Der aufkeimende Hass werde von den Bewegungen der extremen Rechten geschürt. Der Verfasser des Hass-Briefes hat sich nach Aussage von Balser auf AfD und Pegida bezogen. Denn viele seiner kruden Formulierungen seien auch auf Facebook-Seiten etwa der AfD Wetterau zu finden. Jüngst schrieb ein Nutzer auf einen kritischen Kommentar: „So ne kleinen antifaschlümpfe wie dich sollte mann nach Sibirien in den Steinbruch verfrachten, bis ihr tod umfallt!!!“

Balser hierzu: „Eine Partei, die so etwas schürt oder zulässt, erhält zu Recht im Kreistag nur noch gelegentlich Unterstützung von der NPD.“ Die Antifabi will sich nicht einschüchtern lassen und plant neben „Rock gegen Rechts“-Konzerten deutlich mehr Workshops für Schüler und junge Erwachsene.

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